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Irgendwie hatte sich der unerfahrene Kriminalbeamte eine Beförderung erhofft. Doch seine Versetzung auf eine bewohnte Felseninsel kommt eher einer Degradierung gleich. Unterscheidet sich sein Dasein doch kaum von dem der politisch unzuverlässigen Subjekte, die hier ihre Verbannung erleiden und unter der Bewachung einer gesetz- und skrupellosen faschistischen Miliz stehen. Zu Hause dröhnt ihm von früh bis spät der banale Text des immer gleichen Schlagers entgegen, mit dem ihm seine junge Frau Hana ihre Verachtung zeigt, der sich aber auch als Zeichen ihres beginnenden Wahns erweist. Als kurz nacheinander Miranda, faschistischer Milizionär und Frauenheld, und Zecchino, der Informant des Kommissars, ermordet werden, entspinnt sich ein Machtkampf zwischen dem Kommissar und dem Milizenführer Mazzarino, dem eigentlichen Herrn der Insel. Durch Intrigen und offene Einschüchterung scheint der Faschistenführer das Duell schnell zu seinen Gunsten zu entscheiden. Doch mithilfe des verbannten Arztes Valenza und eher zufälliger Einblicke in Dokumente der Poststelle verschafft sich der Beamte einen entscheidenden Vorteil. Was er nun enthüllt, kommt einem wirklichen Horror gleich.
Furcht, Selbstzweifel, Unsicherheit, Verzweiflung sind die Gefühle, die sich des namenlosen Helden in einer feindseligen Umgebung bemächtigen. Doch er kämpft. Lucarelli ist ein überaus lesenswerter Roman gelungen, der mit großer sprachlicher Einfühlsamkeit den trotz alltäglichen Schreckens geleisteten Widerstand des Einzelnen gegen eine übermächtige Gewaltherrschaft zeigt. --Ulrich Deurer
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