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Die schrecklichen Gärten
 
 
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Die schrecklichen Gärten [Taschenbuch]

Michel Quint , Elisabeth Edl
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (1. August 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442731437
  • ISBN-13: 978-3442731435
  • Originaltitel: Effroyables jardins
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 357.932 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michel Quint
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit den Clowns kommen auch bei Michael Quint die Tränen. Zumindest bei dem Ich-Erzähler seines schmalen Erzählbandes ist das so: Gleich auf den ersten Seiten macht er seiner Abscheu gegen Hanswurste und Möchtegern-Artisten Luft. Umso tragischer, dass gerade sein Vater meint, mit allerlei Küchengeräten behangen dilettantische Faxen machen zu müssen: Immer wenn der Sohn des Grundschullehrers seinen Clownerien ansichtig wird, kommen Ekel und Wut in ihm hoch -- und eben Tränen: "Der Wunsch zu weinen und tiefe Verzweiflung, brennenden Schmerz und die Scham eines Parias." So wie eine "sittsame Jungfrau, die mitten im Blumenbeet einen obszönen Gartenzwerg mit aufgerecktem Glied entdeckt". Das fällt nicht schwer sich vorzustellen.

Eines Tages aber, nachdem er mit seinem Onkel im Kino Die Brücke von Bernhard Wicki gesehen hat, lernt der Erzähler, was seinen Vater zu seinen aberwitzigen Unternehmungen trieb: Während des 2. Weltkrieges eher zufällig zur Résistance gestoßen, musste er mit mehreren Gefangenen nach einem Anschlag über Tage in einem Erdloch kauern -- doppelt schuldig geworden durch die Tat und den Umstand, dass sein Geständnis einigen Unbeteiligten in der Grube das Leben retten könnte. Während die Gruppe, durchnässt bis auf die Knochen, auf ihr Schicksal wartet, erscheint ein Wachsoldat, der sie mit burlesken Einlagen zu verhöhnen scheint. Allmählich aber merken die Gefangenen, dass genau dieses Tun ihnen neuen Lebensmut zurückgeben soll. Dieser Soldat, heißt es in Die grausamen Gärten, sei eben jener Bernhard Wicki gewesen.

Einige Bücher hatte Michael Quint bereits geschrieben, als ihm mit Die grausamen Gärten in Frankreich endlich der große Durchbruch gelang. So ganz mag man das nicht verstehen, zumal die schmale Erzählung, durch etwa 80 großzügig bedruckte Seiten aus nicht aufgeschnittenen Doppelbögen zum Buch aufgebläht, über weite Strecken eher langweilt. Die Übersetzung tut ihr übriges zur unfreiwilligen Komik mancher Sätze: Da holpert die deutsche Sprache über die Seiten wie Slapstick-Komödianten durch eine Zirkus-Manege. "Wir haben alle losgeprustet. Oje, oje, oje" notiert einmal der Erzähler in der Retrospektive. Ob des großen Erfolges der Geschichte bleibt man als Leser da eher mit einem ungläubigen Lächeln zurück. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Dieses Buch ist ein Juwel, und es wärmt die Seele!" (Le Monde )

"Ein kleines Meisterwerk!" (Brigitte )

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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schrecklich schön, 4. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Die schrecklichen Gärten (Gebundene Ausgabe)
Manchmal gibt es noch Sternstunden. Man beginnt ein Buch zu lesen, erst mit Verstörung, dann mit zunehmender Begeisterung, schließlich kann man es nicht mehr aus der Hand legen und am Ende muß man seinen Freunde davon erzählen. "Die schrecklichen Gärten" von Michel Quint sind so ein Glücksfall.

Da spricht ein Junge von seinem Vater, der mit "Quadratlatschen, roter Nase, alten Anzüge und ausrangiertem Küchenkram" immer und überall den Clown gemacht hat - "auf allen Weihnachtsfeiern, Geburtstagen und Betriebsfeier, auf den Unterhaltungsnachmittagen wohltätiger und vorzugsweise weltlicher Organisationen". In jedem Satz ist spürbar, wie sehr der Ich-Erzähler sich für diesen "traurigsten aller traurigen Clowns" geschämt hat. Sein Ton ist wütend und die Schilderungen dieser Clownerie prasseln in Kaskaden auf den Leser ein. Mit hohem Tempo breitet Michel Quint ein (Gefühls-)Panorama seiner Kindheit im Frankreich der 50er Jahre aus, um ganz sacht zur eigentlichen Geschichte des Buches überzuleiten. Eine Geschichte, die während des Zweiten Weltkriegs - genauer gesagt unter dem Vichy-Regime - in Frankreich spielt und vermutlich ein Teil seiner eigenen Lebensgeschichte ist.
Diese Geschichte hier nachzuerzählen hieße, dem Buch etwas von seiner Faszination zu rauben. Denn Michel Quint versteht es meisterhaft, die einzelnen Handlungsstränge elegant und mit Überraschungen zu verknüpfen. Doch soviel sei verraten: Einer der Protagonisten ist der bekannte deutsche Filmemacher Bernhard Wicki, und es geht im wahrsten Sinne des Wortes „um Leben und Tod". Wobei Quints Tonfall, der von ungeduldiger Wut immer mehr zu zärtlichem Verständnis übergeht - dabei aber durchgehend von trockenem Humor unterlegt ist - verhindert, dass die Erzählung in den Pathos kippt oder ein "Vergangenheits-Bewältigungsstück" entsteht.

"Die schrecklichen Gärten" wurden 2000 in Frankreich in einem Kleinverlag publiziert und gerieten zum Überraschungserfolg, der in vierzehn Sprachen übersetzt wurde und seinen Autor bekannt machte. Nicht zu Unrecht, denn die Novelle ist eine anrührende und kluge Geschichte, die unter die Haut geht und sukzessive ihre beeindruckende Wirkung entfaltet.

FAZIT: Eine Zwei-Stunden-Novelle mit mindestens Zwei-Wochen-Wirkung über Loyalität, Moral und Menschlichkeit in Zeiten des Krieges.

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6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Lesen Sie dieses Buch..., 26. April 2002
Von 
Hans Widmer (St. Gallen, St. Gallen Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die schrecklichen Gärten (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte, die im Buch von einem Onkel im Anschluss an den Film "Die Brücke" von Bernhard Wicki an der Theke einer Bar erzählt wird, ist schön. Zart sogar in aller Grausamkeit, wie ein warmes Licht, das sich über eine dunkle Vergangenheit legt und allem einen Sinn verleiht.
Über die schroffen Abgründe einer befohlenen nationalen Feindschaft wird eine Brücke der Freundschaft gezogen.
In den schrecklichen Gärten zeigen sich unseren Augen plötzlich Blumen, sanft und bunt, die wachsen und den ganzen Schrecken in Gefühle der Liebe wandeln. Die dunkeln Wolken von früher fügen sich im Abstand der Erinnerung in eine neue, Freude bereitende Erkenntnis.
Zitat aus dem Buch:
"Er blickte in sich hinein, und alles war Samt. Aus Gaston sprudelten seine Worte nur so hervor, ohne Groll und ohne Hass, aber auch ohne jede Angeberei, so einfach und nackt, dass man die Augen niederschlagen musste."
"... dass seine Worte kein Schatten der Dinge und der unmenschlichen Augenblicke waren, sondern dass er mich in sein Leben einliess und mir mit grösster Bescheidenheit alles schenkte, was er hatte, schreckliche Gärten, verwüstet, blutig, grausam."
Ein Buch, das Freude schenkt - mit viel Liebe gestaltet.
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