Aus der Amazon.de-Redaktion
Freitag, 12. November 1925 in der Galerie Pierre in der Rue Bonaparte in Paris: die erste Gruppenausstellung der Surrealisten wird eröffnet. Zu sehen sind Werke von
Hans Arp, Giorgio de Chirico,
Max Ernst,
Paul Klee,
André Masson, Joan Miró, Pablo Picasso und Man Ray. Obwohl die surrealistische Bewegung zunächst nur eine literarische war, und André Breton in seinem ersten "Manifest des Surrealismus" 1924 die Malerei nur am Rande erwähnte, schlossen sich der Gruppe bald auch viele bildende Künstler, Bildhauer, Fotografen und Filmemacher an. Ziel der literarischen wie der künstlerischen Bewegung war "die vollkommene Befreiung des Geistes", so der Wortlaut einer 1925 von 26 Künstlern und Schriftstellern unterzeichneten Erklärung. Indem sie in ihren Arbeiten der Darstellung von Unbewusstem, von Träumen und Visionen den Vorrang vor allem Rationalen und Bewussten gaben, wollten sie die "von der Herrschaft von Rationalismus, Zivilisation und Fortschritt unterdrückte Fähigkeit des Menschen zur Imagination" mobilisieren.
Der vorliegende Band präsentiert das vielfältige Spektrum der künstlerischen Arbeiten des Surrealismus, der als "ästhetische Revolution" die Kunst des 20. Jahrhunderts nachhaltig prägte. Neben den über 500 Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Objekten aus der Zeit von 1913 bis 1947, sind auch zahlreiche Illustrationen surrealistischer Zeitschriften, Manuskripte und Bücher abgebildet. Zu sehen ist außerdem eine Rekonstruktion der "Ikonenwand" André Bretons sowie sämtliche Arbeiten der berühmten Ausstellung 1936 in der Galerie Charles Ratton, in der nur surrealistische Objekte gezeigt wurden. Beispielsweise Meret Oppenheims mit Fell überzogene Tasse "Frühstück im Pelz", Marcel Duchamps Ready-made "Flaschentrockner", Salvador Dalís "Telefon mit Hummer (aus Gips) auf dem Hörer" oder von René Magritte "Dies ist ein Stück Käse", das aus einem gemalten Bild eines Käsestückes in einer gläsernen Käseglocke besteht.
Die Entstehung des Surrealismus, die einzelnen Strömungen sowie die Rolle wesentlicher Einflüsse, wie etwa die Lehren Sigmund Freuds oder die Techniken der Hypnose, werden in zwölf Texten namhafter Autoren im Anschluss an den Bildteil ausführlich beschrieben. Den Arbeiten vorangestellt ist eine Chronologie die -- illustriert mit zahlreichen Fotografien und Zitaten -- die Entwicklung der surrealistischen Bewegung anschaulich dokumentiert. Dort findet sich auch der Abdruck der Einladungskarte zur Ausstellungseröffnung am 12. November 1925 und ein Zitat Louis Aragons, der schrieb: "Das Laster Namens Surrealismus ist der zügellose, leidenschaftliche Gebrauch des Rauschgiftes Bild." Davon zeugt auch der Band Die surrealistische Revolution. --Britta Müller
Kurzbeschreibung
»La Révolution surréaliste« - der Titel der legendären Zeitschrift, die zum Organ der surrealistischen Bewegung wurde, gibt dieser Publikation über die fruchtbarste Phase des Surrealismus den Namen. Der mit mehr als 650 Abbildungen überaus reich illustrierte Band versammelt neben den Meisterwerken aus Malerei, Grafik, Fotografie, Film, Skulptur und den bei den Surrealisten hoch geschätzten Objekten und Fundstücken eine große Auswahl an Manuskripten und kostbar illustrierten Büchern, die die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Malerei, Poesie und Literatur erfahrbar machen. Die Hauptvertreter des Surrealismus werden ausführlich vorgestellt; dabei werden auch die Künstler und Schriftsteller berücksichtigt, die während des Zweiten Weltkrieges ins Exil flohen und sich von der Weite der amerikanischen Landschaft und der Kultur der Indianer inspirieren ließen. Auch die Gemeinschaftsproduktionen der Surrealisten, etwa der Cadavre exquis, nehmen breiten Raum ein. Zusammen mit einer bebilderten Chronologie ist dieses prachtvolle Buch das auf lange Sicht umfangreichste Quellen- und Verweiswerk zur Geschichte des Surrealismus. Die vorgestellten Künstler (Auswahl): Louis Aragon, Hans Arp, Brassaï, Victor Brauner, André Breton,! Salvador Dalí, Giorgio de Chirico, Marcel Duchamp, Max Ernst, Alberto Giacometti, Wilfredo Lam, René Magritte, Roberto Matta, Joan Miró, Meret Oppenheim, Wolfgang Paalen, Francis Picabia, Pablo Picasso, Man Ray, Yves Tanguy, Tristan Tzara