Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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119 von 152 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Ein Buch ist ein Sprengsatz, um die Fantasie freizusetzen...", 11. September 2008
...diesen Satz ruft die Queen empört aus, nachdem man ihre Lektüre, die sie auf dem Weg zur Parlamentseröffnung heimlich in der Kutsche las und zwischen den Polstern versteckte, versehentlich für eine Bombe hielt.
Dies ist nur einer von vielen ironisch-heiteren Höhepunkten in einer beißend-komischen Liebeserklärung an das Lesen.
Alan Bennett hat sich "Die souveräne Leserin" ausgedacht und beglückt die Leser mit einer Hommage an das Buch.
Die englische Königin, wie wir sie alle zu kennen glauben:
Diszipliniert, freundlich und gewandt im SmallTalk über alle unverfänglichen Themen dieser Erde, versagt sie sich persönliche Vorlieben und Hobbies, um niemanden auszuschließen.
Eines Nachmittags folgt sie ihren verwöhnten Hunden in einen bislang nur sehr selten besuchten Teil ihres Schlosses und entdeckt einen altersschwachen Bus, der als mobile Bibliothek ihre Bediensteten mit Lektüre versorgt.
Mit der ihr zur zweiten Haut gewordenen Höflichkeit verlässt sie diesen Bus erst wieder, nachdem sie sich ein Buch ausgesucht hat. Dabei berät sie ein Küchenjunge, der sich bestens in der Literatur auskennt.
Als die Queen eine Woche später das Buch zurückbringt, ist auch Norman wieder da und empfiehlt ihr weitere Lektüre.
Elizabeth lässt sich auf das Abenteuer ein und findet Gefallen an den Texten, die Norman für sie aussucht und wird zu einer eifrigen und kritischen Leserin.
Doch das bringt für den in Konventionen erstarrten Hof Komplikationen mit sich. Nicht nur, dass die Queen plötzlich nur noch mit einem Auge repräsentiert (das andere gebraucht sie für ihre Lektüre) und sich nachlässiger kleidet. Sie verwickelt nun auch alle Gesprächspartner in manchmal arg peinliche Gespräche über die Literatur und wünscht plötzlich Autoren zu treffen, mit denen sie dann doch nicht so viel anzufangen weiß.
Und das ist nur der Anfang...
"Die souveräne Leserin", erschienen in der wunderschönen "Salto"-Reihe des Wagenbach Verlages, ist eine echte Leseperle.
Hier kommen Literaturliebhaber in den Genuss einer heiter-spritzigen Betrachtung über die Sprengkraft der Literatur und in ein Kabinettstückchen typisch englischen Humors.
Ein Volltreffer!
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35 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine charmante Hommage an die Leselust..., 11. Januar 2009
... ist dieses kleine Büchlein des britischen Dramatikers Alan Bennett. Die Queen kommt durch einen Zufall zum Lesen, und fortan bestimmt die Liebe zur Literatur zunehmend ihren Alltag. Sehr zum Missfallen ihres Kammerdieners, des Hofstaates und des Premierministers übrigens.
Das Buch zeichnet sich durch witzig-spritzige Dialoge, interessante Ausflüge in die Welt der Literatur und charmante Anekdoten aus. Mit einem leisen Lächeln kann der geneigte deutsche Leser einen Einblick in die höfische Etikette genießen, die Abläufe sind teilweise so realistisch dargestellt, dass diese Geschichte durchaus wahr sein könnte. Allerdings missfällt mir teilweise die doch etwas naiv anmutende Darstellung der Queen, und es bleibt auch nebulös, was genau eigentlich gegen ihr neues Hobby, die Literatur, spricht. Auch das Sie sich wegen des Lesens jetzt nachlässiger kleidet, scheint mir etwas an den Haaren herbeigezogen. Oder kleiden Sie sich nachlässig, nur weil Sie gerne Lesen?? Zum Ende "schwächelt" das Buch auf den letzten Seiten m.E. etwas, ich habe immer auf das "gewisse Etwas" gewartet.
Da es ausblieb, nur vier Sterne. Vielleicht viereinhalb, aber wegen einiger klitzekleiner Schwächen eben keine fünf Sterne.
Ein nettes, kleines, durchaus lesenswertes Lesevergnügen - mehr aber nicht.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Kleinod, 26. November 2008
Ich bin so begeistert von diesem herrlichen Büchlein. Fange ich mal mit dem Äußeren an: Der Umschlag ist purpurrot und seidig, das Bild darauf zeigt eine neugierige Queen. Und genau das ist sie in der Geschichte: Die Queen - ja, hier dreht es sich um Elisabeth II - entdeckt zufällig die Welt der Bücher. Sie, bei der vorher alles geplant und exakt organisiert ablief, bei der selbst die Gesprächsthemen mit Partygästen immer nach dem gleichen Muster verliefen, liest leidenschaftlich und bewegt sich dadurch nach und nach aus gewohnten Bahnen, spricht andere Themen an, stellt andere Pagen und läd andere Gäste ein und verbringt mal einen ganzen Tag (lesend) im Bett. Ihre Umgebung ist natürlich "not amused". Herrlich, wie der Herzog von Edinburgh charakterisiert wird, wie Gesten und Reaktionen der Queen von Bennett beschrieben werden. Ich kann beide förmlich vor meinem inneren Auge sehen. Beschrieben werden auch steife und karrierebewusste Hofbedienstete, der unscheinbare aber belesene Verbündete der Queen, Vertreter aus dem Volk, die etwas ganz bestimmtes von der ersten Frau im Staat erwarten und irritiert sind, wenn diese menschliche Züge hat und Autoren, die wunderbar schreiben können aber auch laut und ichbezogen auftreten. Die Queen lernt es, aus dem Auto heraus herrschaftlich zu winken und dabei unauffällig zu lesen. Ich habe dieses Buch auch praktisch nicht aus der Hand gelegt, bevor ich es von vorne bis hinten durchgelesen hatte und musste dazu auch "Multitaskingfähigkeiten" beweisen. Dieser Einsatz lohnte sich!
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