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Die toten Seelen: Roman
 
 

Die toten Seelen: Roman (Taschenbuch)

von Nikolai W. Gogol (Autor), F. Ottow (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 528 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423126078
  • ISBN-13: 978-3423126076
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,1 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 76.479 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Tote Seelen
OT Mjortwyje DuschiOA 1842 DE 1846 Form Roman Epoche Romantik
Der in Russland lebendigen Tradition des Schelmenromans verlieh Nikolai Gogol mit Tote Seelen eine neue, tiefgründige Form. Seinen »Poem« untertitelten Roman konzipierte der von psychischen und religiösen Krisen erschütterte Autor als Epos der Reinigung der Seele.
Inhalt: Der ehemalige Petersburger Kollegienrat Tschitschikow führt sich in einer russischen Gouvernementsstadt in die Gesellschaft ein und macht bei Privatbesuchen fünf Gutsbesitzern den sonderbaren Vorschlag, ihnen »tote Seelen«, d. h. kürzlich verstorbene Leibeigene abzukaufen, die bis zur nächsten Revision weiter in den Büchern geführt werden; nur in einem Fall bleibt er erfolglos. Auf einem Ball sorgt der Gutsbesitzer Nosdrjow für erste Irritationen mit der laut zugerufenen Frage, wie viele Tote er eingekauft habe. Weitere Gerüchte (u. a. über eine geplante Entführung der Tochter des Gouverneurs und über Tschitschikows Identität mit Napoleon) verbreiten sich schnell. Die alte Gutsbesitzerin Korobotschka, die einzige Frau unter den Geschäftspartnern Tschitschikows, bringt mit ihrer Befürchtung, die toten Seelen zu billig verkauft zu haben, den Skandal endgültig ins Rollen. Fluchtartig reist Tschitschikow ab. Erst am Ende des Romans erfährt der Leser den betrügerischen Hintergrund seiner Geschäfte: Er wollte die gekauften Leibeigenen verpfänden und sich mit dem erschwindelten Kredit aus dem Staub machen.
Aufbau: Die eigenartige Platzierung der umfangreichen Biografie des Helden erst am Ende des Romans zeugt vom ursprünglichen Plan, in Anlehnung an die Stationen Hölle, Fegefeuer und Paradies in der Göttlichen Komödie (1321) von R Dante Alighieri den Haupthelden in drei Bänden von der Sünde zu Reue und Vergebung zu führen. Gogol hat indes nur die Negativität, die Schlechtigkeit der Gegenwart darzustellen vermocht – der wenig überzeugende zweite Teil blieb Fragment, der dritte ist nie begonnen worden. Für den Autor stand – anders als für die Leserschaft im 19. und 20. Jahrhundert – nicht die Satire im Mittelpunkt, sondern ein religiöses Konzept. Die Welt wird vor allem als trivial begriffen: Alles ist gewöhnlich, mittelmäßig, platt und geistlos. Trivialität aber ist bei Gogol das Merkmal einer Welt, die gegen alles Transzendente abgeriegelt, aus der das religiöse Heil, das Wahre und Sinnhafte, vertrieben ist.
Ebenso wie die Komik im Werk stets mit der Trivialität der gezeigten Welt zusammenhängt, dienen auch die Eigentümlichkeiten des grotesken Stils der Erniedrigung des nur scheinbar Geistigen, Bedeutenden, Erhabenen. So sind die Figuren im Roman wahrhaft »tote Seelen« in der ersten der beiden möglichen Bedeutungen des Titels; die andere Bedeutung, nach der die Verstorbenen »tote Seelen« sind, ließ schon den Zensor empört auf die Unsterblichkeit der Seele hinweisen. Das durch den Verkauf der »Seelen« erworbene Geld, dessentwegen sich der Held – nicht zufällig ein ehemaliger Zöllner (ein Hinweis auf das Neue Testament) – versündigt, wird zum Sinnbild des Übels in der Welt.
Wirkung: An Gogols Werk knüpfte in der frühen sowjetischen Literatur Michail R Bulgakow an (Tschitschikows Abenteuer, 1922). Auch bei anderen Autoren erlebte das Genre eine Renaissance bis in die späte sowjetische Zeit, so bei Ilja R Ehrenburg (Das bewegte Leben des Lasik Roitschwantz, 1928), Wladimir Wojnowitsch (* 1932; Die denkwürdigen Abenteuer des Soldaten Iwan Tschonkin, 1969) und Fasil Iskander (* 1929; Onkel Sandro aus dem Tschegem, 1973). A. E.


Kurzbeschreibung

Dieser berühmte russische Roman von 1842 über unmoralisches Gewinnstreben und Korruption ist von geradezu verblüffender Aktualität allenfalls die Methoden haben sich geändert: Bei Gogol reist ein wegen Bestechung entlassener Zolleinnehmer durch die Provinz, um den Gutsbesitzern verstorbene Leibeigene abzukaufen, weil diese in der Steuerbürokratie noch als Lebende gelten und ihm als fiktives Pfandobjekt bei Kreditinstituten Gewinn bringen sollen. Doch dabei werden die adeligen Verkäufer als die eigentlich seelisch und moralisch Toten entlarvt.

Nikolaj Gogol (1809 - 1852), der russische Sprachvirtuose zwischen Romantik und Realismus und Vorbild Dostojewskijs, gilt als Meister der Groteske und Satire.


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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Über den Teufel lachen können, 27. Dezember 2006
Von Werner Fletcher (Delbrück Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Die toten Seelen (Taschenbuch)
"Mein ganzes Streben geht dahin, daß jedermann, der meine Werke gelesen hat, nach Herzenslust über den Teufel lachen kann", schrieb Gogol einmal. Und zu Lachen gibt es für den Leser der "Toten Seelen" wahrhaftig genug, auch über den Teufel, und wenn es nur der Teufel ist, der im Detail steckt, oder über den Teufel in der Bürokratie mit ihren zahlreichen Pferdefüßen, oder über den kleinen Teufel, der in jedem Menschen irgendwie steckt.

Mit unnachahmlicher Bravour beschreibt Gogol in seinen "Toten Seelen" (einem Stoff, den er von seinem älteren Freund Puschkin erhalten hat)das sich selbst verwaltende Chaos der damaligen russischen Bürokratie. Gemeinsam mit seinem Helden Tschitschikow - ebenfalls ein Gauner und Hochstapler - führt er uns in eine Welt aus Korruption, Selbstbetrug und vor allem Lächerlichkeit. In einer satirisch übersteigerten Darstellung des allgegenwärtigen Bürokraten- und Pedantentums reißt er den im Roman auftretenden Personen die Maske herunter, legt das Tölpelhafte bloß, das hinter der Großmannssucht steckt, deckt die Gemeinheiten menschlichen Strebens auf, reißt respektlos die blendenden Fassaden nieder, die den Aufschneider und Großtuer umgeben. Nicht umsonst verleiht Gogol seinem Protagonisten Tschitschikow die Statur und die Physiognomie eines Napoleon.

Obwohl die Handlung äußerst dürftig ist, so dürftig, daß man kaum von einer Handlung sprechen kann, fesselt einen das Buch durch die Ironie und den Sprachwitz seines Autors. Ich habe es bereits zum zweiten Male mit großem Vergnügen gelesen. Leider hat Gogol Teile des Manuskripts in der Folge seiner Hinwendung zur Religiosität, die später sogar in einen religiösen Wahn mündete, wieder vernichtet.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Vorreiter und Inspirator, 5. Februar 2006
Von helmut seeger "liberaler" (karlsruhe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Was die Wiener Klassik für die Musik, ist die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in Russland für die Literatur. Gogols "Tote Seelen" gelten als eine Art Vorreiter und Inspirator für das was später von Tolstoj und Dostojewski zu den Gipfeln geführt wurde.
In der Tat weist die Geschichte schon einige Elemente der späteren Highlights der Literaturgeschichte auf - wie etwa die erzählten Geschichten innerhalb der Geschichte oder die großartigen Charakterzeichnungen.
"Die toten Seelen" ist die Geschichte eines Betrügers, welcher durch die russische Provinz der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zieht und von den Landbesitzern "tote Seelen" aufzukaufen sucht, also seit der letzten Volkszählung verstorbene Leibeigene, deren Tod noch nicht von den Behörden registriert wurde, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen.
Das Panorama Gogols ist in der Tat äußerst beeindruckend. Die Kraft der gezeichneten Charaktere lässt an die flämischen Meisterwerke der Malerei des 16. Jahrhunderts denken, die Beschreibung der Landeigentümer nimmt in ihrer Luzidität Tolstoj oder Dostojewski vorweg, ist allerdings auch voller satirischer Spitzen. Bisweilen scheint es gar, als hätte Gogol in seinem Figurenkabinett die sieben Todsünden nachzeichnen wollen, so geglückt sind ihm die personifizierten Darstellungen von Geiz, Völlerei, Spiel- und Trunksucht.
Der zweite Teil des Romans liefert ein umfassendes Panorama des Werdegangs der Hauptperson des Hochstaplers, welche ein zeitkritisches Bild der russischen Gesellschaft wie auch ein Soziogramm einer korrupten Kultur bietet.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Schade,..., 18. November 2002
Von Darko Spoljar (Siegburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
...dass Gogol sein Werk nicht vollenden konnte. Drei große Teile wollte er schreiben(angelehnt an Dantes „Commedia"), zwei sind es nur geworden, wobei der zweite Teil schon in einigen Passagen aus Fragmenten besteht, was vor allem an Gogols großer „Verbrennlust" liegt: der zweite Teil war schon druckfertig, als Gogol selbst ihn verbrannte! Dann fing er wieder an zu schreiben, war mit einigen Kapiteln nicht zufrieden und vernichtete diese dann (Auch einige Erzählungen vor den „Toten Seelen" mussten dran glauben!), so dass der zweite Teil mühselig aus den übrig gebliebenen Seiten zusammengesucht werden musste. Die Frage ist nun: Lohnt es sich, einen Roman zu lesen, der nicht einmal richtig fertig ist? Die Antwort: Ja, es lohnt sich! Nicht nur, dass wahre Größen wie Dostojewski Bezüge zu Gogols Roman schafften oder auch Puschkin und Thomas Mann ihn kannten und bewunderten - darin allein muss ja schon ein Grund liegen! -, nein, der Leser selbst wird diesen Roman zu schätzen wissen und nicht so leicht Tschitschikow, nebst anderen höchst skurrilen Figuren vergessen. Was dem Roman in der Kritik oft vorgeworfen wurde, ist seine Handlung im ersten Teil. „Da reist der Held doch nur von einem Gutsbesitzer zum anderen und kauft ihm tote Seelen ab - mehr ereignet sich doch nicht!"
Nicht ganz. Denn zum einen versteht es Gogol den Leser mit großartigen, spleenigen Einfällen zu unterhalten (selbst Puschkin musste wohl sehr oft lachen, als Gogol ihm vorlas), zum anderen ist jeder der von Tschitschikow bereisten Charakteren anders gestaltet (der eine servil, der andere jähzornig, der eine dumm, der andere geizig), was unseren Helden sehr wandlungsfähig machen lässt, machen muss. Auch der verräterische Nosdrew muss hier erwähnt werden, denn dieser ist der einzige, der Tschitschikow keine toten Seelen verkauft und ihn ständig in peinliche und auch gefährliche Situationen bringt. Und dann ist da noch die genaue, fast schon radikale Beobachtungsgabe Gogols oder liest man etwa alle Tage, wie ein Schwein ein Küken verschluckt?! Solche Einfälle und Szenen sind sehr oft in den „Toten Seelen" zu lesen. Erstaunlich, bei einem Autor, der psychisch oft so angeschlagen war. Auch der komplexe Charakter des Protagonisten ist bemerkenswert. Ist doch unser Tschitschikow keine gleichmäßig böse Figur, sondern hat auch viele gute Seiten, die erst so richtig im zweiten Teil immer mehr zum Vorschein kommen. Und im nicht vorhandenen dritten Teil sollte dann die völlige Wandlung beschrieben werden, was leider nicht mehr zustande kam. Auch der teilweise lückenhafte zweite Part des Romans fängt (wegen einiger Längen) zu wackeln an, fängt sich aber dann wieder sehr schnell. Dort wird vor allem dann der Charakter des Helden genauer unter die Lupen genommen und dort fängt die Wandlung langsam und daher auch glaubwürdig an, am besten vielleicht in einer Szene im Gefängnis mit einem alten Mann, aber es soll hier nicht mehr verraten werden. Gogols „Tote Seelen" bleiben das, was sie sind: ein unvergessliches Stück Literatur, welche sich viele Autoren danach zu Nutze machten und immer wieder daraus rezitierten oder Bezüge schafften. Auch wenn hier etwas fehlt, was ansonsten in jedem russischen Roman zu lesen ist, nämlich die Liebe (wird nur ganz am Rande erwähnt), so hetzt Gogol trotzdem den Helden durch Themen, wie Verrat, Neid, Faulheit, Unmenschlichkeit, Prasserei, etc. Und...vergisst niemals dabei den Humor.
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...Gogol seine "toten Seelen" beendet oder einen großen Teil nicht vernichtet hätte, wie ihm gesagt wurde. Wahrscheinlich wäre ein episches Meisterwerk daraus hervorgegangen! Lesen Sie weiter...
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4.0 von 5 Sternen Klassisch, Ironisch - Gogol
Auch wenn ich mit einigem Unbehagen mich dem Buch näherte (Die klassichen Werke der Literatur sind oft leider langwierig und -weilig) so habe ich mit einer umso größeren... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Dezember 2004 von Dennis Keller

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4.0 von 5 Sternen Ein Klassiker mit hohem Unterhaltungswert
Wohl nur wenige Werke der Weltliteratur haben einen so hohen Unterhaltungswert, wie Gogols „Tote Seelen" - durchaus kein kurzer Roman, doch kurzweilig bis zum Schluß. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Januar 2004 von 24-buch

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