»Collier aber hat mit seinem Buch einen Meilenstein gesetzt: Er durchschaut die Verhältnisse in den ärmsten Ländern exakt und en detail, so dass er das Elend schlüssig und überzeugend erklären kann. Nicht zuletzt räumt er mit der Generalentschuldigung ‘Erblast den Kolonialismus’ auf.«
Axel Gloger, Financial Times Deutschland 08.08.2008»der Misserfolg der bisherigen Strategien verlangt nach neuen Lösungsansätzen. Colliers Buch enthält dazu eine Vielzahl von klugen, manchmal provozierenden Überlegungen jenseits der gängigen Vorurteile über Entwicklungspolitik.«
Werner Bührer, Süddeutsche Zeitung 07.06.2008»Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Oxford besuchte der Brite Paul Collier in den 70ern Malawi in Afrika, damals das ärmste Land des Kontinents. Seitdem beschäftigt er sich mit Afrika, zuerst als Professor in Harvard, dann als Direktor der Forschungsabteilung der Weltbank. Heute ist er Direktor des ‚Centre for the Study of African Economies’ an der Universität Oxford und ein gefragter Experte.
Der gängigen Auffassung der Entwicklungspolitik – dass einer reichen Welt mit einer Milliarde Menschen eine arme Welt mit fünf Milliarden gegenübersteht – widerspricht Collier gern. In seinem Buch
Die unterste Milliarde beschreibt er, wie 80 Prozent dieser fünf Milliarden Armen in Ländern leben, die sich oft überraschend schnell entwickeln. Diese Menschen ‚leben heute bereits im Wohlstand oder sind auf dem Weg dorthin’. Die restlichen 20 Prozent, die ‚unterste Milliarde’, leben auf dem Stand des 14. Jahrhunderts, meist in Afrika und Zentralasien. Ihr Alltag ist geprägt von Bürgerkrieg, Seuchen und Analphabetismus, die Lebenserwartung liegt bei 50 Jahren, jedes siebte Kind stirbt vor dem fünften Lebensjahr. Die Ärmsten in etwa 58 Länder fallen immer weiter zurück, so Collier. Diesen Prozess aufzuhalten sieht er als die eigentliche Herausforderung.«
Tom Knauer, Süddeutsche Zeitung 30.05.2009»Der Misserfolg der bisherigen Strategien verlangt nach neuen Lösungsansätzen. Colliers Buch enthält dazu eine Vielzahl von klugen, manchmal provozierenden Überlegungen jenseits der gängigen Vorurteile über Entwicklungspolitik.«
Werner Bührer, Süddeutsche Zeitung 07.06.2008»Paul Collier, Ökonom und Direktor des ‚Centre for the Study of African Economies’ in Oxford, ist kein akademischer Besserwisser, kein Nachfolger dilettierender Völkerpsychologen oder Herrenmenschen mit Tropenhelm. Statt ethnische Vorurteile zu kultivieren, verlässt er sich auf seine Statistik. Dass mit vorgefertigten Bildern in Afrika nichts auszurichten ist, war ihm bereits klar, als in den Studentenbuden seiner Generation noch der Posterheld Che Guevara von den Wänden blickte. Vierzig Jahre später ist vom romantischen Mythos der ‚Dritten Welt’ nichts mehr übrig. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. (…) Paul Colliers Buch ‚Die unterste Milliarde. Warum die ärmsten Länder scheitern und was man dagegen tun kann’ bezieht sich zwar auch auf andere Abgehängte wie Haiti, Laos, Birma und einige Krisengebiete Zentralasiens, aber es lässt keine Zweifel daran, dass das Epizentrum des Niedergangs südlich der Sahara liegt. Hier machen sich die politischen Folgen der Armutsfalle, in der Länder wie Somalia, Sierra Leone, Liberia, Burundi, Zimbabwe, Kongo oder der Tschad stecken, am krassesten bemerkbar.«
Kurt Darsow, Literaturen 01.04.2008»Collier führt seine Forschung als Abenteuer aus, wirft sich in das Gestrüpp von Widrigkeiten, die vor allem in Afrika eine Reihe von Staaten im Elend festhalten. Wie ein Zauberkünstler jongliert er Fakten und Zahlen und knallt die Ergebnisse seiner unerwarteten Fragestellungen aufs Blatt. Das Verhältnis von Armut zu Bürgerkrieg? Fatal. Geht das Pro-Kopf-Einkommen um die Hälfte zurück, steigt das Risiko eines Bürgerkriegs auf das Doppelte. Kosten? 64 Milliarden Dollar pro Krieg. Collier kommt, nicht ohne bissiges Vergnügen, zum Vorschlag, der Behebung von Armut diene unter anderem ein befriedender Militäreinsatz. Ohne Gewähr! Collier verweist auf enge Spielräume, Komplexität – und:Trotzdem müssen wir handeln!«
Susanne Mayer, Die Zeit 13.03.2008»Aufstrebende Staaten wie China, Indien und Brasilien vermitteln den Eindruck einer unaufhaltsamen Wohlstandsmehrung. Umso größer ist das Verdienst von Paul Collier, die Situation der ärmsten Menschen der Erde zu schildern. Jene unterste Milliarde lebt in 58 Staaten Zentralasiens und Afrikas, und ihre ohnehin prekären Lebensbedingungen gestalten sich immer miserabler. Collier ... schreibt lesbar, stets konkret und verzichtet dabei sowohl auf Ökonomen-Kauderwelsch als auch auf Betroffenheitsfloskeln.«
Daniel Friedrich Sturm, Die Welt 30.07.2011