Gepflegte Langeweile - mehr ist es nun wahrlich nicht, was diese Poe-Adaption von Maritim zu bieten hat. Die gesamte Inszenierung hat keinen Mumm in den Knochen. Fast scheint es so, als sei der Regisseur dem Irrtum aufgesessen, er müsse, um dem eigenwilligen, breiten elegischen Erzählstil Edgar Allan Poe's "gerecht" zu werden, eine geschmäcklerische Getragenheit an den Tag legen. Mehr Mut zu Distanz und zu heutigen Erzähltechniken (Schnitttempo, Psychologisierungen, Auslassungen, Twists usw.) hätte diesem Hörspiel gut getan. Nicht einmal die prominenten Sprecher legen dämonische Würze in ihre Rollen. TV-Legende Claus "Percy Stuart" Wilcke ist als Magnetiseur weder geheimnisvoll, noch eigenwillig, noch düster, noch bedrohlich. Er wirkt einfach nur betulich, müde und farblos. Beinah dröge. Bis vor 20 Jahren, als man fast nur EUROPA-Hörspiele zur Auswahl hatte, wäre "Der Magnetiseur" sicher als ordentliche Leistung zu goutieren gewesen. Heute aber ist der Markt anspruchsvoller und vielfältiger. Im Spannungs-Genre setzen die Produktionen von Pandorasplay, Ripperrecords und anderen Labels die Standards. Und diesen Vergleich muss sich Maritim selbstverständlich gefallen lassen. An deren "Schwarzer Serie" ist bislang nun wahrlich nichts wirklich schwarz. Etwas mehr Abgrund, etwas mehr Adrenalin, und mehr Momente der Überraschung und Verstörung täten der Serie gut. Bitte etwas mehr Schwärze.