Die Königin der Herzen ist in diesem Buch mal nicht Lady Di, sondern hier geht es um Sophie Dorothea, die als "Prinzessin von Ahlden verhöhnt war.
Bilder sind keine im Buch enthalten. Nur am Beginn ist ein Bild der Prinzessin von Hannover Sophie Dorothea zu sehen, welches in Natura in Öl auf Leinwand zu sehen ist und von Louis Ferdinand ca. 1682 gemalt worden sein soll.
Sophie Dorothea lebte von 15.09.1666 (geboren in Celle) bis zum 13.01.1726 (gestorben in Ahlden).
Ihre Geschichte ist von Verbannung geprägt und das nur, weil sie außerhalb ihrer Ehe jemanden geliebt hat. So hart wurde zu damaligen Zeiten verfahren.
Im Anhang ist eine Karte zu sehen, die die Schauplätze dieser Affäre, dieses Romans zeigt und eine Tafel mit den Welfen zur Zeit des Barock.
Sophie Dorothea ist eine direkte Nachfahrin von Maria Stuart.
Georg Wilhelm und Ernst August stehen ganz oben in dieser Tafel. G.Wilhelm heiratete Eleonore D`Olbrause und E. August heiratete Sophie von der Pfalz.
Georg Wilhelm und E. Olbreuse bekamen Sophie Dorothea als Kind und E. August und Sophie von der Pfalz bekamen Georg Ludwig als Kind, diese beiden heirateten und bekamen Georg den II. und Sophie Dorothea als Kinder, die wiederum heirateten und Karoline von Ansbach und Friedrich Wilhelm (König von Preußen) bekamen.
Georg August(II.) und K. v. Ansbach bekamen Friedrich Ludwig (Prinz von Wales) und Sophie Dorothea und Friedrich Wilhelm bekamen Friedrich den Großen zum Kind.
Autor:
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Heinrich Thies geboren 1953
Ich hatte den Namen schonmal in Bezug auf eines meiner gelesenen Bücher im Hinterkopf, dann fiel es mir ein, "Wenn Hitler tot ist, tanzen wir", ist auch von H. Thies.
Er studierte Germanistik, Politik, Philosophie und Journalistik. Bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ist er als Reporter tätig.
Er hat sich auf das Schreiben von Romanbiografien verlegt.
zum Buch:
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Da es sich um eine Romanbiografie handelt, muss man vorweg sagen, dass die wichtigsten Eckdaten natürlich historisch belegt sind, aber einige romanhafte Züge, die der Autor hinsichtlich der Biografie eingefügt hat und welche nicht unbedingt genauso stattgefunden haben müssen, aber bezüglich Zeit und Tatbestand so gewesen sein könnten, enthalten sind. Dies tut dem historischen Hintergrund und der Tatsache, dass es sich hier um einen Lebenslauf eines sehr bekannten Menschen handelt keinen Abbruch. Trotzdem kann man unheimlich viel geschichtliches und äußerst umfassend recherchiertes Material in Romanform aus diesem Buch mitnehmen.
Ein Sachbuch also, welches in Romanform sehr angenehm zu lesen ist, man lernt viel geschichtliche Fakten rund um die Zeit, in der der Hauptperson lebte kenne, man lernt die Zusammenhänge dieser Familie und die ganzen Verstrickungen bezüglich der Könige usw. von Hannover bis nach England kennen ...
Heinrich Thies schafft es, den Leser von Anfang an zu begeistern. Sophie Dorothea wird als sehr menschliche Figur mit ihren Vorzügen und allzu menschlichen Schwächen in einer Zeit dargestellt, die ihre Verhaltensweisen und die ihres Liebhabers nicht duldeten. Sie wurde verbannt und über 60 Jahre musste sie abgeschieden von der Welt, von ihrer Familie in Ahlden leben und leiden.
Ihr Mann, der ja den Thron von England bestieg lebte nur gut ein halbes Jahr länger wie sie, so wie es eine Weissagerin vorhergesagt hatte.
Die Welfengeschichte ist natürlich ein großer Bestandteil der Geschichte Sophie Dorotheas, und wer sich dafür interessiert, ist mit diesem Buch äußerst gut beraten.
Königshäuser aber auch Geschichten aus dieser Zeit - diese Interessen werden im Buch sehr gut bedient.
kurze Leseprobe:
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Am 5. August 1694 überführte man sie auf einem alten Ackerwagen von Hannover in das gut 30 Kilometer entfernte Städtchen Springe am Deister. Das Amtshaus, in dem sie hier gefangen gesetzt wurde, lag, umschlossen von Wall und Graben, hinter dem weitläufigen Domänenhof am südöstlichen Rand des Ortes. Als sie eintraf, war bereits alles vorbereitet: die Palisaden der Wallbefestigung waren ausgebessert, Brücken und Tore verstärkt worden ....
Man sieht an diesem Ausschnitt, dass Thies mit Hilfe vieler bildhafter Elemente die Zeit, die Landschaft und die Begebenheit schildert, sodass man sich als Leser Personen, Handlungen und Orte sehr bildhaft vorstellen und also in die Handlung des Romans sehr gut hineinversetzen kann. Man erlebt die gesamte Lebensgeschichte Sophie Dorotheas und liebt und leidet mit ihr und am Rande, in die Geschichte sehr geschickt eingebaut erfährt man unheimlich viel reale und historisch belegte Fakten, die auch im Gedächtnis bleiben. Man ist fasziniert, welch bekannte Namen aus diesem Welfenstamm entstammen und, jedenfalls ich, habe nicht gewußt, wieviel Leid sie erfahren musste, weil sie ihre Familie nicht mehr sehen konnte, ihre Tochter und Enkel ....
Ich bin von diesem Buch fasziniert und bereue es keinesfalls, es gelesen zu haben.
Heinrich Thies ist ein Meister der Romanbiografie und sollte er mal wieder einen Roman dieser Kategorie rausbringen, werde ich garantiert zugreifen. Kompliment Herr Thies.