2005 hat Elisabeth Herrmann mit ihrem Erstling "Das Kindermädchen" bewiesen, dass sie ein Gespür für brisante Themen und charakterstarke Hauptfiguren hat.
2007 hat sie mit "Die 7. Stunde" bestätigt, dass sie zu einer der besten Krimiautorinnen Deutschlads zählt.
In "Die 7. Stunde" führt Elisabeth Herrmann die Geschichte um den ehemaligen Staranwalt Joachim Vernau fort.
Noch immer versucht Vernau, seine Kanzlei mit seiner Kollegin Marie Luise Hoffmann, über Wasser zu halten. Doch da das Geld an allen Ecken und Enden fehlt, nimmt Joachim Vernau einen Job als Aushilfslehrer an einer Eliteschule an. Doch die Schulleitung und ihre Schüler benehmen sich seltsam verschwiegen und abweisend ihm gegenüber.
Erst nach und nach, und mit Hilfe von altbekannten Figuren wie seinem Jurastudenten Kevin, seiner Kanzleipartnerin Marie Luise und auch einigen neuen Gesichtern, durchblickt Joachim Vernau langsam die Tragödie, die sich in dieser Berliner Schule abspielt.
Von der erstern bis zur letzten Seite schafft es die Autorin, den Leser zu fesseln.
Sie beschreibt die Figuren, ebenso wie sie es im ersten Band tat, differenziert und lebensnah.
Ihre Hauptfiguren Joachim und Marie Luise bleiben unheimlich sympathisch, da sie, neben den außergewöhnlichen beruflichen Schwierigkeiten, sehr weltliche Probleme mit Familie und der Liebe haben.
Elisabeth Herrmanns Stärke liegt nicht nur in ihrer Fähigkeit, Spannung zu erzeugen, sondern besonders darin, Atmosphäre zu schaffen. Sie schafft es wie keine Zweite, Melodien, Gerüche, Bewegungen und Gefühle so zu beschreiben, dass noch während des Lesens ein lebendiger Film im Kopf des Reziepienten abläuft.
Dieses Buch ist ein MUSS- nicht nur für die Krimiliebhaber, sondern für alle, die gerne gute Bücher lesen.
Bücher, nach deren Auslesen man Vergleichbare lange suchen muss.