Der Aufbau hebt das Buch zunächst etwas von der Konkurrenz ab. Der Herausgeber eines – fiktiven – Buches stellt den Bericht eines College-Lehrers vor und fügt nach diesem noch Anmerkungen hinzu, die jegliche übrig gebliebenen Fragen, die sich aus dem Bericht ergaben, lösen sollen.
Die Rahmenhandlung ist anfangs etwas verwirrend, da der Leser noch keinen Einblick in das eigentliche Thema der Geschichte hat. Doch mit Einsetzen der eigentlichen Handlung in dem Bericht schwindet die Verwirrung nicht wirklich. Viele Namen machen es nicht leicht, der Geschichte zu folgen - zum Glück gibt es am Ende des Buches ein Personenregister, das man jedoch nicht voreilig lesen sollte, da wenigstens zwei Einträge zuviel Einblick in die weitere Handlung geben. Nicht nur die große Zahl der Personen sorgt für Durcheinander, auch die parallele Behandlung dreier Geschehnisse zu verschiedenen Zeiten und dazu noch die inhaltliche Verknüpfung jener drei tragen zur Verwirrung bei. Auch die Frage „Worum geht es denn nun eigentlich?“ stellt sich irgendwann, denn der rote Faden ist schwer erkennbar und kristallisiert sich selbst mit fortgeschrittener Seitenzahl nicht eindeutig heraus.
Die Charaktere wissen nicht immer so recht zu überzeugen. Handlungen und Intentionen der Figuren bleiben manchmal auf der Strecke, nicht immer ist klar, was die Beweggründe sind, warum diese Person nun jenes sagt oder dieses tut. Was anfangs mysteriös anmutet, ermüdet nach einiger Zeit, und man akzeptiert die Gegebenheiten, ohne sie weiter zu hinterfragen.
Die Story an sich ist recht gut und bietet einem so manchen Einblick in die englische Geschichte, auch wenn es eher die Intention des Autors war, eine nette Kriminalgeschichte mit historischen Elementen zu erzählen. Sehr stimmungsvoll ist dabei die Einheit von Inhalt und Form, denn der Roman ist in einem wunderbar altmodischen Stil geschrieben und entwickelt dadurch sogar mit der Unmenge an Namen und den drei durcheinander erzählten Geschichten einen eigenen Charme. Das ist eine tolle Stärke des Buches, nimmt dem Roman aber gleichzeitig ein gewisses Maß an Spannung.
Sieht man von kleinen Mängeln im Lektorat – damit ist nicht die alte Rechtschreibung gemeint – und den angesprochenen negativen Aspekten ab, bekommt der Leser nette Unterhaltung geboten. Vor allem der nostalgische Stil und der interessante Aufbau, nämlich das Buch im Buch, retten das Lesevergnügen.