Um mal die Verlagsbeschreibung und die vielen anderen Rezensionen nicht zu wiederholen, sondern nur zu ergänzen:
Leider ist das Buch zum Teil nicht sehr gut recherchiert, der Autor hat manchmal nur eine handvoll Gerüchte zusammengeklaubt, um daraus eine zugegebenermaßen spannende Geschichte zu spinnen. Es werden auch kaum Klischees ausgelassen, die heute als Greuelpropaganda gelten, z. B. Nazi-Lampenschirme aus tätowierter Menschenhaut. Genauso Schweizer Bänker, die Holocaust-Überlebende um ihr Vermögen betrogen hätten (das kann ich leider beim besten Willen nicht ausschließen, aber der Ablauf der damaligen Entschädigungszahlungen legt nahe, daß solche Verdächtigungen weitestgehend übertrieben sind - siehe z. B. Ferdinand Lips, "Die Gold-Verschwörung").
Der Schwarze-Sonne-Mythos kommt leider nicht vor, wenn man es von einer kurzen und recht klischeehaften, wenig glaubwürdigen Episode, die in der Wewelsburg spielt, absieht.
Der beschriebenen Zug voller Gold und anderen Schätzen, von dem man nach der Entdeckung durch die USA nie wieder gehört hat, ist nach Meinung des Autors Carmin ("Das schwarze Reich") übrigens einem amerikanischen Geheimdienst in die Hände gefallen und dient seitdem dort zur Finanzierung "schwarzer" Operationen.
Eine der handelnden Personen bezeichnet Wien als die älteste deutschsprachige Universität der Welt, was nur insofern richtig ist, als daß die schon 1348 gegründete Karls-Universität Prag, die eigentlich diesen Titel verdient hätte, 1945 von der Tschecheslowakei geschlossen wurde und durchaus umstritten ist, ob die heutige (tschechische) Universität Prag das Recht hat, sich auf diese Tradition zu berufen.
Bei dem Teil, der in Moskau spielt, werden Russen so extrem klischeehaft und abwertend dargestellt, daß man sich in einem schlechten Comic fühlt.
Es gibt auch einige Logikbrüche. Als zum Beispiel eine Gruppe schnell aus einem Hotel verschwinden muß, zündet sie das Hotelzimmer an und verkleidet sich als Feuerwehrleute - komisch, normalerweise habe ich nicht immer Benzinkanister und Feuerwehr-Schutzausrüstung dabei, wenn ich in ein Hotel gehe.
Worum es bei dem eigentlichen Schatz geht, möchte ich hier nicht verraten, um denjenigen, die ich hiervon nicht abschrecken lassen, nicht den Spaß am Lesen zu verderben. Allerdings sei dazu vorsorglich angemerkt, daß die beschriebenen Gegebenheiten inhaltlich nicht unmöglich gewesen wären und es sich dabei nur um die Spitze eines Eisbergs handelt, während nach dem aktuellen Forschungsstand der damalige Entwicklungsstand tatsächlich schon um einige Generationen weiter war als im Buch beschrieben.