...der Titel des Werkes von T. Fontane würde ausgezeichnet auf dieses Werk passen, ist aber eben leider schon vergeben.
Das Fazit des Buches - und das räumen die Autoren auch selbst ein - ist, dass wir trotz allem technischen Fortschritt über den Aufbau des Universums noch genauso spekulieren wie unsere antiken Vorfahren.
Das Buch besteht aus Behauptungen und Spekulationen ohne, dass irgendetwas davon bewiesen wird. Fröhlich philosphieren die Autoren von Multiversen der I. Stufe bis zur IV. Stufe,
Mathematische und physikalische Theorien, so etwa die String- und Inflationstheorie, werden stichwortartig wie eine Art "Zauberformel" erwähnt und auf diesen ein abstraktes Gedankengebäude entwickelt, ohne auf die zugrundeliegende Mathematik und das Wesen der Stringtheorie nur annähernd einzugehen (hier empfehle ich das Buch "Verborgene Universen" von L. Randall). Daraus werden zusammenhanglos und ohne tiefere Logik die wildesten Gedankenkonstruktionen ohne jeglichen Beweis und auch ohne jeglichen wirklichen Zusammenhang zu den wie Zauberwörter immer wieder erwähnten Namen der Theorien postuliert.
Beispiel: Die Stringtheorie lehrt, das Multiversum der IV.Stufe könnte möglicherweise eine "sprechende Currywurst" sein (Zitat S.137-140) - Dieses seltsame Zitat einer ebenso seltsamen "Theorie" benötigt 4 Seiten! Begründung (S. 137) "Denn alles, was logisch ist, existiert wirklich!" Allerdings sind die Philosophien in diesem Buch nicht logisch, sondern Wahnvorstellungen, die mit Stringtheorie oder Physik im Allgemeinen gar nichts zu tun haben.
Darüberhinaus bestehen zahlreiche Widersprüche: Mal ist das Universum 45 Mrd. Lj groß, dann sind es plötzlich 465 Mrd. Lj (S.68, Druckfehler?).
Wenn auch nur ansatzweise die vielbeschworene Mathematik konkret angesprochen wird, ist die Rechnung prompt falsch: n Objekte lassen sich nicht auf 2^n (wie vom Autor behauptet) sondern auf n!=1*2*3*...*n verschiedene Möglichkeiten anordnen (S.159). Diese Elementarfehler tragen nicht zur Glaubwürdigkeit des ohnehin schon mit sehr hirnrissigen Ideen überladenen Buches bei.
Wie gut, dass richtige Wissenschaftler, wie etwa S. Hawking dieses Buch nicht lesen müssen: Sie müssten annehmen, dass ihre Forschungen bewusst ins Lächerliche gezogen werden.
Physik, Astronomie, Philosophie, Theologie und Geschichte werden hier gleichsam in einen Mörser geworfen und ordentlich zerstampft und verrührt (Weder Kant noch Nietzsche sind Wegbereiter der modernen Physik wie in diesem Buch dargestellt) und herausgekommen ist das beschriebene kauzige Buch. (Wenn man sämtliche Gewürze und Zutaten aus dem gut sortierten Küchenschrank einfach wahllos, undosiert und willkürlich miteinander verrührt, kommt am Ende auch nur irgendein ungenießbarer Brei heraus. Wenn man das 10^100Mill. mal wiederholt, entsteht vielleicht durch zufälliges Zusammenrühren die Königinnenpastete, um bei der Affenanolgie von S.151 ff. zu bleiben - aber dieses Buch ist eben nur schwer verdaulicher Brei.)
Welchen Sinn die zahlreichen Ameisen-Illustrationen entfalten sollen, erschließt sich auch nicht so richtig.
Immerhin sind in den ersten Kapiteln die historischen Forschungen und Weltbilder der Antike und der Rennaisance lebendig und anschaulich beschrieben, danach wird es immer abstrakter und wirrer bis zum völligen Abheben in nicht wirklich nachzuvollziehende und begründungsfreie Wirrnisse und Willkürlichkeiten abseits sämtlicher seriöser Forschung und Lehrmeinungen. In den letzten Kapiteln hat der Autor seinen wilden Phantasien einfach freien Lauf gelassen. Immerhin liest es sich einigermaßen amüsant wie eine Sience-Fiction-Dokumentation, wenn man immer bedenkt, dass das Universum so mit Sicherheit nicht funktioniert.