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Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Roman.
 
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Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Roman. [Taschenbuch]

Milan Kundera
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (107 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
OT Nesnesitelná lehkost bytíOA 1984 DE 1984 Form Roman Epoche Moderne
Der Roman Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins von Milan Kundera schildert eine bewegende Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Prager Frühlings. Einfühlsam und nachdenklich um die Themen Liebe und Sexualität kreisend, ist das Buch gleichsam intelligent und unterhaltend.
Inhalt: Tomas, erfolgreicher Chirurg an einem Prager Krankenhaus, hat eine gescheiterte Ehe hinter sich und sucht erotische Abenteuer ohne emotionale Abhängigkeit. Er lernt Teresa, eine Kellnerin aus der Provinz, kennen, die ihn liebt und ihn ganz für sich beansprucht. Teresa ist mit großen Gefühlen gesegnet und kann sich mit der Unverbindlichkeit kurzweiliger erotischer Beziehungen nicht abfinden. Sie drängt sich in sein Leben, quält ihn mit ihrer Eifersucht und leidet unter seinen Eskapaden.
Die politischen Verhältnisse spielen in diese Beziehung hinein. Der Prager Frühling wird niedergeschlagen, Tomas und Teresa fliehen in die Schweiz. Dorthin verschlägt es auch die Malerin Sabina, eine von Tomas’ Geliebten aus Prag, zu der er sich erneut hingezogen fühlt. Teresa ist dieser Konstellation nicht gewachsen und kehrt, obwohl sie das sowjetische Besatzungssystem hasst, in die Heimat zurück. Tomas »erkrankt an Mitgefühl« und reist ihr nach.
In Prag verlangt die neue Führung von dem Chirurgen, dass er eine Ergebenheitsadresse unterzeichnet, was Tomas aber ablehnt. So wird der Mediziner schließlich Fensterputzer. Teresa und Tomas widerstehen diversen Erpressungen des Regimes, ohne jedoch zu bewussten Dissidenten zu werden. Schließlich ziehen sie sich aufs Land zurück. Bei einem Autounfall kommen beide schließlich ums Leben.
Struktur: Kundera stellt in dem Roman Episoden und Analysen, Rückblicke und essayistische Reflexionen gegenüber, mischt dramatische Schilderungen mit psychologischen und philosophischen Überlegungen. Das Geschehen wird häufig von Kommentaren des Erzählers unterbrochen, welche die Ereignisse einordnen und das tragische Geschehen sowie die zuweilen stereotypen Konstellationen ironisch brechen. Die Reflexionen vermitteln den Figuren Reiz und Glanz. Trotz der zahlreichen erläuternden Passagen bleibt der Roman stets eng an seinen Figuren und zieht seine erzählerische Kraft aus den geschilderten Details, die der beachtlichen Beobachtungskunst des Autors entspringen.
Wirkung: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins war ein literarischer Welterfolg und der populärste der großen Romane der 1980er Jahre. Das Buch machte Kundera auch in Deutschland einem größeren Publikum bekannt, nachdem er in Frankreich und den USA bereits seit langem als Romancier von großem literarischem Gewicht galt. Auch die Verfilmung des Romans durch Philip Kaufman 1988, mit Juliette Binoche als Teresa, erreichte ein großes Publikum. R. F.

Pressestimmen

"Milan Kunderas Roman mutet wie ein kühnes intellektuelles Feuerwerk an, in welches sich immer wieder auch die Raketen des Sentiments und der Sinnlichkeit mischen." (Neue Zürcher Zeitung)

Kurzbeschreibung

Die verschlungene Liebesgeschichte zwischen Tomas und Teresa gibt den Rahmen ab für einen der witzigsten und intelligentesten Romane der vergangenen Jahre, der zugleich Leselust und höchste intellektuelle Ansprüche befriedigt.

Der Verlag über das Buch

Mit Tomas und Teresa hat Kundera eines der glaubhaftesten Liebespaare der modernen Literatur geschaffen. An ihnen und ihrem Schicksal werden die Ungereimtheiten Europas bloßgestellt; an ihnen messen sich die Begriffe »Exil« und »Freiheit« und was Ideologie für den einzelnen bedeutet. Dem Roman, mit dem Kundera international berühmt wurde, folgte eine vielbeachtete Verfilmung. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Klappentext

"Er [Kundera] hat das Liebespaar unserer Zeit geschaffen, Romeo und Julia des 20. Jahrhunderts: Tomas und Teresa."
Süddeutsche Zeitung

"Kundera verstrickt uns in philosophische, ideologische und emotionale Wirrnisse - tut dies allerdings mit virtuoser Leichtigkeit - welche durch den Ton unaufdringlicher Leidenschaft von Heikko Deutschmann zu einem angenehm-anspruchsvollen Hörgenuss verdichtet wird."
sandammeer.at

"Heikko Deutschmann liest die Geschichte so schön, dass man sie einfach immer wieder hören mag."
Bild + Funk, Gong -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Milan Kundera, geb. 1929 in Brünn, Tschechoslowakei, studierte zunächst Musik, Filmwissenschaften und Literatur in Prag. 1953 veröffentlichte er sein erstes Buch und trat Mitte der fünfziger Jahre auch als Übersetzer, Essayist und Theaterautor an die Öffentlichkeit. 1975 ging er ins Exil nach Paris, wo er heute noch lebt.Dr. Susanne Roth promovierte bei Prof. Dr. Günter Silberer am Institut für Marketing und Handel der Georg-August-Universität Göttingen.

Auszug aus Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. SZ-Bibliothek Band 1 von Milan Kundera, Susanna Roth. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Das Leichte und das Schwere
Die Ewige Wiederkehr ist ein geheimnisvoller Gedanke, und
Nietzsche hat damit manchen Philosophen in Verlegenheit gebracht:
alles wird sich irgendwann so wiederholen, wie man es schon einmal
erlebt hat, und auch diese Wiederholung wird sich unendlich
wiederholen! Was besagt dieser widersinnige Mythos?
Der Mythos von der Ewigen Wiederkehr sagt uns in der
Negation, daß das ein für allemal entschwindende und niemals
wiederkehrende Leben einem Schatten gleicht, daß es
ohne Gewicht ist und tot von vornherein; wie grauenvoll,
schön oder herrlich es auch immer gewesen sein mag - dieses
Grauen, diese Schönheit, diese Herrlichkeit bedeuten nichts.
Wir brauchen sie ebensowenig zur Kenntnis zu nehmen wie
einen Krieg zwischen zwei afrikanischen Staaten im vierzehnten
Jahrhundert, der am Zustand der Welt nichts verändert
hat, auch wenn in diesem Krieg dreihunderttausend Schwarze
unter unsagbaren Qualen umgekommen sind.
Wird es an diesem Krieg der beiden afrikanischen Staaten
etwas ändern, wenn er sich in der Ewigen Wiederkehr unzählige
Male wiederholt?
Gewiß: er wird zu einem Block, der emporragt und überdauert,
und seine Dummheit wird nie wiedergutzumachen sein.
Wenn sich die Französische Revolution ewig wiederholen
müßte, wäre die französische Geschichtsschreibung nicht so
stolz auf Robespierre. Da sie aber von einem Ereignis spricht,
das nicht wiederkehren wird, haben sich die blutigen Jahre
in Worte verwandelt, in Theorien und Diskussionen; sie sind
leichter geworden als Federn und flößen niemandem mehr Angst ein.
Es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen einem
Robespierre, der in der Geschichte nur ein einziges Mal
aufgetreten ist, und einem Robespierre, der ewig wiederkehrt,
um den Franzosen den Kopf abzuhacken.
Sagen wir also, daß der Gedanke der Ewigen Wiederkehr
eine Perspektive bezeichnet, aus der die Dinge uns anders
erscheinen, als wir sie kennen: sie erscheinen ohne den
mildernden Umstand ihrer Vergänglichkeit. Dieser mildernde
Umstand hindert uns nämlich daran, ein Urteil zu fällen. Wie
kann man etwas verurteilen, das vergänglich ist? Im Abendrot
leuchtet alles im verführerischen Licht der Nostalgie, sogar
die Guillotine.
Vor kurzem habe ich mich bei einem unglaublichen Ge fühl
ertappt: ich blätterte in einem Buch über Hitler und war von
manchen Fotografien ergriffen: sie erinnerten mich an die
Zeit meiner Kindheit. Ich bin während des Krieges aufgewachsen;
einige meiner Verwandten sind in Hitlers Konzentrationslagern
umgekommen; was aber bedeutet ihr Tod angesichts
dieser Fotografien von Hitler, die in mir die Erinnerung
an eine vergangene Zeit meines Lebens wachgerufen haben,
an eine Zeit, die nicht wieder kehren wird?
Diese Aussöhnung mit Hitler verrät die tiefliegende moralische
Perversion einer Welt, die wesentlich auf dem Nichtvorhandensein
der Wiederkehr begründet ist, weil in einer solchen
Welt alles von vornherein verziehen ist und folglich auch
alles auf zynische Weise erlaubt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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