Das Grauen, wie man es sich schrecklicher nicht vorstellen kann, erreicht zu Beginn des 19 Jahrhunderts ein kleines Schweizer Bauerndorf. Die Bauern stehen unter der Knechtschaft grausamer Rittersleute, die von ihnen das unmögliche Verlangen. Um nicht ins komplette Verderben zu stürzen gehen sie einen Pakt mit dem Teufel ein, der im Gegenzug die Seele eines ungetaufen Kindes verlangt. Als ihm dies verwehrt wird verwandelt sich die Frau, welche in Persona den Pakt eingegangen ist, auf packende und dramatische Weise in eine schwarze Spinne, die Tod und Verderben über das Dorf bringt. Am Ende siegt das Göttliche, aber wie in einem guten Horrorroman bleibt offen, ob das Grauen nicht doch zurückkehren kann. Eingebettet in den christlichen Hintergrund wird das der Fall sein, wenn die Menschen ihre christlichen Tugenden und Pflichten erneut vergessen.
Eine spannende Novelle aus dem Jahr 1842, ohne mahnenden Zeigefinger, die auch heute noch gut zu lesen ist. Der Mix aus fast schon modern anmutender Phantasygeschichte und Heimatroman ist packend und die sehr menschliche Darstellung der Bauern fasziniert. Voller Angst sind sie zu fast allem bereit, um dann nach vermeintlicher Erlösung sehr schnell alles zu vergessen und jede Schuld nur noch "beim anderen" zu suchen.
Vier Sterne und nicht fünf, da der Sprachstil doch sehr lokal ist und man öfter mal nachschlagen muß um zu verstehen, was eigentlich gemeint ist. Und auch vier Sterne, weil die absolute Spannung dann doch nicht aufkommt. Gotthelf konkurriert heutzutage im Genre "Spannung" oder gar "Horror" einfach mit anderen Medien und Meistern als es zu seiner Zeit der Fall war.