.... und auch deshalb ist dieses Buch so besonders wertvoll.
Der Herausgeber:
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Hubertus Knabe wurde 1959 in Unna geboren und ist wiss. Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Von 1992 bis 2000 war er in der Forschungsabteilung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (Gauck-Gehörde) tätig. Er ist Autor weiterer Veröffentlichungen über die DDR und Osteuropa uind auch Experte für die Westarbeit der Stasi. Zuletzt erschienen von ihm die Bestseller Die Täter sind unter uns, Gefangen in Hohenschönhausen und Honeckers Erben.
Inhalt und Gliederung:
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Das Buch ist in Einführung
Von Hubertus Knabe (Leitwort)
Nach dem Mauerbau
Uwe Rath: "Es wird schon klappen"
Karl-Heinz Richter Bahnhof Friedrichstraße
Wolfgang Welsch: Ende einer Flucht
Ulbrichts letzte Jahre
Werner Bäcker Game over
Anatol Rosenbaum: Das Schachspiel
Amanda Bohlken: Ein bisschen Sterben
und drei weitere Kapitel mit jeweils 3 Untertiteln
einem Bildteil
einem Abkürzungsverzeichnis
den Autoren
Quellenverzeichnis
Personenregister
untergliedert.
meine Meinung zum Buch:
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Diesen Bericht muss ich mit meiner eigenen Meinung beginnen, weil ich wirklich zutiefst erschüttert bin, was in der damaligen Zeit passierte, was man so nicht ahnte, was aber zum Glück auf Grund solcher Bücher nicht in Vergessenheit gerät.
Was diese Menschen durchmachen mussten, weil sie zu ihrer Überzeugung standen, ihre Meinung äußerten, ihr Leben so in die Handnehmen wollten, wie sie es sich vorstellten und nicht diktieren lassen wollten, das ist hier in diesem Buch auf Grund und mittels zahlreicher Erlebnisse festgehalten für die Ewigkeit.
Die Berichte sind sehr erschütternd und zu Herzen gehend geschrieben. Sie sind in der Ich-Schreibweise verfasst, als ob jemand z.B. auf Interviewfragen antworten und sich erinnern würde. Sie lassen die Zeit und die Geschehnisse dem Leser sehr real und wahrhaft vor Augen führen und machen so manche Gänsehaut locker. Wenn man bedenkt, dass diese wahnwitzigen Dinge wahrhaftig passierten, dann kann man teilweise nur mit dem Kopf schütteln.
Ich möchte hier nur ein Beispiel anführen:
Das Kapitel "SPÄTE DDR" befasst sich mit den späten 80er Jahren, als di eUnzufriedenheit wächst unter den DDR-Bürgern. Junge Menschen versuchten aus ihrem Land zu flüchten. Zehnntausende wollten durch einen Ausreiseantrag oder die Besetzung einer westlichen Botschaft ein selbstbestimmtes Leben erreichen.
Ernst Hubert von Michaelis (geb. 1949) war Bürgermeister der hessischen Stadt Arolsen und wurde im Dez. 1984 verhaftet, weil er sieben Jahre zuvor versucht hatte, Freunden aus der DDR zur Flucht zu verhelfen. Bis April 1985 war er in der Untersuchungsanstalt des DDR-Staatssicherheitsdienstes in Berlin-Hohenschönhausen und anschließend in der Sonderhaftanstalt Bautzen II inhaftiert.
Er schreibt über seine schrecklichen und unvergesslichen traumatischen Erlebnisse: u.a.
Am 14. Dezember 1984 starteten wir gegen 7.00 Uhr im hessischen Arolsen. Gegen 9.50 Uhr ererichten wir den Grenzübergang Marienborn hinter Helmstedt, eine Fahrspur für Transitreisende war offen. Man gab dort die Ausweise an einem Kontrollpunkt ab, die Ausweispapiere wurden dann über ein Förderband parallel zum Fahrstreifen etwa 80 Meter weiter in eine Baracke befördert. Als wir beim zweiten Kontrollposten ankamen und zur Abfertigung anstanden, bewegte sich nichts. ...
.... Der Hauptmann macht mich darauf aufmerksam, dass nun das erste Verhör stattfinden würde. Ich wurde auf die Rechte nach dem DDR-Strafrecht aufmerksam gemacht. Man las mir den Paragraphen vor, auf den offensichtlich seit 1977 ein Haftbefehl für mich ausgestellt war ...
... Am späten Vormittag wurde ich durch die Klappe an der Tür gefragt, ob ich Freigang haben wolle. Ich bejahte das. Ich wurde nach draußen geführt. In dem Freihof befanden sich zwölf Zellen, etwa drei mal acht Meter groß, in denen man den Freigang abwickeln konnte ....
packend und einfühlsam geschrieben und zusammengefasst, super recherchiert und wahrheitsgetreu niedergeschrieben, ist dieses Buch mit seinen zahlreichen unterschiedlichen Lebensgeschichten, Erlebnissen und Dokumentationen einer schrecklichen Zeit innerhalb unserer Heimat ein Zeitzeugnis, welches unbedeingt eine hohe Wertung erfahren muss.
Auch die mehrseitige Einführung ist sehr gut geschrieben, sodasss man eine top Einführung in das Thema erhält, auch, wenn man sich nicht im Vorfeld mit der Thematik auseinandergesetzt hat. Zahlen und Fakten rund um das Thema Flucht sind zusammengetragen. Erschütternd finde ich, dass bis heute nicht bekannt ist, wie viele Menschen bei der Flucht ihr Leben verloren haben. Geschichtliche Fakten nennt der Herausgebeer in seiner Einleitung, die er sehr spannend verfasst, sodass man schon hier am Buch kleben bleibt.
INHALT:
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Das Kapitel "NACH DEM MAUERBAU" befasst sich mit der Zeit der Sperrung der Sektorengrenzen zwischen Ost- und Westberlin um den August 1961. Hier schildert Uwe Rath (Jahrgang 1940), der als Fluchthelferkuriert von Februar bis Juni 1963 in der Untersuchungshaftanstalt des Staatssicherheitsdienstes in Berlin-Hohenschönhausen und auch in der Sonderhaftanstalt Bautzen II inhaftiert war, seine Erlebnisse. Dies und viele andere Erlebnisse und Lebensgeschichten bis ins Jahr 1987 mit Mario Röllig, der über Ungarn fliehen wollte und von Juli bis September 1987 in Hohenschönhausen inhaftiert war, sind im Buch eingehend und detailliert von den Menschen wiedergegeben, die sie erleben mussten.
LESEEMPFEHLUNG !!!
Ein mehrseitiger s/w-Bildteil rundet die Komplettheit des Buches ab und lässt dem Leser bildhaft vor Augen führen, was er im Vorfeld gelesen hat.Ob es die Grenzbefestigungsanlagen oder die Haftanstalten sind, oder aber Bilder vom Fall der Mauer, sie verdeutlichen nochmals, was im Buch beschrieben und festgehalten wurde.
Es werden sowohl die Fluchtversuche in aller Detailliertheit, als auch die Haftzeit mit ihren Geschehnissen geschildert. Auf welche absurden Ideen die Menschen kamen, um aus der DDR zu fliehen, man sollte es nicht meinen ... aber lest selber, es liest sich wie ein Krimi, ist aber leider bittere Realität gewesen.