Produktinformation
|
Tags(Was ist das?)Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte. |
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
|
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lehrreich und interessant,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die vergessenen Erfinder: Wie im Mittelalter die moderne Wissenschaft entstand (Gebundene Ausgabe)
Der britische Historiker James Hannam hat ein vielbeachtetes Buch vorgelegt, das den Titel trägt 'God's Philosophers. How the Medieval World Laid the Foundations of Modern Science'. Es war im Jahr 2010 für den 'Book Prize' der Royal Society nominiert. Dank der Übersetzungstätigkeit von Katrin Krips-Schmidt und der Bereitschaft des St. Ulrich Verlags Augsburg ist dieses Buch nun 2011 auf Deutsch erschienen: 'Die vergessenen Erfinder. Wie im Mittelalter die moderne Wissenschaft entstand'.Auf 448 Seiten (inkl. Zeittafel, Liste der Schlüsselfiguren und Anmerkungsteil) wird die wechselvolle Geschichte mittelalterlicher Pioniere der später in der Neuzeit ausdifferenzierten Naturwissenschaften und der damit verbundenen technischen Anwendungen aufgespürt und dargestellt. Die Wegbereiter der modernen Naturwissenschaft kommen oft aus dem Bereich von Theologie und Philosophie, aber auch aus den Gebieten der Astrologie und Astronomie sowie der Alchemie und der sich erst allmählich entwickelnden Medizin. Die überaus detailreiche und kundige Darstellung verweist undifferenzierte Pauschalurteile ('Finsteres Mittelalter') in das Reich der Legende. Es gibt, wie wohl in jeder geschichtlichen Epoche, vielmehr ein Auf und Ab von Fortschritt und Niedergang. Wichtige Entdeckungen wurden oft eher zufällig gemacht; manchmal wissen wir nicht einmal mehr den Namen des Entdeckers oder Erfinders, wie bei der Brille oder der mechanischen Uhr. Das scholastische Denken öffnete den Weg für eine wissenschaftliche Systematik und empirische Absicherung auch im naturwissenschaftlichen Bereich. Gerade die mittelalterliche Kirche erwies sich trotz ihres großen gesellschaftlichen Einflusses in dieser Hinsicht nicht als Bremse des Fortschritts, sondern als Instanz, die von der Glaubenswahrheit der guten Schöpfung Gottes, die sich der Mensch untertan machen solle, zu Wissenschaft und Forschung ermutigte, im Dienst des Wohls der Menschen und zur Ehre Gottes. Dabei wurden auch Erkenntnisse aus dem nichtchristlichen Raum rezipiert und in eigenständiger Forschung vorangetrieben. Aus der Vielzahl der naturwissenschaftlich-technischen Pioniere seien hier nur Roger Bacon, Richard von Wallingford, Nikolaus Kopernikus und Galileo Galilei genannt. Sie und viele andere werden in ihrer Biografie und in dem, was zu ihren Entdeckungen führte, ausführlich dargestellt. Ein interessantes und lehrreiches Buch! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Mittelalter und Wissenschaft - vorurteilsfrei gesehen,
Von Dr. Stefan Hartmann (Oberhaid) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die vergessenen Erfinder: Wie im Mittelalter die moderne Wissenschaft entstand (Gebundene Ausgabe)
Es ist trotz diverser Mittelalter-Moden und längst vorhandenen objektiveren Sichtweisen immer noch ein weit verbreitetes Klischee, vom "finsteren Mittelalter" zu sprechen. "Mittelalterlich" gilt als Synonym für geistige Rückständigkeit, für Unfreiheit, Folter und Hexenwahn, für religiöse Diktatur und Wissenschaftsfeindlichkeit. Erst ein Leonardo da Vinci, die Renaissance und die Reformation des 16. Jahrhunderts, hätten dieses dunkle Zeitalter beendet. Obwohl eine nüchterne Forschung schon längst zu anderen Ergebnissen und Einschätzungen kommt (etwa Jacques Le Goff, Régine Pernoud, Ferdinand Seibt, Kurt Flasch, Arnold Angenendt, Johannes Fried), sind die Vorurteile immer noch verbreitet und bedürfen einer weit ausholenden sachlichen Widerlegung, wie sie nun James Hannam (Grafschaft Kent) mit dem höchst informativem Werk "Die vergessenen Erfinder. Wie im Mittelalter die moderne Wissenschaft entstand" vorgelegt hat. Das in England sehr erfolgreiche Buch war im Jahr 2010 für den Book Prize der Royal Society nominiert und wurde nun vom Augsburger Sankt Ulrich Verlag in sehr gelungener deutscher Übersetzung vorgelegt.Faszinierend und in dieser Weise einmalig ist, wie Hannam geistes- und naturwissenschaftliche Analysen verbindet und sich ergänzen lässt. Ohne die mittelalterlichen Vorarbeiten, die das griechische, römische und islamische Weltwissen rezipierten und integrierten, hätte es weder einen Galilei noch einen Newton gegeben. Scheinbar alltägliche Dinge wie Brille oder Linse, Kompass oder Uhrwerk, wurden lange vor dem Jahr 1500 erfunden. Auch der moderne universitäre und aristotelische Wissenschaftsbegriff als "scientia" hat seine Wurzeln im Mittelalter bei Anselm von Canterbury, Abaelard und Thomas von Aquin. Hannam sieht eine "Verunglimpfung des Mittelalters" seit dem Humanismus, der das mittelalterliche Latein als "barbarisch" (vulgaris) betrachtete, und dem englischen Empirismus von Francis Bacon, David Hume und John Locke. Diese antimittelalterliche Arroganz setze sich dann in der "Aufklärung" fort bei Voltaire und den Enzyklopädisten. In exakt und verständlich ausgearbeiteten Kapiteln wird dagegen vom Autor die wissenschaftliche und erfinderische Leistung des Mittelalters thematisch aufgezeigt - ob es sich um Medizin, Anatomie oder Alchemie, Mathematik, Astronomie oder Physik handelte. Dabei begegnen die Oxforder Genies wie Roger Bacon, Robert Grosseteste und Richard von Wallingford. Viele weitere Erfinder und Forscher werden vorgestellt, etwa auch der in Rom wirkende Astronom "Regiomontanus" aus Königsberg in Bayern. Zwei Kapitel behandeln Nikolaus Kopernikus, drei Galileo Galileis Auseinandersetzungen und seine erkenntnistheoretischen Wurzeln im Mittelalter: "Galilei fasste viele der Stränge mittelalterlichen Denkens zusammen, um daraus die Basis der modernen Wissenschaft zu formen" (21). Es kann hier nur angedeutet werden, welchen Materialreichtum das Buch von James Hannam enthält. Eine Zeittafel und eine Liste der Schlüsselfiguren ergänzen den Text, der sich in seiner angelsächsischen Nüchternheit an die (leider nicht erwähnten) deutschen Mediävisten Kurt Flasch ("Das Licht der Vernunft. Die Anfänge der Aufklärung im Mittelalter", München 1997) und Johannes Fried ("Aufstieg aus dem Untergang. Apokalyptisches denken und die Entstehung der modernen Naturwissenschaft im Mittelalter", München 2001) anschließen könnte. Aufgrund seiner Allgemeinverständlichkeit, didaktischen Konzeption und informativen Reichhaltigkeit eignet sich "Die vergessenen Erfinder" besonders auch für jüngere Leser und zur Gestaltung des Schulunterrichts in den Fächern Geschichte oder Philosophie. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
|
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|