Michael Singer, amerikanischer Yoga- und Meditationslehrer unternimmt mit dem Leser eine Entdeckungsreise zum Selbst". Dabei geht er nicht auf traditionelle Weise vor und beruft sich weder auf Experten der Psychologie, noch auf große Philosophen. Er spielt auch keine altehrwürdigen religiösen Ansichten gegeneinander aus, um dann einer davon den Vorzug zu gehen. Stattdessen wendet er sich einem einzigen Experten zu - das ist der Leser selbst. Schließlich geht es dem Autoren um eine unmittelbare Erfahrung seiner selbst - die ja wiederum auch nur jeder selbst machen kann. Singer gewinnt den Leser bereits auf den ersten Seiten für diese spannende Entdeckungsreise, indem er ihm das Offensichtliche vor Augen führt: Die Tatsache, dass wir nahezu 24 Stunden von lauten, monotonen und oftmals lästigen Gedanken erfüllt sind, die auf penetrante Weise unser Leben bestimmen. Singer macht im Verlaufe des Buches aber schnell deutlich, dass wir viel mehr sind als das. Er zeigt auf, dass wir jenseits von der zeitlichen und räumlichen Begrenzung frei sind. Im Verlauf des Buches stellt man als Leser erstaunt fest, dass man über einige hier angesprochene Themen weitaus mehr wusste, als einem in den Wirren des Alltags bewusst ist. Es wird schnell deutlich, dass man durch Singer wieder daran erinnert wird, wie man sich selbst wieder finden kann - und dadurch den inneren Frieden findet und Respekt vor sich selbst entwickelt. So gibt es am Ende des Buches keine Verwirrungen mehr durch die eigenen Gedanken und keine Schuldzuweisungen an andere. Vielmehr weiß man, was zu tun ist und das es nur einen gibt, der das tun kann - man selbst. Ob man aber eine solche radikale Selbstverantwortung übernehmen möchte, sollte man sich überlegen, bevor man das Buch liest.