Eigentlich war "Die schwarze Rose" das Buch meiner Freundin. Da aber der diesjährige Toscana-Urlaub zum Teil recht verregnet war, waren meine eigenen 3 Bücher nach 10 Tagen durchgelesen und ich machte mich mit gemischten Gefühlen ans Werk. Mit gemischten Gefühlen deshalb weil mir Cruz Smiths Gorki Park sehr gut gefallen hatte, Polar Star dagegen sehr endtäuschend ausgefallen war. Ich hätte nicht geahnt, dass die Darstellung der Figuren aus "Die schwarze Rose" noch interessanter ausfallen konnte als bei Arkadi Renko und seinen "Freunden". Der Protagonist Jonathan Blair ist kein Superheld, sondern lediglich ein Abenteurer wider Willen, der verzweifelt versucht im England des 19. Jahrhunderts eine Fahrkarte zurück in sein geliebtes Südafrika zu erhalten. Als Gegenleistung soll er das Verschwinden eines Geistlichen in einem kleinen Bergarbeiterstädtchen aufklären. Außer ihm scheinen nicht viele an der Lösung des Falles interessiert zu sein. Als er die geheimnisvolle Rose kennenlernt, ahnt er noch nicht dass sie der Schlüssel zu allem ist. Eigentlich ist keine einzige Seite des Buches langatmig, die Darstellung der arroganten Oberschicht des Städtchens und deren herablassende Art gegenüber der Arbeiterklasse ist schon fast schockierend. Außerdem gibt es endlich wieder einmal ein Buch mit einem runden Schluß, ohne das genauso viele Fragen offen bleiben wie aufgeworfen wurden. Hoffentlich gibt es noch einen weiteren Roman mit der Hauptfigur Jonathan Blair.