Barbara Stanwyck und Fred MacMurray hatten es auf der Leinwand des öfteren nicht leicht miteinander:
Im Noir-Klassiker "Frau ohne Gewissen" finden sie als mörderisches Paar ihr wohlverdientes Ende, im Melodram "Es gibt immer ein Morgen" ist MacMurray anderweitig verheiratet und auch in der weihnachtlichen Romanze "Remember the Night" bzw "Die unvergessliche Weihnachtsnacht" (deutscher Alternativtitel "Die unvergessliche Nacht") ist die Ausgangssituation für die beiden alles andere als einfach:
Lee Leander, ebenso hübsche wie raffinierte Ladendiebin, wird in der Vorweihnachtszeit wegen des Diebstahls eines wertvollen Armbandes festgenommen und vor Gericht gestellt.
Als sich abzeichnet, daß ihr gewiefter Anwalt die Geschworenen in gnädiger Weihnachtsstimmung zu einem Freispruch bewegen könnte, erwirkt der gewissenhafte Staatsanwalt John Sargent einen Verhandlungsaufschub bis nach Neujahr, stellt aber in einem Anflug von Mitleid die Kaution für Lee, so daß diese nicht die Weihnachtstage im Gefängnis verbringen muss.
Durch Verkettung diverser Umstände ergibt es sich, daß John Lee über die Feiertage mit zu seiner Familie aufs Land nimmt, wo sich die beiden -natürlich- näherkommen...
"Die unvergessliche Weihnachtsnacht" ist kein typischer Weihnachtsfilm, sondern eher eine Liebesromanze in weihnachtlichem Ambiente.
Diese trifft den "Geist der Weihnacht" jedoch sehr gut und überzeugt mit viel Gefühl und genau der richtigen Menge Humor auf ganzer Linie.
Der Film beginnt mit Lees Diebstahl eines Armbandes und der anschließenden Gerichtsverhandlung im Stil einer leichten Gaunerkomödie, entwickelt sich aber mit Lees und Johns Aufbruch aufs Land zu einer klassischen Romanze mit einigen heiteren Einsprengseln.
Barbara Stanwyck als kesse Gaunerin mit Herz und Fred MacMurray als ernster, aber ganz und gar nicht gefühlloser Staatsanwalt harmonieren perfekt miteinander und auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt.
Das bei Johns Familie verbrachte Weihnachtsfest wird stimmungsvoll, aber nicht kitschig dargestellt und auch das Ende umschifft zielsicher die Klippen des Kitsches und schafft elegant den Spagat zwischen Gefühl und Realismus - und schafft es dennoch oder gerade dadurch, daß man das eine oder andere Tränchen der Rührung verdrückt.
Regie führte Mitchell Leisen, das Drehbuch war das letzte von Preston Sturges, bevor dieser selbst ins Regiefach wechselte.
Eine ganz zauberhafte Romanze (nicht nur) für die Vorweihnachtszeit und ein absolutes Muss für alle Stanwyck- bzw MacMurray-Fans.
Jetzt fehlt mir zu meinem cineastischen Weihnachtsglück nur noch die DVD-Veröffentlichung von "Christmas in Connecticut", ebenfalls mit Barbara Stanwyck.
Vielleicht klappts ja nächstes Jahr?
Frohe Weihnachten allen "Amazoniern" und viel Spaß mit dieser "Unvergesslichen Weihnachtsnacht"!