Endlich. Die Unerträgliche Leichtigkeit des Seins auf DVD. Selten habe ich einen Film gesehen, der Weltgeschichte so grossartig mit Einzel"schicksalen" (grässliches Wort) verbindet und insgesamt so poetisch sein kann. Unvergessen sind die Szenen mit dem sowjetischen Einmarsch in Prag, die sehr geschickt mit der Geschichte der Dreiecksbeziehung vermengt wurden: Dokumentarbilder und Nachgestelltes. Unvergesslich die Dreiecksgeschichte selbst, ein melancholisches Bild von Träumen, Freuden und Pflichten der Liebe, Ansprüchen, Verweigerung letzterer... Wunderbar der Humor, der, wie auch im Buch, ungezwungen und still eingesponnen ist und der die verständlichen emotionalen Spannungen erträglich macht und die Geschichte (in beiden Bedeutungen des Worts) zum Strahlen bringt. Ein Fast-Autorenfilm, der Spass macht. Und alles garniert mit der genialen Idee, das alles von Janaceks eigenwilliger Musik kommentieren zu lassen: vom "Märchen", das wohl Tomas' etwas leichtlebige Lebensphilosophie herüberbringt bis hin zu jener berühmten Stelle der Violinsonate im "politischen" Teil. Das Buch strotzt von theoretischen "Abhandlungen"; davon ist auch manches im Film erhalten, wenn auch unausgesprochen. Zu lang geworden? Fand ich nicht. Allenfalls "ausführlich" oder "episch". Der Film hat alles, um der Filmgeschichte in Erinnerung zu bleiben.