Die Autorin, Jeanne Kalogridis, hat in ihrem Leben schon viele Erfolge eingeheimst. So hat sie unter anderem an 18 Folgen von Star Trek mitgearbeitet und drei Vampirbücher geschrieben. Dass beide Themen Millionen von Fans haben, ist allgemein bekannt.
Nun ist aber ein Buch über Katharina von Medici kein Fantasieroman, oder sollte jedenfalls keiner sein. Diese Frau hat nun mal wirklich gelebt und es gibt eine Vielzahl von Quellen über ihr Leben und Wirken. Daneben wissen wir eine Menge über Sitten und Etiquette im sechzehnten Jahrhundert.
Es ist immer gefährlich eine solche Persönlichkeit in Ich-Erzählform zu präsentieren. Das erfordert viel Fingerspitzengefühl und ungeheure Sachkenntnis. Denn jetzt sieht man gewissenmaßen in den Kopf hinein und nimmt wortwörtlich an ihren Gedanken teil.
Man hört sozusagen zu, wenn sie mit ihrer Umgebung spricht und weiß detailliert, was sie den Tag über tut. All das verlangt umfassende Kenntnisse über die trivialsten Lebensbereiche im entsprechenden Jahrhundert.
Mit solchen Kleinigkeiten aber hat sich Jeanne Kalogridis nicht belastet. Sie modernisiert Sprache und Umgangsformen ihrer Helden, deren Dialoge manchmal an Rosamund Pilcher erinnern, die ja nun zugegebenermaßen auch viel Erfolg mit ihren Büchern hat.
Wer ein spannendes und vor allem unterhaltsames Buch mit historischem Flair sucht, der ist hier bestens bedient. Hochzeitsnächte und Geburten werden bis ins letzte, unerbittliche Detail beschrieben, ebenso Kleidung, Bankette und Jagdpartien. Die Geschichte von Franz I bis zur blutrünstigen Bartholomäus Nacht ersteht vor unseren Augen. Oder jedenfalls eine kurzweilige Version davon.
Für Fans von Geschichte, wie die Wissenschaft sie definiert, ist Die schwarze Königin ungeeignet. Die fragen sich nämlich andauernd, was wohl noch stimmt und wo die Fantasieversion à la Star Trek anfängt. Wahrscheinlich weiß man nach der Lektüre weniger Bescheid als zuvor, denn ein so lebendig geschriebenes Historienspektakel hinterlässt trotz aller Skepsis eben doch Spuren im Gedächtnis.