Die Handlung des Romans ist schnell rekapituliert: Einem berühmten fiktiven Pianisten wird ein unbekanntes Manuskript einer Ballade Chopins zugespielt, das einer jungen Frau gewidmet ist und von dessen Existenz der Öffentlichkeit bisher nichts bekannt gewesen war.
Der Pianist gelangt mit Hilfe eines dubiosen Sowjet-Flüchtlings und seines Freundes James, der - nachdem er die Fähigkeit zum Klavierspiel verlor, sich ein Panoptikum wunderlicher Musik-Maschinen anlegte - nicht nur an ein brisantes Manuskript, das eine lange Reise hinter sich hat, sondern der Pianist gelangt zu Chopins geheim gehaltener Liebschaft zu Solange Dudevant, Tochter seiner langjährigen Weggefährtin George Sand.
Rund um Chopins Opus 52 entfaltet Cotroneo ein leidenschaftliches Porträt der klassischen Klaviermusik und besticht durch vielfältige technisch-mechanische wie auch philosophisch-musikalische Erklärungen und fast rührende, poetische Bilder. Da ist etwa vom Grundrauschen des Universums die Rede und der Frage, welches Instrument dieses Rauschen wohl produzieren könnte und um welchen Akkord es sich handeln müsse. Da sind auch kleine Episoden aus der Vergangenheit des Pianisten, wie auch seines Freundes James, die das Talent Cotroneos sichtbar werden lassen, in wenigen Sätzen das Panorama einer Geschichte entstehen zu lassen, an deren Wahrhaftigkeit der Leser keinen Augenblick zweifeln wird.
Ein Roman für alle Liebhaber klassischer Musik. Kein Krimi, keine unaushaltbare Spannung, wohl aber ein stimmiges, in sich geschlossenes Porträt der Liebe zur Musik, ähnlich poetisch mit einem leichten, aber liebenswerten Hang zum italienischen Kitsch wie auch Cotroneos Roman »Diese Liebe«, der hiermit ausdrücklich ebenfalls zur Lektüre empfohlen sei.