Fernand Mathias Guelf ist es gelungen mit dem Thema der Urbanisierung Lefèbvres Philosophie umfassend darzustellen. Von der 'Stadtproblematik' her entfaltet sich in einer detaillierten, wissenschaftlichen Aufarbeitung das Werk des viel zitierten und oft verkannten Autors wie von selbst. Eine bewundernswerte Leistung, die bis dato einmalig ist. Einzelne Passagen bedürfen des mehrmaligen Lesens. Dies liegt einerseits an der Fülle des verarbeiteten Materials, andererseits aber auch an Guelfs Sprache, die sich virtuos aber dennoch präzise der Vielschichtigkeit von Lefèbvres Gedankengebilde annimmt. Spannend und lehrreich auch die zahlreichen Hinweise zur Zeitgeschichte und die Einbindung benachbarter Disziplinen. Die Originalzitate, die leider nicht übersetzt wurden, können für den Französisch-Unkundigen ein Hindernis sein. "Die urbane Revolution" von Fernand Mathias Guelf setzt neue Maßstäbe in der sonst eher kargen Lefèbvre-Rezeption.