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Der exzentrische Professor George Challenger (Bob Hoskins) ist halsstarrig davon überzeugt, dass es in einem abgelegenen Winkel des Amazonasgebiets noch heute Dinosaurier gibt. Ausgerüstet mit einer alten Landkarte des sagenumwobenen Gebiets macht er sich mit seinem Team, dem Wissenschaftler Professor Summerlee (James Fox), Abenteurer Lord Roxton (Tom Ward) und dem jungen Journalisten Edward Malone (Matthew Rhys) nach Südamerika auf. Auf ihrer langen Reise stoßen Reverend Theo Kerr (Peter Falk) und seine abenteuerlustige Nichte Agnes Clooney (Elaine Cassidy) zu der Gruppe. Am Ziel ihrer Träume, auf dem abgelegenen Plateau, entdecken sie nicht nur die herbeigesehnten Dinosaurier, sondern auch einen Indianerstamm und deren natürliche Feinde, eine merkwürdige affenartige Spezies. Schon bald geraten die Abenteurer zwischen die Fronten.
Obwohl die Prämisse des Films in den 90er-Jahren arg strapaziert wurde, ist Die vergessene Welt mit seinen gut zweieinhalb Stunden Spieldauer ein durchaus unterhaltsames Unterfangen. Das liegt nicht nur an den erstaunlichen Produktionswerten (die beeindruckenden Außenaufnahmen wurden in Neuseeland gedreht) und den gelungenen Spezialeffekten, sondern auch an der Geduld, mit der man die Figuren einführt. Beinahe die gesamte erste Hälfte des Films wird darauf verwandt, Professor Challenger und sein Team vorzustellen. Bis dann schließlich die Dinosaurier auftauchen, fühlt man sich mit seinen neu gewonnenen Freunden recht wohl und hat über die gesamte Länge des Films keine Probleme mehr, die Kapriolen des Drehbuchs zu verdauen und ordentlich mitzufiebern.
Selbstverständlich kann eine Fernsehproduktion schon alleine wegen des engeren Budgets nicht mit den großen Kino-Blockbustern und deren Staraufgebot mithalten. Regisseur Stuart Orme und sein Ensemble machen jedoch das Beste aus der Situation. Bob Hoskins verpasst dem enthusiastischen Challenger einen sympathischen Teddybär-Charme, James Fox überzeugt als ehrgeiziger Gegenspieler und auch die unvermeidliche Liebesgeschichte wirkt dank der gesunden Chemie zwischen Matthew Rys und Elaine Cassidy glaubhaft. Die vergessene Welt ist somit die ideale Ergänzung für einen kuscheligen Abend bei Lebkuchen und einer Tasse heißer Schokolade. --Thomas Reuthebuch
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Von Anfang an überzeugt der Film durch die perfekt besetzten Rollen: Der ruppige Forscher Challenger, der süffisante Summerlee, der zögerliche Malone, der kernige Roxton- sie alle werden perfekt verkörpert und wirken sehr lebendig. Auch die Story wird zügig in Szene gesetzt; dem Plan folgt ein relativ schneller Aufbruch, dann hat man Zeit, die Charaktere etwas näher kennen zu lernen. Einen starken Auftritt hat dann Peter Falk als tief gläubiger Reverend Kerr, der die Evolutionstheorie konsequent ablehnt. Seine Präsenz ist erstaunlich, zumal er sich in der Rolle völlig (auch optisch) vom Columbo- Klischée löst.
Die Akteure sind also eindeutig das große Plus des Films. Doch auch die Landschaftsaufnahmen wissen zu überzeugen, nicht nur durch ihre Verbindung mit den Wesen aus der Urzeit. Während im ersten Teil noch die Erschließung des Abenteuers im Vordergrund steht, ist der zweite von einer etwas bedauerlichen Hektik geprägt. Auf dem Plateau angelangt, wird die Gruppe sofort in Kämpfe mit (toll kostümierten, weil sehr individuell gestalteten) Affenmenschen verwickelt; es kommt eine nicht sehr schön anzusehende Brutalität ins Spiel. Leider werden die aufgeworfenen Fragen nach Moral, Instinkt, Intellekt nur kurz angerissen und nicht vertieft; erfreulich zumindest ist, dass keine plumpe Gut/ Böse- Verurteilung zwischen Affenmenschen und Indios stattfindet.
Es folgen dann die obligatorischen Kämpfe, die leider auch etwas einseitig präsentiert werden. Eine ebenso bedauerlich hektische Flucht schließt sich an, doch nicht alle werden das Plateau verlassen...
Im Vergleich zum ersten stürzt der zweite Teil in puncto Souveränität und Sorgfalt doch etwas ab. Zwar steigt die Spannung und intensivieren sich glaubhaft die Beziehungen zwischen den Mitgliedern der Expedition, doch wird dies etwas allzu routiniert dargeboten. Das eigentlich Ärgerliche aber ist, dass so vieles lieblos schnell abgehandelt wird und so einige Fragen offen bleiben (zumindest ist das im Film so, das Buch habe ich nicht gelesen): Weder wird eine Erklärung für das Verhalten der Affenmenschen gegeben, noch wird die Einmischung in die Kultur der Indios wirklich begründet oder kontrovers diskutiert. Ebenso fehlt generell ein wenig die Vertiefung von Handlungssträngen und Motiven. Reverend Kerr und sein Glaube wären einer weiteren Betrachtung ebenso wert gewesen. - Manche Stories, die auf einen Dreiteiler gestreckt werden, laufen sich tot- aber in diesem Fall wäre eine behutsame und fundierte Weiterführung über drei Fernsehabende gar nicht so verkehrt gewesen- immer vorausgesetzt, dass die Drehbuchautoren die Zeit sinnvoll nutzen.
Mein Fazit: Manches fehlt, aber vieles ist schon da- starke Darsteller, eine interessante, wenn auch etwas angestaubte Story, feine Spezialeffekte, Dialoge, die (etwas zu sehr) auf dem Teppich bleiben. Das zumindest ist erfreulich: Zum Schluss wird nicht gar zu sehr die Moral- und Anstandskeule geschwungen. Man wird zwar die letzte Sorgfalt vermissen, die den Unterschied zwischen einem guten Film und einem Klassefilm ausmacht- aber dieses Manko kompensieren die erwähnten Vorteile allemal. Also: Kaufen ist nicht verkehrt. :-)
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