Über mehr als 800 Seiten erzählt Chabon die Geschichte eines tschechischen Flüchtlings während des 3. Reiches und seines Cousins in New York City. Und keine Seite ist langweilig. Als Josef Kavalier nach einer atemberaubenden Flucht nach N.Y. kommt steigt er, gerade einmal 20 Jahre alt mit Sammy Clay als Zeichner ins Comicgeschäft ein. In der goldenen Zeit der Comics in den USA der 40er Jahre kommen sie mit ihrer Figur „Der Eskapist" zu Ruhm, doch werden sie von ihrem Verleger hintergangen. Kavalier verarbeitet in den Comics seinen Hass auf die Nazis, die seine Familie auf dem Gewissen haben und versucht seinen Erfolg mit den Comics in reale Hilfe umzuwandeln. Sein Bemühen bleibt jedoch vergebens, nach mehreren Schicksalsschlägen meldet er sich bei der Marine um Aktiv gegen Hitlerdeutschland zu kämpfen. Sammy Clay wiederum ist gefangen in seiner Homosexualität, die zu dieser Zeit noch alles andere als salonfähig ist. Und Rosa Saks, die Geliebte von Josef muss sich mit einer ungewollten Schwangerschaft durch den verschollenen Kavalier abfinden.
In einer erzählerischen Dichte, wie man sie nur selten findet führt Chabon seine Figuren durch die Realzeit des Romans, als wären auch sie nur Comicfiguren. Ihm gelingt ein einmaliges Kunststück Comic in Prosa zu verwandeln, viele Themen zu behandeln, für die andere allein ein Buch dieses Umfangs bräuchten und dabei nie pathetisch, belehrend oder lächerlich zu wirken.
Großer Roman.