Wenn man die Angst-Literatur ansieht, nimmt diese genauso zu, wie die
Angst-Störungen in der Gesellschaft. Viele Ratgeber versuchen, das
Bedürfnis, die Angst ein für allemal zu überwinden, zu befriedigen. Oftmals wird
versprochen, dies könne gelingen, z. B. liest man:
"Unsere Angstgefühle erzeugen wir uns selbst. Jeder Mensch besitzt die Fähigkeit, seine Ängste abzubauen. Schritt für Schritt möchte ich dem Leser dabei helfen, seine Ängste zu erstehen und langsam zu überwinden." Nur ein Zitat aus einem sehr
erfolgreichen Angstratgeber. Das sind Botschaften, die man gerne hört.
Nun liegt ein Buch vor, das uns solches nicht verspricht, entstanden aus einer
Welt-Anschauung, die nachdrücklich differenziert zwischen Seele und Psyche. Der Psyche mögen bestimmte Umstände höchst unangenehm sein, der Seele sind sie eine
Erfahrung. Denn die Lehre von der Archetypen geht von der Erfahrung als Axiom
aus: der Kosmos ist Erfahrung. Erfahren werden will alles.
Deswegen nehmen sich Seelen in einer Inkarnation vor, auch mit bestimmten
Ängsten Erfahrungen zu machen, auch wenn die Psyche das
lieber vermeiden würde.Manchesmal vermag sie vorübergehend die Erfahrung zu vermeiden oder aufzuschieben, aber die Seele sollte ebenso geduldig wie gewiss sein, sie werde diese Erfahrung machen.
Ängste sind oftmals unangenehm, sie blockieren das, was uns lebenswert
oder erstrebenswert erscheint. Deswegen ist es gut, die eigene Angst-struktur zu
kennen. Ist dies nicht der Fall, wird man von ihr gelebt. Ist dies der
Fall, gibt es gewisse Spielräume der Entscheidungsfreiheit, mit einer
Angst-struktur bewusster und damit angemessener umzugehen.
Es wird einem hier nicht versprochen, man werde seine Ängste verlieren.
Weil diese die Basis einer Erfahrung der Seele in dieser Inkarnation seien,
aber durch Lektüre kann man seine Grundängste besser einordnen und damit besser
umgehen lernen.
Die Differenzierung in sieben menschliche Urängste war bereits in dem Buch "Archetypen der Seele" vorhanden, aber dort wurde der angemessene Umgang damit eher angedeutet. Dies ist nun für jede Angst ausdifferenziert und
ausgearbeitet worden. Man merkt, es stehen Fragen von Therapeuten hinter
diesem Buch. Die Quelle beantwortet das, was gefragt wurde und nur solche
Fragen von Therapeuten wurden wohl gestellt.
Zu körperlichen Krankheiten wurden Verbindungslinien aufgedeckt und die
Möglichkeit des therapeutischen Umgangs näher beleuchtet.
Gerade dann, wenn es nun darum geht, die Spielräume im Umgang mit der
Angst zu erkennen, ist es sehr wichtig, hier in die Details zu gehen und
die Durchsagen in der Praxis zu erproben.
Erfahrungen ohne Begriffe sind blind,meint schon Immanuel Kant.
Angsterfahrungen ohne eine Deutung können nicht bewältigt werden. Wer
nicht weiss, dass er oder sie starrsinnig ist, und deswegen immer latent
eine Angst davon hat, verlassen zu werden, kann seine eigenen Verhaltensweisen
kaum erklären, Panikattacken bei den kleinsten Anzeichen oder vor jeder
Gefahr einer Trennung schon die Aktivität, lieber selbst eine Bindung
aufzulösen. Hier werden Begriffe geboten, diese Erfahrungen einzuordnen
und zu verarbeiten.
Es werden in diesem Buch eine Fülle sehr konkreter,praktischer Anregungen
gegeben. Angesichts des Umstands ubiquitärer Verbreitung von Angst ist
es an der Zeit, solche wertvollen Hinweise nicht in der "Schmuddelecke der
Esoterik" verschimmeln zu lassen,sondern in den therapeutische Diskurs
einzubringen, insbesondere durch die Therapeuten,die diese Werkzeuge
kennen und privat auch schätzen, sich aber im öffentlichen Diskurs darauf nicht beziehen.
Man könnte, da ja hier keine Menschenversuche gemacht werden sollen,
erst einmal diejenigen befragen, die mit Hilfe dieses Werks lernen, mit
ihren Ängsten besser umzugehen,ob ihnen diese Erkenntnisse zu einer höheren
Lebensqualität verholfen haben.
Die Zeit ist reif.