Theodor Ickler, Germanistik-Professor und Autor des Rechtschreibwörterbuchs, hat dieses Buch schon 1997 vorgelegt; es bleibt aktuell, solange es die Rechtschreibreform gibt. Ickler beschreibt zunächst die Entstehung der "Rechtschreibreform" und befaßt sich dann mit ihren Themen: der Laut-Buchstaben-Zuordnung, der Getrennt- und Zusammenschreibung, der Groß- und Kleinschreibung, der Zeichensetzung und der Worttrennung; dann vergleicht er die bekannten Wörterverzeichnisse bzw. -bücher und beschreibt und bewertet die Durchsetzung der Reform auch gesellschaftspolitisch. Ein Anhang mit Regeln und einer Wörterliste rundet das lesenswerte Werk ab. Gelungen ist dieses, weil es der Autor versteht, die zahlreichen Fehler der Reform wissenschaftlich exakt zu dokumentieren, aber zugleich allgemeinverständlich zu formulieren, einerseits eine Fülle wichtiger (schrift)sprachlicher Details zu vermitteln, andererseits aber den Leser auch zu unterhalten - auch wenn die Lektüre streckenweise themenbedingt etwas Konzentration verlangt. Wenn dies dann mal amüsierte, mal weinerliche Stimmungen provoziert, so ist das weniger im literarischen Vermögen des Autors begründet (der den Untertitel "Ein Schildbürgerstreich" völlig zu recht gewählt hat) als vielmehr "reformbedingt", nämlich Ausdruck des sprachwissenschaftlichen Unvermögens der Reformer. Am Ende dürfte ein verständnisloses, wütendes, hoffentlich nicht resignierendes Kopfschütteln die Oberhand gewinnen. Wer die deutsche Rechtschreibung aktiv fördern und verteidigen möchte, findet hier Information und Argumentationshilfe.