Das Buch beginnt mit der "Allerersten Geschichte", erzählt vom Evangelisten Lukas und immer wieder finden sich in dem Buch schöne Geschichten und Gedichte, die sich mit diesem Thema beschäftigen, z.B. mit den Drei Königen aus dem Morgenland.
Man findet auch den einen oder anderen Klassiker wie das Gedicht von Knecht Ruprecht, Tannengeflüster oder der Weihnachtsmaus. Die Gedichte sind im allgemeinen schön weihnachtlich und/oder vergnüglich. Mir gefiel die "Traumbescherung" von Gina Ruck-Pauquét besonders gut.
Dennoch hat mich das Buch nicht begeistert. Meiner Meinung nach sind viel zu viele Geschichten traurig oder auch mal moralisch zweifelhaft, z.B. wenn die drei Prinzen aus dem Abendland sich mit den Frauen der Könige aus dem Morgenland vergnügen.
An Tragischem haben wir z.B. das altebekannte Märchen von dem "Kleinen Mädchen mit den Schwefelhölzchen", dann ist mal die Großmutter tot, mal der Hund, mehrmals geht es um Scheidung, eine Rattenmutter wird getötet, ein fühlender Tannenbaum wird zerhackt und verbrannt, Bär und Vogel erfrieren, ein Dackel als Weihnachtsgeschenk erweist sich als tollwütig... Ein glückliches Ende nehmen diese Geschichten sehr selten, dafür haben sie oft eine "Moral von der Geschicht".
Manche Geschichten sind Auszüge aus Büchern z.B. dem Tagebuch der Anne Frank oder Momo. Diese fand ich oft zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen und sie machten - wenn ich das eigentliche Buch nicht kannte - für mich keinen Sinn.
Manche Geschichten sind auch enfach nur putzige Unsinnsgeschichten wie z.B. vom Karpfen, der Schlittschuh läuft.
Schlecht ist keine der Geschichten, aber Weihnachtsstimmung in der Richtung "festlich/fröhlich" kommt eher selten auf. Da muß man sich schon an die Gedichte halten (abgesehen von jenem über den Jungen, der im Eis eingebrochen ist).
Fazit: Erst lesen, dann überlegen, was man davon einem Kind zumuten kann/will. Ins Besondere, wenn man den Glauben an den Weihnachtsmann erhalten möchte.