die Erzählungen haben mich in Sprache und Inhalt völlig fasziniert. Die Erzählerin beschreibt in der Ich-form ihre Episoden so hautnah und echt, dass der Leser sofort mit hineingezogen wird ins Geschehen. Er kann unmittelbar nachspüren, was die Erzählerin, eine Studentin der Literaturwissenschaft, erlebt, erleidet und erträgt. Sie ist auf der Suche nach dem intensivem Gefühl und wird enttäuscht. Sehr sensibel entwickelt sich die scheu anbahnende Liebesaffäre der Studentin zu Professor Rose, jede Szene tritt deutlich vor Augen, und der Leser wird von der Autorin an die Hand genommen und unmittelbar mit dem Geschehen konfrontiert. So bleiben überraschende Momente nicht aus, alles, was passiert, wird ohne Umschweife auf den Punkt gebracht. Nahezu körperlich spürt man die Darstellung der Schmerzattacken während der Migräne nach, welche die Erzählerin ans Krankenhausbett fesselt. Der quälende Schmerz, die isolierte und hilflose Situation der Studentin auch angesichts medizinischer Machtlosigkeit wird in dichter und metaphernreicher Sprache dargestellt.
Diesen Roman legt man nicht gerne aus der Hand. Der Leser ist begierig auf weitere Episoden, in denen die Studentin, eine geringfügig gleichgültig gelassene junge Frau unseres Jahrhunderts, ungekünstelt und glasklar ihr Leben schildert.