Geweckt wird um halb sechs. Nach dem Frühstück geht es in die Schule, dann gibt es Mittagessen, danach 60 Minuten Freigang auf dem Hof. Nachmittags wird gearbeitet, und nach dem Abendessen um 18 Uhr werden die Zellen geschlossen.
Was ist das für ein Gefühl, eingesperrt zu sein? Patrick ist 16 und zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt. Ein Jahr, das sind 365 Tage hinter Gittern, ohne Spaziergänge im Wald, Besuche bei Freunden oder Abende in der Disko. Ohne die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen.
Patrick hat in Kaufhäusern gestohlen, alten Leuten die Handtaschen geraubt und schließlich einen Mitschüler niedergestochen. Er wird schnell wütend, lässt sich provozieren und schlägt dann zu. Warum? Weil er nie wirkliche Freunde hatte? Weil seine Mutter trinkt und sich nicht um ihn kümmert? Weil er mit Schlägen und Gewalt aufgewachsen ist?
Straffällige Jugendliche sind in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. Mit viel Einfühlungsvermögen erzählt Jana Frey die Geschichte eines Jungen, der kaum eine andere Chance hatte. Und nach zahlreichen Rückschlägen dennoch Mut schöpft.