Carlo Lucarelli, der u.a. 3 Romane mit Commissario De Luca, die gegen und nach Ende des 2. Weltkrieges spielen, geschrieben hat ("Freie Hand für De Luca", "Der trübe Sommer", "Der rote Sonntag") liegt nunmehr mit "Die schwarze Insel" (SP 4303 - "L'isola dell'angelo caduto", 1999) ein Buch vor, dessen Handlung in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kurz nach der faschistischen Machtergreifung spielt. Ein Commissario wird auf eine Insel vor der Küste Italiens versetzt - eigentlich eine Degradierung, da er gegen Schwarzhemden ermittelt hat. Am wichtigsten ist dort nur ein großes Gefängnis in einer alten Festung. Daneben gibt es nur ein Dorf mit wenigen Einwohnern. Dominiert wird die Insel vom Schwarzhemden-Anführer Mazzarino. Der Parteisekretär und der ankommende Commissario üben hingegen kaum Macht aus. Da passieren mehrere Todesfälle: ein Getreuer Mazzarinos, ein örtlicher Polizeispitzel und der Postbeamte kommen zu Tode. Sind es Unfälle, sind es Selbstmorde, sind es Morde? Ein Häftling, der aus polizischen Gründen inhaftierte Pathologieprofessor Valenza ist um Aufklärung bemüht. Und der Commissario hat max. 5 Tage und 5 Nächste Zeit den Fall zu lösen, da dann eine Versetzung im Raum steht. Das Ende ist Horror und alles Geschehene erscheint kafkaesk. Insgesamt ist der beklemmende Roman ein endloser Albtraum, in dem es Lucarelli gelingt, das Klima einer gesetz- und skrupellosen Gewaltherrschaft deutlich werden zu lassen.