Zoran Drvenkar gehört in meinen Augen zu den besten deutschen Autoren. Im Bereich des Kinder- und Jugendbuches ist er ohnehin mein Lieblingsautor - und das hat er hier wieder einmal eindrucksvoll bewiesen.
Bei der Lektüre der "tollkühnen Abenteuer von JanBenMax" haben wir uns alle unter den Tisch gelacht und über den Einfallsreichtum, der in diesen fantasievollen Geschichten zum Tragen kommt, Bauklötze gestaunt.
JanBenMax gibt es wirklich. Die drei Jungs sind die Patenkinder des Autors. In den Geschichten sind sie 8 (Jan), 6 (Ben) und 4 (Max) Jahre alt. Sie haben sehr unterschiedliche Vorlieben und Fähigkeiten. Während Jan sehr schlau ist und alles mögliche gelesen hat, kann Ben alles tanzen - und tut es auch und Max, tja, Max ist Max, der einfach zum Fressen ist und darüberhinaus auch noch dauern pinkeln muss :)
In den sechs vorliegenden Geschichten erleben die drei Brüder unglaubliche Abenteuer. Jeden Mittwoch, wenn die Mutter mit den Worten "Huch, jetzt muss ich aber weg!" das Haus verlässt, um einmal in der Woche für eine Stunde vom stressigen Alltag mit 3 Jungs zu entspannen, müssen JanBenMax einen Auftrag ausführen, über den Jan via Minitelefon informiert wird. Ein Hindernis muss zunächst aus dem Weg geräumt werden, bevor das Abenteuer so richtig losgehen kann. Frau Metzler, die Nachbarin von oben, wird jedes Mal mit Kaffee ruhiggestellt. Die alte Dame trinkt nämlich immens viel davon und schläft danach stets ein. Wenn Frau Metzler also im Reich der Träume weilt, reisen JanBenMax zum Mond (oder viel eher zur Sonne), in die Vergangenheit, auf den Grund des Ozeans, in die Wüste, in Frau Metzler (igitt, tatsächlich!) oder zum Mittelpunkt der Erde.
Erst nach der Rückkehr der Mutter erfährt der Leser, welche Alltagsgegenstände dabei draufgegangen sind. Da ist die ganze Toilette schon mal mit Klopapier verstopft, die ganze Wohnung voller Mehl (Wüstensand) oder Puderzucker dient als Mondstaub. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt...
Sprachlich-stilistisch ist Drvenkar - ohne zu übertreiben - perfekt! Hier passt jeder Satz, jedes Wort, jeder Gag. Die Stories sind durch und durch stimmig. Die Jungs sind ungeheuer lebendig und echt - ich lechze nach vielen weiteren Geschichten von JanBenMax. Bitte bitte, mehr davon!
Ich könnte mir den Stoff übrigens auch prima auf der Bühne vorstellen :)
Die Illustrationen von Christine Schwarz passen hervorragend zu den abgedrehten Stories. Keine Spur von kitschigem 08/15-Kram. Liebevoll und voller Komik passen die besonderen Bilder perfekt zu den Geschichten.
Unbedingt lesen und vorlesen und anschauen und genießen...