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Die verlogene Gesellschaft
 
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Die verlogene Gesellschaft [Broschiert]

Oswald Metzger
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 224 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Berlin (6. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871346241
  • ISBN-13: 978-3871346248
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 331.852 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Oswald Metzger
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Titel deutet es bereits an: Hier schreibt sich jemand den Frust von der Seele. Und Metzgers Lamento lautet: „Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten über unsere Verhältnisse gelebt und den Staat mit immer mehr Ansprüchen überfordert.“ Aber nicht nur das. An dieser Misere seien die Menschen selbst Schuld, denn sie wählen nur die Politiker, die Unbezahlbares versprechen, so der Finanzexperte zur angespannten Lage der Nation.

Oswald Metzger, der 2008 von den Grünen zur CDU wechselte, ist kein Mann der Zwischentöne. Folglich bekommen in seiner Streitschrift viele ihr Fett ab. Als Beispiel für unaufrichtige Politik nennt Metzger die Forderung von Jürgen Rüttgers, Gerhard Schröders Agenda 2010 aufzuweichen. Denn dabei ging es dem CDU-Ministerpräsidenten laut Metzger nur darum, in sozialdemokratischen Gewässern zu fischen und seine Macht zu festigen. Bei Ex-Kanzler Schröder gefiel Metzger wiederum nicht, wie er Paul Kirchhofs Steuerpläne vor der Bundestagswahl 2005 populistisch diskreditierte. Außerdem brandmarkt der Baden-Württemberger die Pflegeversicherung als Erbenschutzprogramm sowie den Mindestlohn als Irrweg. Der Durchschnittsbürger wiederum verstehe viel zu wenig von wirtschaftlichen Zusammenhängen, und das Fernsehen banalisiere, so ein Teil der im Buch erhobenen Vorwürfe.

Immer wieder warnt Oswald Metzger eindringlich vor der stetig steigenden Staatsverschuldung. Wenn der Baden-Württemberger Auswege aufzeigt, bleiben seine Vorschläge allerdings oft allgemein, zum Beispiel wenn Volksabstimmungen auf Bundesebene gefordert werden. Und dass die Lohnnebenkosten gesenkt werden sollten - wer will ihm da prinzipiell widersprechen? Auf alle Fälle bleibt Metzgers grundsätzlicher Appell an uns mündige Mitbürger, mehr Gemeinsinn sowie Initiative zu zeigen und nicht immer gleich nach dem Staat zu rufen. Noch mehr konkrete Verbesserungsvorschläge hätten dabei die Gefahr gebannt, dass Metzgers aufrüttelndes Donnerwetter zu schnell verpufft.
- Herwig Slezak

Kurzbeschreibung

Immer, wenn Wahlen bevorstehen, greitft der gleiche Reflex: Die Parteien versprechen das Blaue vom Himmel, und wir Bürger wollen es glauben. Dies hat in Deutschland System, und es führt nicht nur dazu, dass keine echten Reformen mehr möglich sind: Die Demokratie droht sich selbst zu zerstören. Politiker sind allzu oft von Eigennutz getrieben und streben vor allem nach Machterhalt. Zurecht fordern wir von ihnen mehr Verantwortung. Doch für unser eigenes Handeln scheint dies nicht zu gelten. Wir wollen länger im Wohlstand leben, aber weniger arbeiten; wir wollen Mindestlöhne, und gehen auf Schnäppchenjagd; wir zeigen auf die reichen Steuersünder und halten unsere eigenen Schummeleien für Bagatellen. Die verlogene Gesellschaft hat jedes Augenmaß verloren. Aufgrund langjähriger Erfahrungen im Politikbetrieb und anhand vieler Beispiele zeigt Oswald Metzger, dass es fast unmöglich geworden ist, in Deutschland notwendige Veränderungen durchzusetzen: weil in den Parteien der Opportunismus regiert und wir Bürger unbequeme Wahrheiten gar nicht erst hören wollen. Eine furiose Kritik an der herrschenden demokratischen Kultur – und ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Verantwortungsgefühl und Augenmaß in der Politik.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stevo
Format:Broschiert
Oswald Metzger - Ex-Grüner und Neu-Christdemokrat - klagt an und jeder bekommt sein Fett weg. Ob Politiker oder Manager, ob Arbeiter oder Hartz-IV-Empfänger, ob Spitzensportler oder Beamter - alle werden sie von Metzgers pointiert vorgetragener Kritik getroffen.
Das Hauptanliegen des Buches ist folgendes: Der Autor will mit seinem Buch zeigen, dass der Opportunismus in gleichem Maße die Politik und uns Bürger erfasst hat. Es stellt darüber hinaus auch die Kernfrage: Was können wir tun, damit das Gemeinwohl nicht unter der Last der Einzelinteressen zerbricht?
An diese Kernfrage schließt sich eine ca. 200-seitige Kritik an. Dabei begeht er zumindest einen Kardinalfehler, indem er selbst einem seiner zentralen Vorwürfe unterliegt. So zitiert er den leider verstorbenen amerikanischen Medienwissenschaftler Neil Postman, der den Begriff "Infotainment" geprägt hat, der im Kern besagt, dass durch die neuen Medien (damit meinte Postman das Fernsehen) eine Vermischung von Information und Unterhaltung gefördert werden und damit die rationale Urteilsbildung des Publikums - eine der wesentlichen Grundlagen der Aufklärung - zerstört würde. Zudem werde der Zuschauer mit Informationshäppchen versorgt, doch die Hintergründe würden oft verschwiegen oder Zusammenhänge nicht dargestellt, da der Unterhaltungswert gering sei und der Konsument schnell zur Fernbedienung um das Programm zu wechseln.
Ich teile ausdrücklich die Auffassung Metzgers, die sich an diejenige Postmans anlehnt, doch leider präsentiert auch er in seinem Buch zumeist Informationshäppchen und reißt die Hintergründe bestenfalls an. So stecken in diesem Buch sicherlich viele kluge Gedanken und Ideen, doch die Hartz-IV-Reformen auf 13 Seiten, gefolgt von der Rentenproblematik auf 17 Seiten und den Mindestlöhnen auf 12 Seiten neben vielen weiteren Themen abzuarbeiten, wird dem Anspruch auf eine detaillierte Analyse leider nicht gerecht.
Zudem kritisiert Metzger gern und viel - bei der Präsentation von Lösungen ist er aber leider weniger gesprächig. Da hätte ich mir deutlich mehr erwartet.

Aufgrund der geäußerten Kritikpunkte gebe ich 3 von 5 Sternen für ein durchaus unterhaltsames und erhellendes Buch, das aber leider zu selten wirklich konstruktiv wird.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mimir TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Oswald Metzger ist 'Distinguished Fellow' des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Er möchte in seinem schmalen Buch vom März 2009 darlegen, »was wir tun können, damit das Gemeinwohl nicht unter der Last der Einzelinteressen zerbricht«. Er versucht, der Politik und dem mündigen Bürger einen ehrlichen Spiegel vorzuhalten. Dazu thematisiert er im ersten Teil seines Buchs Hartz IV, Rente mit 67, ausufernde Beamtenpensionen, Steuerhinterziehungen im großen und kleinen Rahmen, Zwei-Klassen-Medizin, die finanziellen Schieflagen in den Sozialversicherungen allgemein. Er folgert: »Soziale Gerechtigkeit kann auf Dauer nur funktionieren, wenn der Sozialstaat auch von seinen Bürgern soziale Verantwortung einfordert.« Das bedeutet auch mehr interfamiliäre Solidarität und persönliche Verantwortung. Seine Ausführungen, auch zur Agenda 2010, sind einleuchtend, wenn auch nicht originell.

Der zweite Teil seines rund 200-seitigen Werks handelt um die Unehrlichkeit in der Politik. Dabei stellt Metzger die große Koalition als unfähig dar, Oskar Lafontaine ist für ihn offensichtlich der böse Polemiker schlechthin. Im abschließenden dritten Teil unterstellt er mehr oder weniger allen Deutschen ökonomischen Analphabetismus und schließt mit einer Tirade gegen alle, die seine nutzvolle Wiederkehr in den deutschen Bundestag hintertrieben haben. Oswald Metzger schaffte es bekanntermaßen nicht, sich nach seiner Abkehr von den Grünen gegen alteingesessene CDU-Granden in Oberschwaben durchzusetzen, um 2009 erneut in den Bundestag einzuziehen; diesmal für die CDU.

Seine Analyse der aktuellen Gegebenheiten und der jüngeren Vergangenheit ist sicherlich zutreffend. Doch Oswald Metzger zeigt keine begehbaren Wege aus den verfahrenen Situationen auf. Er arbeitet mit Zahlen, die auf Schätzungen des DIW beruhen, anstatt die Empirie zu bemühen. Er erkennt eine Infantilisierung der Gesellschaft, doch er weist keinen Weg aus der leeren Welt des Infotainment, der er sich selbst bedient. Er unterstellt allen Politikern machtpolitischen Opportunismus und ist keinesfalls davon frei. Er pauschalisiert, ist spekulativ, einseitig und undifferenziert; er verkürzt und wiederholt sich gerne; er entwickelt aber keine Vision, keine Idee oder zumindest eine reale Perspektive für eine wirklich am Gemeinwohl orientierte Gesellschaft. Er ist wirtschaftspolitisch auf eine neoliberale Position eingefahren, vergisst dabei die Bedeutung der Binnennachfrage für unsere sicherlich exportorientierte Wirtschaft. Gerade der von der Binnenmarktentwicklung abhängige Mittelstand wie der kleine Handwerker, die Gastronomie oder der Einzelhandel ist auf die positive Entwicklung der Löhne seiner Kunden angewiesen.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Metzger Fakten über alles stellt, dass er insgesamt leider die Menschen vergisst; sie auf das Dasein als WählerInnen reduziert. Er verteidigt mit eigenwilligen Argumenten die Kopfpauschale. Großkonzerne, der Einfluss der Medien, die mächtigen Lobbyverbände werden von ihm nur am Rande erwähnt. Ihm fehlen offensichtlich die grundlegenden soziologischen, psychologischen, philosophischen oder gar theologischen Kenntnisse, um seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Dafür spürt man gerade auf den letzten Seiten seine verletzte Eitelkeit.

Eine nette Pointe zum Schluss: Metzger versucht, die Sprache der Berufspolitiker zu entlarven und übersetzt 'Wir müssen die Wähler mitnehmen' mit 'Wir müssen die Wähler mit neuen Versprechen ködern'. Wenn man 'Wähler' durch 'Menschen' ersetzt, dann ist das genau die Floskel, die Tanja Gönner, Metzgers Parteifreundin aus Sigmaringen und baden-württembergische Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, kürzlich für den Einstieg bei den Schlichtungsgesprächen zu 'Stuttgart 21' verwendete.
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15 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Die verlogene Gesellschaft
In 18 Kapiteln auf 217 Seiten beschreibt der Autor in drei großen Teilen: "Der alltägliche Widerspruch", "Projekt Ehrlichkeit - ein Lehrstück" und "Reformangst trifft auf Reformzwang - vom mühsamen Prozess der Veränderung" seine Erfahrungen mit Deutschland.
Der nicht immer einsame Wanderer von der SPD (1973 - 1979) zu den Grünen (1987 - 2008) und von dort zur CDU (seit 2008) macht es sich und uns nicht leicht. Er ist sich auf seinem Weg wohl immer treu geblieben in seinen Grundsätzen - und die Parteien haben sich gewandelt.
Er sieht sich als einen Mann mit Authentizität - eine Eigenschaft, die er auch Gregor Gysi, Peter Gauweiler, Friedrich Merz, Franz Müntefering, Horst Seehofer und Hans-Christian Ströbele zuerkennt.
Nicht eben viele. Woran liegt das?
Die Politiker werden, wenn sie dem Wähler auch nur verhalten die Wahrheit vortragen, abgestraft.
Beispiel Schwarzarbeit: Wir regen uns über Zumwinkel auf, zahlen unsere Putzfrau aber schwarz und kassieren die Kilometerpauschale, obwohl wir Fahrgemeinschaften bilden. Wir können nicht immer früher in Rente gehen und immer älter werden und immer mehr Rente wollen. Wir können nicht immer höhere Löhne fordern und gleichzeitig möglichst billig einkaufen wollen.
Wer Mindestlöhne fordert, muss wissen, dass die nicht dabei helfen können, ohne staatliche Zusatzleistungen leben zu können. Ein Alleinverdienender mit 2 Kindern muss bei einer Vollzeitstelle auf mehr als 2050 ¤ Bruttoeinkommen kommen, damit er über die Grenze der staatlichen Zuschüsse kommt. Das entspricht einem Stundenlohn von fast 13,00 ¤. Da führt ein Mindestlohn von 7,50 ¤ noch lang nicht zu einem Einkommen, mit dem man angemessen leben kann.
An vielen Beispielen (u. a. Krankenversicherung und Kopfpauschale, Berufsbeamtentum, Altersversorgung, Pflegeversicherung) lernt der Leser, vordergründige Argumente und tatsächliche Auswirkungen zu unterscheiden.
So kommt es, dass die Linke, die ihren Wählern Segnungen verspricht, die keiner bezahlen kann, mit Wählerstimmen belohnt und die, die versuchen, die immer schlimmer werdende Verschuldung zu Lasten der nachfolgenden Generationen zu verhindern, abgestraft werden.
Oswald Metzger ist im Lauf seines Lebens einsam geworden. Er hat das Landtagsmandat, das er auf der grünen Landesliste errungen hat (und mit knapp 17% der Wählerstimmen im Landkreis Biberach die SPD auf den Platz nach den Grünen verwies), den Grünen bei seinem Austritt aus der Partei zurückgegeben und sich bei der CDU für die Bundestagswahl 2009 in zwei Wahlkreisen der Basis gestellt, die ihrerseits durch massenhafte Neu-Eintritte verhindert hat, dass er zum Bundestagskandidaten nominiert wurde.
Man muss sich um ihn keine Sorgen machen. Aber man kann seine Bitterkeit nachempfinden. Und hoffen, dass viele sein Buch lesen. Denn man kann uns nur so weit belügen, wie wir uns belügen lassen wollen.
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