Dieser Band umfasst die meisten der Erzählungen Borges, für die er berühmt geworden ist. Es bietet Einblick in seine unterschiedlichen Schaffensperioden, die sich von surrealistisch inspirierter Tangolyrik, über metaphysische Verdrehungen und postmoderne Kollagetechniken, hin zu mystischer, reiner Abstraktion bewegt. Es werden die Meilensteine seines Werkes auf den Gebieten Erzählung, Essay und Lyrik. Die meisten Kulissen sind entweder Englisch oder Argentinisch, es kommen Gauchos, Piraten, Dandys, Detektive und Nazi-Offiziere zu Wort.
Die Rezension mag beim ersten Blick auf den durchschnittlichen Leser abstoßend wirken, aber Borges ist wirklich kein Autor vor dem man Angst haben müsste. Bis auf einige der schwer fassbaren Essays sind alle der Texte auch für den Wenigleser fassbar. Der spielerische, sich in sich selbst verschiebende Stil übersteht die sehr gute deutsche Übertragung problemlos.
Aber die Gestaltung des Buches schlägt den Rest weit. Das Buch ist solide gebunden, mit festen Deckeln, trotzdem unglaublich kompakt, kann in jeder Tasche mitgeführt werden und hat gemeinsam mit dem eher dunklen Umschlag eine Ästhetik, die wohl auch Borges selbst gefallen hätte. Es liegt immer bei mir im Wohnzimmer, gleich neben der Gitarre und dem Dolch.
Nein, im Ernst, kaufts euch, solange es dieses Buch noch gibt.