Aus der Amazon.de-Redaktion
Spätestens seit dem Erfolg von Heinrich Bölls
Irischem Tagebuch erfreut sich die Grüne Insel in Deutschland großer Beliebtheit. In Irland, so meint man -- die üblichen Klischees vor Augen -- ist die Welt noch in Ordnung. Doch Irland hat auch eine andere, eine dunkle Seite. Restriktive Regeln und überholte Moralvorstellungen schufen ein bigottes Klima der Unterdrückung und Erniedrigung, das man im Europa unserer Zeit längst nicht mehr für möglich gehalten hätte. Ein erschreckendes Beispiel für diese Zustände waren die so genannten Magdalenen-Heime der katholischen Kirche, in denen angeblich gefallene Mädchen für ihre Sünden büßten -- zum Teil ein Leben lang. In den Klosterwäschereien mussten die Mädchen ohne Lohn sieben Tage die Woche arbeiten, sie hungerten, wurden geschlagen und missbraucht. Doch um in die angeblich wohltätigen Einrichtungen eingesperrt zu werden, reichte es aus, zu gut auszusehen -- oder zu schlecht -- oder einer Vergewaltigung zum Opfer gefallen zu sein. Das Schicksal dreier Mädchen dient Peter Mullan als Vorlage für seinen zutiefst aufwühlenden und schockierenden Film.
Dublin, 1964: Auf einer Hochzeit wird Margaret von ihrem Cousin Kevin vergewaltigt. Am nächsten Tag überstellt sie der Dorfpfarrer mit dem Einverständnis ihrer Eltern an ein Magdalenen-Heim. Dort landen auch Bernadette, die im Waisenhaus unschuldige Blicke mit ein paar Jungs gewechselt hat, und Rose, die Mutter eines unehelichen Kindes geworden ist. Rose wird gezwungen, ihr Kind zur Adoption freizugeben und im Heim muss sie sogar ihren Namen aufgeben, da die Mädchen völlig der willkürlichen Herrschaft der Nonnen ausgesetzt sind. Die Nonnen erscheinen als seelenlose, gefühlskalte Monster, die die Mädchen erniedrigen und brutal schlagen. Die alte Katy, die bereits seit 40 Jahren im Heim arbeitet, wird dort auch sterben. Doch die drei wollen sich nicht brechen lassen. Nach Jahren der Unterdrückung versuchen sie, ihrem menschenunwürdigen Dasein zu entkommen.
Die schonungslose Perspektive des Films -- es handelt sich um eine wahre Geschichte -- ist kaum zu ertragen. Peter Mullan, der bislang eher als Schauspieler (Mein Name ist Joe, Das Reich und die Herrlichkeit) für Aufmerksamkeit sorgte, ist ein erschütterndes Drama gelungen, das fast dokumentarischen Charakter hat und mit hervorragenden schauspielerischen Leistungen beeindruckt. Dafür wurde der Film 2002 in Venedig mit dem Goldenen Löwen geehrt. Die katholische Kirche hat den Film streng verurteilt. Das letzte Magdalenen-Heim wurde 1996 geschlossen. --Birgit Schwenger
Amazon.de DVD-Bewertung
Die DVD überzeugt durch weiterführendes Bonusmaterial. In ausführlichen Produktionsnotizen erfährt man nicht nur mehr über die Entstehung des Films und die einzelnen Rollen, sondern auch über die historischen Hintergründe der Magdalenen-Heime. Ergänzt durch umfassende Textinformationen zu Cast und Crew bleibt hier kaum noch eine Frage offen. Außerdem enthält die DVD den deutschen Kinotrailer sowie eine Fotogalerie. Die englische Fassung des Films liegt nur mit nicht ausblendbaren deutschen Untertiteln vor, aber wer des irischen Akzents nicht mächtig ist, wird dafür höchst dankbar sein.
--Birgit Schwenger
Kurzbeschreibung
"Irland in den 60er Jahren: Eine Zeit in der junge Mädchen eine Vielzahl verheerender Sünden begehen konnten. Vielleicht waren sie unverheiratet und dennoch Mutter, vielleicht waren sie zu hübsch oder zu hässlich, zu dumm oder zu schlau oder vielleicht waren sie auch Opfer einer Vergewaltigung geworden und sie haben es nicht totgeschwiegen. Egal wie ihre Sünden aussahen, ihr weg führ oft in eines der Magdalenen-Heime. Angeblich wohltätige Einrichtungen der katholischen Kirche unter der Leitung der Barmherzigen Schwestern. Um ihre Sünden zu bereuen, arbeiteten die Mädchen ohne freien Tag, ohne jeden Lohn, sie mussten hungern, wurden geschlagen, verspottet und missbraucht. Ihre Strafe war uneingeschränkt - oft lebenslänglich. Doch für manche von ihnen gab eis einen Ausweg..."
VideoMarkt
Im Irland der frühen 60er Jahre werden "gefallene" Mädchen von ihren Angehörigen in Klosterwäschereien gesteckt, wo sie unter erbärmlichen, grausamen Bedingungen für ihre Sünden büßen sollen. So wie Margaret, die sich ihrem Cousin "verweigerte", Rose, deren uneheliches Neugeborenes sofort zur Adoption freigegeben wurde, die hübsche Bernadette, welche die Jungs im Waisenhaus verrückt gemacht hatte oder Crispina, die, von ihrem Sohn getrennt, nun für die sexuelle Befriedigung des örtlichen Priesters zuständig ist.
VideoWoche
Die von dem eher als Schauspieler ("My Name Is Joe") bekannten Drehbuchautor und Regisseur Peter Mullan inszenierte, erschütternde Geschichte erhielt 2002 in Venedig den Goldenen Löwen, während der Vatikan das schonungslose Drama wegen seiner Kritik an der katholischen Kirche ablehnte. Getragen von einem vorzüglichen Ensemble, das allein schon preiswürdig gewesen wäre, hat man in den letzten Jahren selten eine derartig aufrüttelnde, auf den Magen schlagende True Story gesehen. Der Arthouse-Freund sollte zugreifen.
Blickpunkt: Film
Im Irland der frühen 60er Jahre werden "gefallene" Mädchen von ihren Angehörigen in Klosterwäschereien gesteckt, wo sie unter erbärmlichen, grausamen Bedingungen für ihre Sünden büßen sollen. Erschütterndes Drama vom eher als Schauspieler bekannten Drehbuchautor und Regisseur Peter Mullan, das 2002 in Venedig den Goldenen Löwen erhielt.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Vehementes Drama, das die Unterdrückung junger Frauen in den katholischen Magdalenenstiften im Irland der sechziger Jahre auf erschreckende Weise verdeutlicht.
Kurzbeschreibung
Irland in den 60er Jahren: Eine Zeit in der junge Mädchen eine Vielzahl verheerender Sünden begehen konnten. Vielleicht waren sie unverheiratet und dennoch Mutter, vielleicht waren sie zu hübsch oder zu hässlich, zu dumm oder zu schlau oder vielleicht waren sie auch Opfer einer Vergewaltigung geworden und sie haben es nicht totgeschwiegen. Egal wie ihre Sünden aussahen, ihr Weg führte oft in eines der Magdalenen-Heime. Angeblich wohltätige Einrichtungen der katholischen Kirche unter der Leitung der Barmherzigen Schwestern. Um ihre Sünden zu bereuen, arbeiteten die Mädchen ohne freien Tag, ohne jeden Lohn, sie mussten hungern, wurden geschlagen, verspottet und missbraucht. Ihre Strafe war uneingeschränkt - oft lebenslänglich. Doch für manche von ihnen gab es einen Ausweg...
Produktbeschreibungen
Concorde Die Unbarmherzigen Schwestern, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 01.10.03