Seit Pizarros-Zeiten begaben sich Männer auf die Suche nach der goldenen Stadt 'El Dorado' ins Gebiet des Amazonas. Meist mit dem Ergebnis: finanzieller Ruin, Elend, Hunger, Kannibalismus, Mord, Tod.
David Grann erzählt in seinem Buch 'Die versunkene Stadt Z' die Reiseabenteuer und Lebensgeschichte des Percy Fawcett.
Der hatte in einem Manuskript eines portugiesischen Glücksritters aus dem Jahre 1753 gelesen, dass in der Nähe des ostbrasilianischen Bundesstaates Bahia eine große, verborgene und sehr alte Stadt existiert.
1925 macht Fawcett sich zum Amazonas auf, unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit. 'Mindestens vierzig Millionen Menschen wissen von unserem Vorhaben', schreibt Fawcett an seinen Sohn.
Parallel dazu erkundet der Multimillionär Dr. Rice den Amazonas. Grann beschreibt die Expedition(en) von Fawcett extrem spannend und plastisch. Dem Buch beigefügt sind zudem auch einige zeitgenössische Photos.
Mit einem erzählerischen Schwenker geht er auf die anderen berühmten Expeditionen des viktorianischen Zeitalters ein (Shackleton, Livingstone, Scott etc.).
Fawcett und seine Mannen bleiben auf dieser Reise verschollen, schon 1928 wird die 1. Rettungsmannschaft aufgestellt, leider erfolglos ' fast 100 Menschen werden im Laufe der Zeit, während sie nach Fawcett suchen, ihr Leben verlieren.
Auch Grann macht sich auf nach Südamerika. Und das macht den Reiz dieses Buches aus: er verbindet immer wieder sein Erlebnis im Dschungel mit dem von Früher (= Fawcett). Ob er ihn findet möchte ich nicht verraten. Aber was er auf seinen Reisen beobachtet finde ich interessant. Ihm fällt auf, wieviele Urwälder ausgebeutet, abgebrannt und gerodet sind, manchmal meilenweit. An einer Stelle erzählt Grann, dass er von Indianer berichtet bekommt, dass Weiße einen Staudamm zur Stromerzeugung bauen wollen. Und zwar an einem heiligen Ort, an dem nach indianischen Glauben die ersten Menschen erschaffen wurden. Sein Kommentar: 'Plötzlich erschien unsere Suche nach Fawcett und der Stadt Z trivial' (Seite 303).
Mir hat das Buch gut gefallen, weil es spannend geschrieben ist, eine interessante Geschichte erzählt und Vergangenes mit Aktuellem glänzend verbindet.