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Die sizilianische Oper: Roman
 
 
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Die sizilianische Oper: Roman [Taschenbuch]

Andrea Camilleri , Monika Lustig
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 7., Aufl. (Juli 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492234402
  • ISBN-13: 978-3492234405
  • Originaltitel: Il birraio di Preston
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,1 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 450.480 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Am 10. Dezember 1874 brennt im verschlafenen sizilianischen Städtchen Vigata das Opernhaus. Kommissar Puglisi vermutet Brandstiftung, denn dieser geplante kulturelle Höhepunkt war von Anfang an von Schwierigkeiten begleitet.

Der neue Präfekt in Montelusa, der zu allem Unglück aus der Toskana stammt, hat nicht mit dem Starrsinn der Vigateser gerechnet. Er möchte am liebsten "das Wohlgefallen an einer Oper polizeilich verordnen". Doch sein gut gemeinter Einsatz für die Kunst scheitert schmählich. Die Oper mit dem nicht unbedingt rasend interessanten Titel Der Bierbrauer von Preston wird vom Publikum ab der ersten Szene boykottiert und ins Lächerliche gezogen. Wobei niemand sich um die Oper als solche auch nur einen Deut schert. Allerdings, keiner in Vigata lässt sich aus Montelusa irgendetwas vorschreiben. Schon gar nicht Musik.

Camilleri hat sich für den Leser einige nette Spielereien einfallen lassen. So beginnt jedes Kapitel und der erste Satz mit einer Überschrift aus bekannten Romanen. Auch die Reihenfolge der Abschnitte lässt mehr als nur eine mögliche Lesart zu. Jeder kann sich die Ereignisse um den Brand des Opernhauses selbst zusammenstellen, denn die Kapitel sind in sich abgeschlossen.

Der Erzählstil ist, wie von Camilleri gewohnt, deftig und prall. Das sizilianische Leben eben. Hier nimmt keiner ein Blatt vor den Mund, und wenn es darum geht, Klartext zu reden, dann bestehen die Sizilianer darauf, lateinisch zu sprechen. Das muss man einfach wissen. Und wenn sie im Unklaren bleiben wollen? Dann weichen sie aufs Sizilianische aus, logisch. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Amazon.de-Hörbuchrezension

Eigentlich sollten sich die Bürger des sizilianischen Nestes Vigàta freuen, dass auch ihr Dorf ein Opernhaus vorweisen kann. Das Gegenteil ist der Fall. Denn Initiator des Opernprojekts ist der neue Präfekt aus Montelusa. Und der stammt erstens aus der Toscana, was an sich schon ein Fehler ist, und zweitens werden Vorschläge aus Montelusa in Vigàta aus Prinzip abgelehnt. Und so geht es bereits bei der Theaterpremiere drunter und drüber und die Oper zu guter Letzt in Flammen auf.

So einfach wie seine Erfolgskrimis um Commissario Montalbano lässt sich Andrea Camilleris historische Erzählung Die sizilianische Oper nicht in eine Hörversion verwandeln. Denn der italienische Kultautor hat sich ein paar hübsche Spielereien ausgedacht. So sind die Kapitel in sich abgeschlossen und deren Reihenfolge variabel. Wer will, beginnt also mit CD sechs und arbeitet sich zur ersten vor. Auf diese Weise kann man die Camillerische Farce mehrfach anhören und ihr immer neue Aspekte abgewinnen. Wiederholtes Abspielen empfiehlt sich ohnehin, da der Roman mehr als komplex und die Personenzahl verwirrend groß ist -- auch wenn Vorleser Frank Arnold sich größte Mühe gibt, jeder Figur eine eigene Stimme, einen Charakter zu verleihen. Deshalb ist die erste Lesung noch Arbeit pur -- das Vergnügen über diese deftig-derbe Landposse wächst aber proportional zur Anzahl der Hörversuche. --Beate Strobel

Ungekürzte Lesung, Spieldauer: 420 Minuten als 5 MCs; auch erhältlich als 6 CDs. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von evasabine
Format:Taschenbuch
Wieder ein Roman, der im „historischen" Vigata Camilleri's spielt, diesmal im Jahre 1874. Das neu erbaute Opernhaus soll mit einer Oper eingeweiht werden, die der unbeliebte Präfekt der Provinz kraft seines Amtes „verordnet"haben soll. Die Vigateser spalten sich in zwei Lager: eine kleine Abordnung von Leuten, die aus den unterschiedlichsten, stets aber eigennützigen Gründen den Präfekten und seinen Wunsch unterstützt, sowie praktisch der Rest der Einwohner, der - zumeist aus ebenso eigennützigen Gründen - den Präfekten und damit die Oper ablehnt. Es kommt zu tumultartigen Szenen bei der Aufführung, im Vorfeld werden Intrigen gesponnen und „Gefallen" eingefordert, es wird Vetternwirtschaft betrieben, dass es eine wahre Pracht ist, und schließlich wird gar das Opernhaus einfach abgefackelt - richtig sizilianische Verhältnisse eben (oder wie man sich das Sizilianische eben hierzulande so vorstellt).

Haben die ersten beiden Drittel des Romans noch mehr von einem Gesellschaftsroman an sich, so steigern sich im letzten Drittel die Elemente des Kriminalromans. Hier tritt der sympathische Commissario Puglisi auf den Plan, der so viele vertraute Züge und Eigenschaften an sich hat, dass es sich bei ihm nur um einen direkten Vorfahren von Commissario Montalbano handeln kann. Auch Puglisi legt das Gesetz bei Bedarf einmal großzügig aus, wenn dadurch Unrecht an Unschuldigen (oder was er eben dafür hält) vermieden wird; und auch er hat loyale Untergebene, die seinen Rücken decken.
Aber der Kommissar steht nicht im Mittelpunkt des Romans, seine Ermittlungen im Falle des Opernhausbrandes sind nur von kurzer Dauer. Er ist einfach eine der vielen Personen, aus deren Perspektive die Geschehnisse um die Opernaufführung erzählt werden.

Der Roman besteht aus 24 Kapiteln, die in scheinbar loser Form kleine Geschichten erzählen, die jeweils von völlig anderen Personen handeln. Erst nachdem man einige Kapitel gelesen hat, werden die Zusammenhänge langsam erkenntlich. Das liegt auch mit daran, dass die Reihenfolge der Kapitel keineswegs die chronologische Abfolge der Ereignisse wiedergibt, wie Camilleri ganz am Schluss des Buches selber sagt („P.S. Zu dieser späten Stunde, ich meine, jetzt, wo wir beim Inhaltsverzeichnis angekommen sind, werden die Leser, die bis hierher durchgehalten haben, sicherlich gemerkt haben, dass die vom Autor vorgeschlagenen Reihenfolge der Kapitel nur ein Vorschlag ist: tatsächlich kann sich jeder Leser, wenn er will, seine eigene Sequenz zusammenstellen").
Wer sich die Mühe macht und tatsächlich bis zum Inhaltsverzeichnis am Ende des Buches durchhält, wird feststellen, dass jedes Kapitel mit einem Satz aus einem berühmten Werk der Literatur beginnt.

Fazit: Alles in allem ein höchst amüsanter und gelungener Roman, wiederum nichts, um „einfach so Runtergelesen zu werden" (aber gibt's von dieser Sorte Bücher nicht sowieso schon mehr als genug...), schon aufgrund der vielen vorkommenden Personen muss man sich ein bisschen konzentrieren. Dennoch: Prädikat "Äußerst empfehlenswert" - macht Lust auf viele weitere Camilleri Bücher!!!

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Eigentlich möchte ich nichts über den Inhalt verraten, um nicht den Genuß zu schmälern. Aber ein paar Bemerkungen müssen sein: hier geht alles zusammen, die Fabulierkunst des Autors mit der Bandbreite der Stimme des Sprechers. Wer den Kontrast zwischen Sonne auf einer Plaza und Zwielicht in engen Gassen mag, wird Camilleri so zu schätzen lernen, wie es bei mir nach diesem Hörerlebnis der Fall war.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von isy3 TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
... bilderreich und sprachgewaltig (die Originalausgabe muß geradezu genial sein). Autor Andrea Camilleri bringt uns hier sein Sizilien nahe, wie es war, ist, und wahrscheinlich noch lange bleiben wird. Ausgehend von einer wahren Begebenheit - ein Opernhaus ist kurz nach der Eröffnung abgebrannt - setzt sich dem Leser Stück für Stück ein Puzzle zusammen, das absolut glaubwürdig klingt. Und das obwohl es in der Geschichte reichlich turbulent und bisweilen grotesk zugeht. Es entsteht ein prallbuntes, sizilianisches Sittengemälde. Die italienische Innenpolitik bekommt dabei ordentlich ihr Fett weg, aber auch die ortstypischen Gepflogenheiten und menschliche Schwächen werden bloßgelegt und tüchtig aufs Korn genommen.

Ich möchte das Buch als Reiseliteratur empfehlen. Hier wird das Lebensgefühl der fiktiven Kleinstadt Vigàta so lebendig und gleichzeitig ironisch wiedergegeben, daß einen das Reisefieber packt; denn diese Kleinstadt - man spürt es sofort - hat ein real existierendes Vorbild. Ein Städtchen voll derart kerniger Charaktere möchte man sogleich kennenlernen.

Für gebildete Vielleser bietet das Buch übrigens einen besonderen Genuß: jedes Kapitel beginnt mit den Anfangsworten berühmter Werke der Weltliteratur, geht aber dann völlig anders weiter. Der Aufbau des Romanes ist so gehalten, daß man am Ende aus den einzelnen Kapiteln sein eigenes Drehbuch schreiben könnte, indem man die Kapitel in anderer Reihenfolge anordnet. Jedes einzelne der Kapitel im Buch ist ein eigenständiges kleines Kunstwerk, das für sich allein bestehen kann, und doch sind sie alle durch ihre Figuren und den Ort der Handlung miteinander verzahnt. Diese innere Konstruktion ist also wiederum ein kleines Kunstwerk.

Musikliebhaber kommen in einem italienischen Opernroman natürlich ebenfalls auf ihre Kosten.

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