21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
immer wieder ein Genuss......, 24. September 2010
...die Bücher von Sabine Weigand zu lesen.Ihr fundiertes historisches Wissen bringt sie immer wieder in ihre Romane mit ein , wie auch in dieses Buch . Die Figur der Sarah hat es tatsächlich gegeben und auch Ezzo von Riedern ist eine Figur des Mittelalters.Die Geschichte, die Sabine Weigand um diese beiden Personen herum geschrieben hat, ist mehr als interessant und unterhaltsam.Die drei Hauptprotagonisten Sara, Ezzo und Ciaran, werden in einzelnen Kapitel vorgestellt. Sara, die Jüdin,die nach dem Tod ihres über alles geliebten Ehemannes, dessen Bruder heiraten muss und nach einem Jahr vor seinen brutalen Übergriffen zu ihrem Onkel flüchtet,der sie als Medica ausbildet.Als der Onkel, ein Opfer der christlichen Gewalt wird, begibt sich Sara auf die Suche nach ihren Eltern, die ihre Heimatstadt verlassen hatten, um vor der christlichen Willkür zu fliehen.
Sara findet Unterschlupf bei einer fahrenden Gauglertruppe, bei denen sie auch Ciaran einen ehemals irischen Mönch und Ezzo von Riedern kennenlernt. Alle hüten ein Geheimnis und finden bei den Fahrenden die Anonymität , die sie brauchen.
Dieser Roman hat als Hauptthema den Glauben. Genauso wie wir viel über das Judentum seine Riten und die Grausamkeiten erfahren, denen dieses Volk über die Jahrhunderte ausgesetzt war, wird auch viel über die ersten Anfange des Umbruchs in der christlichen Kirche berichtet. Die Lolladen mit ihrem Anführer Wyclif, aber auch Jan Hus, der für seine Überzeugung auf dem Scheiterhaufen auf dem Konstanzer Konzil den Tod fand, sind Themen dieses Buches.
In gewohnter Weise finden wir in Frau Weigands Romanen ausgefeilte Charaktere, die eine interessante Vergangenheit aufweisen und einen Erzählfluss, der einen das Buch verschlingen läßt.Das Glossar am Ende des Buches und die Erklärungen zum Judentum und zur Entstehung dieses Buches runden diesen hervorragend gelungenen Roman ab.
Für mich war dieses Buch wieder reiner Lesegenuss, der leider viel zu schnell ein Ende fand.
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17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unheimlich spannend & informativ, 21. September 2010
Im Mittelpunkt dieses wunderbaren Romans stehen drei Protagonisten: Sarah, die jüdische Medica, Ciaran, der irisch-englische Mönch und Ezzo, der mittellose Ritter. Alle drei sind auf der Flucht. Alle drei haben ein Geheimnis, das sie vor ihren Mitmenschen verbergen. Alle drei sind auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, auf der Suche nach ihrer "silbernen Burg"...
"Die silberne Burg" umfasst den Zeitraum von 1390 - 1428, ist in fünf Bücher eingeteilt und beginnt mit der Kindheit der Protagonisten, begleitet sie über ihre Jugend hinein in das Erwachsenenalter und lässt sie schliesslich bei einer Truppe Gaukler aufeinander treffen.
Die Geschichte wird jeweils aus der Perspektive eines der Protagonisten erzählt. Man könnte fast sagen, dass alles eine Frage des Glaubens ist (wenn Sie sich hoffentlich entschliessen, diesen Roman zu lesen, werden Sie verstehen, warum ich die Formulierung so gewählt habe), denn anhand von Sarahs Jugend und deren anschliessendem Schicksal gewährt Frau Dr. Weigand faszinierende & erschütternde Einblicke in das Alltagsleben der deutschen Juden im Mittelalter mit seinen unzähligen Vorschriften, Regeln, Gebräuchen, den unablässigen Bedrohungen, Progromen und Massenmorden, derer sich die Juden schon damals ausgesetzt sahen. Dem gegenüber stellt sie den katholischen Glauben des irisch-englischen Mönchs Ciaran und seinen Gewissenskonflikt gegenüber den Lollarden/Hussiten, der durch das Konstanzer Konzil neue Nahrung erhält. Eine Glaubensfrage der ganz anderen Art beschäftigt unterdessen Ezzo, nämlich die der unerfüllten Liebe, der Minne.
Den fiktiven Charakteren werden historische Persönlichkeiten wie John Wyclif, Jan Hus oder König Sigmund mit seiner zweiten Ehefrau Barbara von Cilli zur Seite gestellt. Fiktive Ereignisse erlangen durch in den Erzählfluss eingewobene, reale Begebenheiten wie z.B. das Konstanzer Konzil, und die historisch belegten Personen Authentizität.
Schliesslich erfährt man durch Sarahs Tätigkeit als Medica auch interessante, zum Teil recht graphische, Details der mittelalterlichen Heilkunde. Ihre (Er-)Kenntnisse werden den Heilmethoden eines Quacksalbers gegenübergestellt. Einschübe aus der "Dreckapotheke" (einige doch recht sonderbare Arzneien nach dem Motto: je widerlicher, desto besser die Heilkraft) und als Gegenpol Aufzeichnungen von Sarahs Onkel, einem Medicus, der nach der arabischen Heilkunst praktizierte, vervollständigen das Bild. Ein achtseitiges Glossar rundet das Gesamtpaket ab.
Die Charaktere sind wie immer fein gezeichnet: mit Ecken, Kanten, Eigenarten und Ängsten. Die Taktzahl für die Spannung bleibt immer im genau richtigen Bereich. Ich fand "Die silberne Burg" mit ihren drei Protagonisten auf der beschwerlichen Suche nach einem besonderen Platz in ihrem Leben unheimlich spannend und interessant - und zwar von der ersten bis zur letzten Seite!
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hohe Erwartungen erfüllt, 15. Januar 2011
Nachdem ich nach dem großartigen
Die Seelen im Feuer mit einer sehr hohen Erwartungshaltung an dieses Buch heranging kann ich nur sagen- ich wurde nicht enttäuscht. Sabine Weigand gelingt es wiederum wunderbar eine spannende Geschichte und spannende Geschichte gleichzeitig zu erzählen. War bei ihrem Vorgängerbuch die Protagonistin eine Apothekerin, so hat sie jetzt die historisch nachweisbare Figur des Sara Juden Ertztin zu Wirtzburg in den Mittelpunkt ihrers Romans gestellt und dabei viel über das Leben der Juden in die Geschichte dieser Figur gepackt. Aber auch über das Mönchstum, die Wurzeln der Reformation und das Rittertum erzählt die Autorin und über das wichstigste Ereignis am Ende des Mittelalters- das Konzil von Konstanz.
Fazit: Ein fesselender Roman einer hervorragenden Autorin
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