Die 26-minütige Dokumentation zeigt -etwas zusammenhanglos- wichtige Sehenswürdigkeiten der Stadt. Aufgrund der Kürze des Films neigt die Kamera nicht zu langsamen Kameraschwenks, sondern zu unendlich vielen Schnitten, so dass beim Betrachter etwas Unruhe entstehen kann. Sowohl in der englischen, als auch in der deutschen Tonspur werden die türkischen Namen einiger Gebäude falsch ausgesprochen, so dass sich der Eindruck aufdrängt, hier habe jemand mit allzu heißer Nadel ein Filmchen zusammengeschustert. Der Film hat einen gewissen "Häppchencharakter": Zwar kommt die Sülimaniye Cami ins Bild, aber nicht die ebenso sehenswerten Anbauten, der Bahnhof von Sirkeci, aber nicht der nahe gelegene Ägyptische Basar. Chora-Kloster, Kumkapi, Hippodrom fehlen ebenfalls. Das hängt natürlich mit der Kürze des Films zusammen, ist aber letztlich unbefriedigend. Der Kommentar bietet kurze historische Informationen (nicht immer ganz korrekt), der aber leidlich mit Klischees durchsetzt ist ("Das Anbieten und Handeln liegt den Menschen im Blut." !?).Die Kapitelübersicht des Beiblatts ist nicht identisch mit der des Films, die türkischen Titel werden zum Teil nicht im Kommentar übersetzt. Zum Teil unfreiwillig komisch (wenn bei der erwähnten schönen Aussicht nur ein patrouillierender Soldat zu sehen ist). Der Abspann ist auch nicht gerade sehr informativ (Scham der Hersteller?).
Geht aufgrund der schönen Bilder für Istanbul-Novizen als Einstieg in Ordnung, für Liebhaber eher nicht zu empfehlen. Da wurden massenhaft Chancen vertan, ein ansprechendes Stadtportrait zu erstellen, hier sollte wohl nur ein schneller Euro gemacht werden.
Tipp: Am besten ohne Ton in Slow-Motion ansehen.