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Die verlorenen Schuhe
 
 
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Die verlorenen Schuhe [Taschenbuch]

Gina Mayer
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: 1., Aufl. (1. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3473583901
  • ISBN-13: 978-3473583904
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 12,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 9.520 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gina Mayer
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Inge, Tochter eines Gutsbesitzers, und die polnische Zwangsarbeiterin Wanda sind Feindinnen. Als sie bei Kriegsende gemeinsam aus Schlesien fliehen, müssen sie einander vertrauen auf Leben und Tod.Als sie sich im Winter 1944 erstmals begegnen, liegen Welten zwischen Inge aus Schlesien und Wanda aus Polen. Inges Gedanken kreisen um ihr Abitur; die Folgen des Krieges registriert sie nur am Rande. Wanda hingegen hat den Krieg bereits hautnah erlebt: Die Deutschen haben ihre Familie aus Krakau verschleppt. Als die Rote Armee naht, müssen Inge und Wanda gemeinsam nach Westen fliehen. Das Überleben der einen liegt in der Hand der anderen.

Über den Autor

Gina Mayer, 1965 in Ellwangen geboren, lebt mit ihrer Familie in Düsseldorf. Sie studierte Grafik-Design und arbeitete einige Zeit als Werbetexterin. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder, begann sie Bücher zu schreiben. 2006 erschienen ihre ersten Romane. Sie schreibt für Erwachsene und Jugendliche, am liebsten Krimis.

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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "robby" lese gern TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Der mir vorliegende Roman von Gina Mayer"Die verlorenene Schuhe" ist eigentlich als Roman für Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren geschrieben worden, aber auch mir hat er ausgesprochen gut gefallen.

Eine Geschichte zweier junger Mädchen aus Oberschlesien,die sich,nachdem die Ostfront immer näher rückt,auf den Weg nach Westen machen.
Inge und Wanda haben in der Stunde der Not zusammengefunden. Inge ist die Tochter eines Gutbesitzers in Oberschlesien,die wohlbehütet aufgewachsen ist und auf ihre baldige Hochzeit mit ihrem Verlobten wartet.
Wanda ist Zwangsarbeiterin auf Gut Hohenau, dem Gut von Inges Eltern. Obwohl die polnischen Zwangsarbeiter auf dem Gut der Hohenaus im Gegensatz zu anderen Gütern sehr gut behandelt werden, hasst Wanda die Deutschen und alles was mit ihnen zu tun hat.Obwohl mit der deutschen Sprache aufgewachsen , weil ihr Vater lange in Deutschland als Professor gearbeitet hat, gibt sie nicht zu erkennen, dass sie die Sprache spricht, auch als Inge versucht Kontakt mit ihr aufzunehmen.

Erst als die Ostfront näher rückt und die beiden Mädchen die einzigen sind,die sich auf Gut Hohenau wieder einfinden,von allen anderen wissen sie nicht wo sie sind, raufen sie sich zusammen und machen sich auf die Flucht nach Westen. Ihr Weg wird beschwerlich und teilweise auch gefährlich und der Spruch ihres Vaters "Trau-schau wem!", bewahrheitet sich für Inge mehr als einmal. Sie werden bestohlen,von russischen Soldaten belästigt und entgehen mehr als einmal nur per Zufall dem Tod. Ihr langer Weg führt sie von Bankau in Oberschlesien bis nach Nördlingen in Bayern, immer auf der Suche nach Inges Angehörigen und auf der Suche nach einer Heimat,denn dass sie nie wieder nach Hause können wird ihnen immer klarer.

Gina Mayer versteht es ausgezeichnet, die damalige Zeit einzufangen, die Ängste und die Lebensumstände der Flüchtlinge zu beschreiben, dass es für Jugendliche, aber auch für uns Erwachsene, gut vorstellbar wird,wie es sich damals zugetragen hat.Gut nachvollziehbar erzählt die Schriftstellerin auch die Wandlung in der Beziehung zwischen Inge und Wanda, die zuerst durch Hass und Misstrauen geprägt wird und zum Schluss in Vertrauen und Freundschft endet. Wie die beiden aufeinander angewiesen sind in den Zeiten der Not und nur Vertrauen und Teilen hilft, wenn man die Prüfung bestehen will.

Ich finde,um das Schicksal der Flüchtliche für Jugendliche erlebbar zu machen, eignet sich dieses Buch ganz fantastisch und es wäre schön,wenn man solche Bücher in der Schule verwenden würde,um den manchmal trockenen Lehrstoff aufzulockern.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Gut Hohenau bei Bankau, Schlesien, 1944: Inge Baken, die Tochter des Hauses, steht kurz vor dem Abitur, träumt von einem Studium am Konservatorium in Breslau und von einer Ehe mit dem Nachbarssohn Wolfgang von Brandt.

Im Januar 1945 wird Inges Vater eingezogen und sie selbst kehrt wieder nach Kreuzburg an die Schule zurück. Doch die Front rückt näher, die Schule wird bereits nach wenigen Tagen wieder geschlossen. Vernünftig wäre es nun, wenn Inge von Kreuzburg aus in Richtung Westen fliehen würde. Doch es zieht sie nach Hause, in Richtung Osten. Als sie auf dem elterlichen Gut ankommt, ist die Familie schon fort. Der Hund liegt erschossen im Hof und der einzige Mensch, den sie noch antrifft, ist ausgerechnet die 18-jährige polnische Zwangsarbeiterin Wanda.

Inge hält Wanda für einen mürrischen Trampel, Wanda hält Inge für ein weltfremdes, verwöhntes Prinzesschen. Doch beiden ist klar: Sie müssen hier weg, ehe die Russen kommen. Und auch, wenn sie einander nicht ausstehen können, haben sie bessere Chancen, wenn sie sich zusammentun. Sie spannen Inges Pferd vor den Wagen, raffen alles zusammen, was ihnen für ihre Flucht nützlich erscheint und machen sich auf den Weg nach Westen. Um Wanda nicht zu gefährden, geben sie sie auf der Flucht als Inges ältere Schwester Waltraud aus.

Man kann nur grob zusammenzufassen was Inge und Wanda/Waltraud auf ihrem rund 800 km langen Weg in den Westen erleben. Sie trennen sich und finden wieder zusammen, sie schließen sich einer Gruppe an, werden bestohlen, betrogen und übervorteilt, abgewiesen und enttäuscht, überfallen und gerettet. Sie erleiden Hunger und Verzweiflung - und stellen mit der Zeit fest, dass sie gar nicht so verschieden sind, wie sie anfangs dachten. Das ist nicht weiter erstaunlich, denn jetzt, da auch Inge alles verloren hat, gleichen sich die Lebensumstände der beiden jungen Frauen mehr denn je: zwei höhere Töchter, entwurzelt und auf sich selbst gestellt, die über Nacht dazu gezwungen wurden, alle bisherigen Vorstellungen und Illusionen über Bord zu werfen und erwachsen zu werden. Nur dass Wanda aufgrund ihres Schicksals als verschleppte Zwangsarbeiterin einen gewissen Vorsprung an schlechten Erfahrungen und verlorenen Hoffnungen hat.

Mehr oder weniger durch Zufall landen die beiden jungen Frauen im Frühjahr 1945 im schwäbischen Nördlingen. Wanda hat inzwischen einen deutschen Pass auf den Namen Waltraud Baken. Pragmatisch wie sie ist, hat sie sich in ihrem neuen Leben eingerichtet. Inge dagegen ist immer noch auf der Suche nach einem Ziel, einem Zuhause. Dass die Vergangenheit sie in Gestalt alter Bekannter einholt, ist allerdings ein Schock. Fliegt Wandas falsche Identität nun auf?

Der Leser hofft, bangt und leidet mit den beiden Mädchen. Das geht sicher nicht nur der jugendlichen Zielgruppe so, für die das Buch geschrieben wurde, und die sich mit den Erlebnissen von Altersgenossen erfahrungsgemäß besonders gut identifizieren können. Auch längst erwachsene Leserinnen und Leser lassen sich von dieser Geschichte mitreißen.

Aufschlussreich dürfte der Roman vor allem für Leser sein, deren Vorfahren in Folge des Zweiten Weltkriegs zu Flüchtlingen und Heimatvertriebenen wurden. Wenn Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern überhaupt aus jener Zeit berichten, bekommt man die Episoden von abgeklärten Erwachsenen erzählt, die eine Distanz von Jahrzehnten zu dem Erlebten haben. Und die nur das berichten, was sie erzählen wollen und verkraften können. Ein vollständiges Bild der Ereignisse ergibt sich auf diese Weise kaum. Zudem kann man sich nur schwer vorstellen, dass die alte Dame aus der Verwandtschaft ein Teenager war, als sie in den Strudel dieser Ereignisse geriet. Da identifiziert man sich leichter mit einer Romanfigur im entsprechenden Alter, die alles in diesem Moment zu erleben scheint.

Gerne hätte man noch mehr über das weitere Schicksal von Wanda und Inge erfahren. Aber ihr ganzes Leben zu erzählen, das hätte den Rahmen dieses Buchs gesprengt. Wanda, die vernünftige und unsentimentale, wird ihren Weg sicher gemacht haben. Ob ihre Nachkommen jemals ihre wahre Geschichte erfahren haben? Und ob Inge ihre Flucht-Erlebnisse wirklich verarbeiten konnte? Dass man sich als Leser Gedanken über den weiteren Lebensweg fiktiver Figuren macht, zeigt, wie sehr deren Erlebnisse einem nahe gehen und wie nachhaltig sie einen beschäftigen.

Ein ausführliches Glossar, Kartenmaterial, auf dem man den Weg der beiden verfolgen kann sowie ein Interview mit einer Zeitzeugin liefern dem jugendlichen Lesepublikum ergänzende Informationen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Auf der Flucht 2. März 2010
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
1945, Wanda ist Polin und Zwangsarbeiterin auf dem Gut der Eltern von Inge. Sie hasst diese. Für sie verkörpert Inge die deutschen Besatzer, die sie zwangsverpflichtet haben, weil sie ins Kino ging. Das ist Polen im besetzten Polen verboten, Polen sind für die Nazis Untermenschen, eine Sklavenrasse.

Auch Inge kann mit der verstockten Polin nichts anfangen. Sie weiß nicht mal, dass die Deutsch spricht.

Und dann wird Schlesien geräumt. Die Eltern sind schon geflohen, durch einen unglücklichen Zufall blieb Inge zurück und Wanda. Jetzt sind die beiden aufeinander angewiesen, denn auf der Flucht ist sich jeder selbst der Nächste, Diebstähle häufig und außerdem die Russen dicht hinter ihnen. Und die sind nicht gut auf Deutsche zu sprechen.

Noch ein Roman über den zweiten Weltkrieg, Nazis, Flucht und Vertreibung? Gibt es da nicht schon genug?

Doch Gina Mayer gewinnt dem Thema neue Seiten ab und kann außerdem ein ungewöhnliche, spannende Geschichte erzählen. Weil sie nicht die übliche Liebesgeschichte gewählt hat, nicht die üblichen Helden, die alle nie Nazis waren. Sondern zwei Mädchen, die jede auf ihre Art ihre Schattenseiten haben, die sich anfänglich bekriegen und dann doch zusammenraufen.

Und weil sie mit der Polin eine Protagonistin hat, die die deutsche Besatzung in Polen miterlebt hat und deshalb eine Menge fast unglaublicher Details aus dieser Besatzungszeit erzählt.

Vor allem aber, weil sie spannend und gekonnt erzählen kann. So ist ein Buch entstanden, dass nicht nur neue Aspekte des zweiten Weltkriegs beleuchtet, die vielen unbekannt sein dürften, sondern sich liest wie ein Thriller, den man auch als Erwachsener nicht aus der Hand legen mag.

(C) Hans Peter Roentgen
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