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Die unaufhaltsame Revolution: Wie die Werte der Moderne die islamische Welt verändern
 
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Die unaufhaltsame Revolution: Wie die Werte der Moderne die islamische Welt verändern [Gebundene Ausgabe]

Youssef Courbage , Emmanuel Todd , Enrico Heinemann
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Piper (Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492051316
  • ISBN-13: 978-3492051316
  • Originaltitel: Le rendez-vous des civilisations
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 231.146 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Für seinen Bestseller »Weltmacht USA. Ein Nachruf« wurde Emmanuel Todd viel kritisiert - inzwischen hat ihm die Entwicklung recht gegeben. Ähnlich kontrovers wird diese von Youssef Courbage und Todd vertretene These über die islamische Welt aufge­nom­men werden: Der Terror, den wir erleben, stellt die letzten Zu­ckungen einer sterbenden Ideologie dar. Denn, so der aufsehenerregende Befund der beiden Autoren, die Moderne ist in allen islamischen Ländern auf dem Vormarsch. Die Autoren demonstrieren das an den sinkenden Geburtenzahlen oder dem Konsum ebenso wie am Alphabetisierungs- und Bildungsgrad, speziell auch unter den Frauen. Die Modernisierung der islamischen Gesellschaften, so können Courbage und Todd zeigen, ist viel weiter vorangeschritten, als die Mullahs es wahrhaben wollen.

Über den Autor

Emmanuel Todd, geboren 1951, absolvierte das Institut d'Etudes Politiques de Paris und promovierte dann in Cambridge in Geschichte. Von 1977 bis 1984 war er Literaturkritiker für Le Monde, seitdem arbeitet er am Institut National d'Etudes Démographiques. Bereits 1976 sagte er in seinem Buch »La Chute Finale« den Zusammenbruch der Sowjetunion voraus. Sein Buch »Weltmacht USA« wurde in Deutschland unmittelbar nach Erscheinen zum Bestseller. Youssef Courbage, geboren 1946 in Aleppo (Syrien), ist Forschungsdirekor am Institut Noational d’Études Démographiques in Paris. Er war als Berater für verschiedene internationale Institutionen wie die Unesco, die Europäische Union und den Europa-Rat tätig.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Verhalten sich Muslime unter vergleichbaren Umständen grundsätzlich anders als Christen, Hindus oder Konfessionslose? Die (entstehende) Religionsdemografie bietet eine großartige Gelegenheit, diese Frage anhand eines religiös, kulturell, wirtschaftlich, politisch und auch wissenschaftlich zentralen Thema zu untersuchen: dem Familien- und Geburtenverhalten. Courbage und Todd, zwei hochkarätige, französische Demografen und Autoren, stellen sich genau dieser Fragestellung und haben ein atemberaubend daten- und faktenreiches Buch vorgelegt. Sie zeigen auf, dass Religion zwar allgemein höhere Geburtenzahlen begünstigt, dass aber die islamischen Institutionen die allgemeine Modernisierung und den Trend zur Kleinfamilie ebensowenig aufhalten konnten wie die Kirchen zuvor. In starken Zeitreihen machen sie sichtbar, wie auch in islamischen Ländern als Folge von Bildung die allgemeinen Kinderzahlen sinken, aber auch, dass politische und religiöse Extremisten von der Unsicherheit der Auflösung klassischer Familienrollen zeitweise profitieren. Interessant sind auch die regionalen Fallstudien, die breite Unterschiede der Ausprägung von Familienmodellen aufzeigen.

Wer weiß schon, dass sich in vielen islamischen Regionen matriarchale Erblinien gehalten haben? Oder dass im Tschad weit mehr Katholiken und Animisten als Muslime polygam leben (S. 80)? Einen statistisch nachweisbaren Einfluss weisen die Forscher auch für das islamische Verbot der Mädchentötung bzw. -abtreibung nach: die Rate überlebender Mädchen und Frauen fällt in islamischen Populationen deutlich höher (und oft nahe am natürlichen Verhältnis) aus als in einigen hinduistischen Regionen Indiens oder zwangs-säkularisierten Populationen Chinas.

Enige wenige Kritikpunkte gibt es dennoch: Teilweise sind die verwendeten Datensätze schon einige Jahre alt und die wissenschaftliche Sprache sowie das schnelle Hin und Her zwischen verschiedenen, islamischen Ländern und Regionen dürfte Laien stark fordern, manchmal auch überfordern. Immerhin helfen hier gut gemachte Grafiken. Und doch: Lesern, die auf gehobenem Niveau die politischen, demografischen und religiösen Entwicklungen der islamischen Welt besser verstehen wollen sowie Wissenschaftlern mit Interesse an Religionsdemografie sei das faktenreiche Buch unbedingt empfohlen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kankin Gawain TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Vorsicht - in diesem Werk führen Courbage und Todd auf 200 Seiten den Nachweis, dass der bisherige Kinderreichtum des islamischen Weltteils nicht durch die Religion bedingt war und dass der demographische Wandel auch in den Ländern islamischer Prägung in vollem Gange oder bereits abgeschlossen ist. Dieser Beweis nimmt das ganze Buch in Anspruch und tausende statistisch-demographische Kennwerte werden hierfür angeführt, alle Länder des Islam erschöpfend behandelt - was einen Leser, der weniger Zahlenreihen vergleichen sondern lieber in Erzählform haben möchte, was die Autoren zu sagen haben, in der Tat erschöpfen könnte.
Ganz nebenbei, im zahlenlastigen Fluss der Beweise, erfahren wir auch, wodurch sich - ethnologisch - liberale von autoritären und egalitäre von ungleichen Gesellschaften unterscheiden (Deutschland ist in diesem Modell autoritär-ungleich, England liberal-ungleich u.s.w.) und zu welchen demographisch-gesellschaftlichen Entwicklungen Patrilinearität vs. Matrilinearität, Patrilokalität vs. Matrilokalität und Endogamie vs. Exogamie führen. Wer diese Theorien noch nicht aus den originalen Quellen der Ethnologie und Soziologie kennt, wird hierbei einige Aha-Erlebnisse haben.
Überraschend, aber einleuchtend untermauert, ist auch die Theorie der Autoren, dass der Übergang der Mehrheit der Bevölkerung zur Alphabetisierung der eigentliche Auslöser revolutionärer Umbrüche darstellt.
Für diese außerordentlichen Einsichten hätte das Buch eigentlich 5 Sterne verdient. 4 Sterne müssen aber genügen, da es über weite Strecken als roher Zahlen- und Daten-Berg daherkommt, und all jene enttäuschen muss, die sich von ihm auch andere als bloß statistische Einblicke in die islamische Welte erhoffen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Überraschende Zahlen 19. April 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Islam = Kinderreichtum = Armut = nun gut, wir wissen schon... So einfach scheint die Gleichung jedoch nicht zu sein. Die Autoren führen überraschende demographische Beobachtungen auf: So hat beispielsweise der Iran gegenwärtig eine ähnliche Geburtenrate wie Frankreich und steht damit gar nicht alleine in der islamischen Welt. Solche Zahlen relativieren die Gefahr eines "youth bulge" (Terror durch überzählige Söhne), wie ihn etwa Gunnar Heinsohn in "Söhne und Weltmacht: Terror im Aufstieg und Fall der Nationen" beschreibt.
Das Buch argumentiert, dass die Alphabetisierungsrate eine bessere Vorhersage für die Geburtenzahl ist als die Religion. Wenn man den Autoren folgt, wonach die gegenwärtigen Extremisten aus islamischen Ländern nur eine Übergangserscheinung sind, dann kann das Buch Quell für Optimisums sein.
Interessant scheint mir noch der folgende Gedanke: Wenn der in dem Buch aufgezeigte fast automatische Geburtenrückgang dauerhaft gilt, düfte sich kaum ein Land dem Phänomen der überalterndern Gesellschaft entziehen. Ein Schrumpfen der (gesamten!) Menschheit wäre zu erwarten. Und wie sähe es dann auf der Erde aus? Hierzu wären Szenarien spannend, die das vorliegende Buch leider nicht zum Thema hat.
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