Die schwarzen Vögel ist ein Buch, das sich von den restlichen Büchern des Autors (Das Wüten der ganzen Welt, Die Netzflickerin, Ein Schwarm Regenbrachvögel) gänzlich unterscheidet. Inhaltlich bietet sich dem Leser ein Sammelsurium reizvollster Themen: Ehe und Ehebruch, Sexualität, Begierde, Kinderlosigkeit, Mord und Totschlag. Diese Mischung wird durch Handlung und Personenkonstellation beinahe zu einem Kammerspiel, mit temporeicher Spannung, wobei in der 1. Hälfte des Buches die Spannung beinahe zu sehr dominiert. Alles andere, was den Autor in seinen weiteren Büchern so auszeichnete, bleibt teilweise in der 1. Hälfte etwas farblos (Gefühlsebene, Psychologische Momente, usw.).
Je mehr der Charakter der Ehefrau hervortritt umso stärker wird das Buch auch literarisch. Ihre Gedanken über Kinderlosigkeit, Ehe, Vertrauen und Mißtrauen, die zunehmenden Zweifel an der Unschuld Ihres Mannes (in beiderlei Hinsicht) sind nicht nur aus dem Blickwinkel einer Frau durch einen männlichen Autor hervorragend beschrieben sondern reißen den Leser förmlich mit. Auch die zwielichtige Rolle des Kommissars, der im Laufe des Buches immer tiefer in die Geschichte hineingezogen wird, tut dem Buch gut. Ab der 2. Hälfte wird das Buch damit immer besser. Am Schluß wünscht man sich, die Geschichte könnte fortdauern und legt sie fast mit Bedauern zur Seite.