Zuerst einmal ist "Die verbrannte Handschrift" ein richtig schöner Schmöker, in den man Hals über Kopf eintauchen kann - und es dauert vermutlich eine Weile, bis man sich im Hier und Jetzt wiederfindet. Rona, die vierzehnjährige Protagonistin, ist vielleicht ein bisschen ungeschickt, aber voll des guten Willens, liebenswert, manchmal tollkühn, sehr verliebt und äußerst sympathisch. Wer hätte nicht gern so eine Freundin? Ihre abenteuerliche, märchenhafte und doch realistische Geschichte (ein wunderbarer Balanceakt, der Kathrin Lange da geglückt ist) lässt den Leser nicht los und geht ihm gewiss noch lange im Kopf herum. Dass man nebenher auch noch so einiges aus der deutschen Geschichte gelernt hat, fällt zunächst gar nicht auf. So sollte ein guter historischer Roman sein - und es spielt dabei keine Rolle, ob er "nur" als Jugendbuch deklariert wurde.