Ein gelungener Beginn einer neuen Fantasy-Saga, wo man wirklich gespannt sein kann, wie es weitergeht. Besonders eindrucksvoll sind der Beginn und das Finale des Buches. Keyes schildert
auf den ersten 23 Seiten in einem Präludium den Aufstand der versklavten Menschen gegen ihre allmächtigen und magiebewanderten Unterdrücker. Ultrahartes Kriegsgeschehen wird hier schnell und ohne viel Schnörkel beschrieben. Besonders gelungen ist die Szene, wo der Krieger Carsek vor den Toren der Skasloi-Festung gegen die hünenhaften Vhomar kämpft und ihn plötzlich, in völliger Lautlosigkeit, die Bilder des Gemetzels in grellen, blitzartigen Eindrücken zu übermannen drohen. Erinnert sehr stark an „Private James Ryan" und die Landungszenen an der Küste, ist deswegen aber nicht minder eindrucksvoll.
Äusserst spannend sind auch die finalen Kapitel des Buches, wo alle Hauptakteure des Buches, ihre bis dahin schwersten Kämpfe und Prüfungen zu bestehen haben. Auch Figuren, von denen man es eigentlich nicht erwartet hatte, müssen sterben. Greg Keyes geizt bei seinen Schilderungen des Kampfgeschehens nicht mit anatomischen Details. Man kommt mit dem umblättern gar nicht so schnell hinterher, wie man weiterlesen will.
Etwas weniger erfreulich fand ich dagegen die Figur des Cazio Pachiomadio da Chiovattio. Oh Gott, was für ein Name. Die beschriebene Person, die sicherlich für die Geschichte sehr wichtig ist, neben der dazugehörigen Umwelt inklusive Degenduellen, fand ich irgendwie deplaziert.
Erinnerte irgendwie an diese billigen, italienisch-französischen Kostümschinken der 60er Jahre.
Ich persönlich mag lieber „gängige" Fantasy mit Schwert, Schild und Magie, wie sie aber auch überwiegend im Buch zu finden ist.
Noch kurz etwas zur Covergestaltung. Mal wieder hat es Blanvalet nicht geschafft, etwas gleichwertiges zu den englischsprachigen Ausgaben auf die Beine zu stellen. Zwar ist so eine Fotomontage an sich in Ordnung und das man ein rothaariges Mädchen als Darstellung der Prinzessin Anne gewählt hat ist auch okay und der Rauschebart mit Schwert und Krone im Hintergrund, gut, warum nicht. Aber, was haben diese kleinen fliegenden, womöglich pausbäckigen Engel auf dem Frontcover zu suchen. Nichts! Mit keiner Silbe werden die in dem Buch erwähnt. Kitchig und höchst überflüssig.
Also, alles in allem ein nettes Buch ohne große Hänger, wobei man sich sicher schon auf den zweiten Teil freuen kann.