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Die schönsten Liebesszenen im Film [Restexemplar] [Taschenbuch]

Achim Stegmüller
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

2002
Sie mögen sich stechen und hauen, in ihren Autos die Städte überfliegen oder die kniffligsten Kriminalfälle lösen: Der größte Moment im Film ist doch immer noch der, in dem ER SIE im Liegestuhl oder an der Bar, vor dem Drugstore oder am Fahrkartenschalter (wieder-)trifft und jenen Satz sagt, den auch wir ein Leben lang nicht vergessen werden: "Schau mir in die Augen, Kleines ..". Achim Stegmüller ergründet am Beispiel unvergeßlicher Szenen aus Klassikern, aber auch aus nicht so bekannten Filmen, warum das, was wir heute unter Liebe verstehen, vom Kino ebenso geprägt ist wie etwa von den Songs der Rolling Stones und den Beatles

Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Kiepenheuer (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3378010606
  • ISBN-13: 978-3378010604
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,2 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.383.309 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Außer Atem - À bout de souffle
Jean-Paul Belmondo als kleiner Gangster Michel Poiccard: Am Anfang des Films fährt er in einem gestohlenen Wagen, spielt mit einer Pistole wie ein kleiner Junge und singt vor sich hin. Ein Polizist verfolgt Michel und wird von diesem erschossen. Von nun an ist Michel Poiccard auf der Flucht. Zunächst fährt er nach Paris, wo er seine Urlaubsbekanntschaft Patricia (Jean Seberg) trifft. Michel will sie erobern, und zwar mit allen Mitteln seiner amerikanischen Filmidole. Da trifft es sich gut, daß Patricia eine Studentin aus den USA ist. Sie ist eigentlich nicht richtig hübsch, das sagen sie ja auch im Film, aber ihrem Charme kann sich doch keiner der sie umgebenden Männer entziehen. Michels Stimme preist aus dem Off: "Ich liebe ein Mädchen, das einen wunderschönen Nacken hat, einen wunderschönen Mund, eine wunderschöne Stimme, wunderschöne Hände ..." Die Aufzählung einzelner Körperteile Patricias wird auf visueller Ebene mit einer Folge von kurzen Einstellungen kombiniert, die Patricia in wechselnder Distanz schräg von hinten in Großaufnahme zeigen. Patricia ist ziemlich narzißtisch. Sie will eine Autobiographie schreiben und begeistert sich für Literatur und Kunst. Michel dagegen mag vor allem Autos; Patricias Studium an der Sorbonne hält er für Zeitverschwendung. Er liest nur die Zeitung, und das auch nur aus Interesse am Stand der Ermittlungen zu seinem Fall. Darüber hinaus benutzt er Zeitungen, um auf der Straße sein Gesicht zu verbergen oder um sich die Schuhe zu putzen. Michel liebt Frauen, die, wie er sagt, "irgend etwas Besonderes haben". Er behauptet, sich nur für Mädchen zu interessieren, die nichts von ihm wissen wollen. Insofern ist Michel bei der narzißtischen Patricia ganz gut aufgehoben. Ganz gut aufgehoben glaubt er sich auch in ihrem Hotelzimmer, wo er sich zum einen vor der Polizei versteckt und zum anderen Patricia endlich rumkriegen will. Eine der berühmtesten und schönsten Liebesszenen des europäischen Kinos läuft ab wie ein Kammerspiel: Belmondo, scheu, unsicher und großkotzig zugleich, sitzt mit nacktem Oberkörper auf dem weißen Laken, er trägt ein Silberkettchen um den Hals und einen Hut auf dem Kopf; dazu die Zigarette im Mundwinkel. Mal versteckt er sich unter dem Bettlaken, mal fragt er Patricia, ob sie mit ihm schlafen möchte. Er bedrängt sie, wann sie endlich sagen könne, ob sie ihn liebe - "in einem Monat, in einem Jahr"? Und Patricia sitzt vor dem Spiegel im Badezimmer, bürstet sich Brauen und Haar, trägt Eau de Cologne auf oder imitiert die Grimassen Michels. Doch das Netz der Polizei wird enger, und bald wird Patricia von der Polizei aufgefordert, sich bei den Gendarmen zu melden, sobald sie Michel Poiccard wiedersehe. Im Photo-Atelier eines Freundes geschieht es: Michel und Patricia schlafen miteinander. Der Morgen danach ist hell und heiter. "Hol den >France soirDein Nabel ist wie ein runder Becher, dem es niemals an Wein mangelt ... Deine Brüste sind Trauben am Weinstock. Dein Atem ist wie der zarte Duft der Äpfel.< Niemand kann dich so lieben wie ich dich liebte ... Es gab Augenblicke, wo ich es nicht mehr ertragen konnte. Dann stellte ich mir dich vor. Ich dachte, Deborah lebt, sie ist da draußen, sie existiert. Und so habe ich die Verzweiflung überwunden. Verstehst du jetzt, was du für mich bist?" Deborah senkt ihren Blick und sagt ihm erst jetzt: "Noodles, morgen gehe ich fort, ich gehe nach Hollywood. Ich wollte dich heute abend sehen, um es dir zu sagen." Die Szene endet in Schweigen, und die nächste Szene beginnt mit Schweigen: Noodles und Deborah auf dem Rücksitz einer Limousine. Das Gesicht von Noodles wirkt wie versteinert. Seine große Liebe zu Deborah verwandelt sich in eine verzweifelte Brutalität. Deborah schreit und weint und fleht, aber Noodles läßt nicht von ihr ab, reißt ihr die Kleider vom Leib und vergewaltigt sie. Die Kamera folgt dem brutalen Liebesakt kühl und distanziert: Mit aller Härte kehrt der Regisseur Sergio Leone die Hilflosigkeit und deformierte Sexualität seines "Antihelden" Noodles hervor. 35 Jahre später werden sie sich wiedersehen: Noodles alt und innerlich gebrochen, Deborah dagegen eine gefeierte Schauspielerin. Die problematische Beziehung zwischen Noodles und Deborah ist die große Liebesgeschichte des Films, wenngleich die zentrale Geschichte des Films wohl die der Freundschaft von Noodles und Maximilian (Max) Berkovicz ist. Und das alles garniert Sergio Leone mit den verschiedensten "wunderschönen Gangsterlieben": Peggy, das mollige, schon ältere Mädchen, das sich für seine Liebesdienste von den Jungs mit Sahnetörtchen bezahlen läßt. Auf dem Dach zwischen der trocknenden Wäsche und den rauchenden Schornsteinen macht sie es auch mit dem Revierpolizisten: Noodles und Max photographieren das und können den Polizisten nunmehr erpressen: Immerhin hat er mit einer Minderjährigen gevögelt. Also werden Verträge ausgehandelt. Zum einen soll er bei all ihren Machenschaften die Augen zudrücken, zum anderen muß er Peggy für Noodles und Max mitbezahlen. So bezahlt ein Polizist "das erste Mal" von Noodles. Ebenso unromantisch geht es zu, als Noodles aus dem Gefängnis kommt: Max holt seinen Freund mit einem Leichenwagen ab. Hintendrin liegt eine Tote, die, so Max, erst 26 Jahre alt war. "Plötzlich gestorben. So jung und schon tot", meint Max. Er nimmt das Laken von der immer noch ziemlich knackigen Dame. "Rauschgift", sagt Max, "sie konnte nicht genug kriegen." Und plötzlich wacht die schöne Frau aus der Totenstarre auf und kreischt: "Und ich habe immer noch nicht genug!" Also wird im Leichenwagen kräftig gevögelt, Noodles mußte es ja im Gefängnis lange genug entbehren. Die Hauptrolle in seinem grandiosen Epos besetzte Sergio Leone mit Robert De Niro, von dem Leone einmal sagte, er sei kein Schauspieler, sondern ein Chamäleon. Die Rolle des mafiosen Gangsters prägte das öffentliche Bild von Robert De Niro, und auch die Beziehung von Noodles zu Deborah ist eine für De-Niro-Rollen typische. Denn die Frauen haben selten Glück mit ihm - und er nicht mit ihnen. De Niro spielte nie die Rolle des romantischen Liebhabers, er spielte vielmehr den harten, unangepaßten, dabei eben auch einsamen Mann. Die so schwierige und letztlich tragische Beziehung zwischen Noodles und Deborah hat also große Ähnlichkeit mit anderen "Kinolieben" De Niros: In einem seiner ersten Filme, Roger Cormans Bloody Mama, vergewaltigt De Niro als drogensüchtiger Lloyd ein Mädchen; eine weitere Vergewaltigung scheitert an seiner Impotenz. Oder er versucht vergeblich, als Monster Frankensteins Braut in seine Gewalt zu bringen. Auch Martin Scorsese verschaffte Robert De Niro in Cape Fear eine für ihn typische Frauenbegegnung: Max Caddy (Robert De Niro) rächt sich an seinem Feind, indem er dessen Frau nicht nur verführt, sondern sie anschließend auch noch brutal zusammenschlägt. Der Wechsel von Zärtlichkeit zu Gewalttätigkeit vollzieht sich in kürzester Zeit und überrascht selbst den Zuschauer, der das Böse in diesem Film schon gewohnt ist. Quentin Tarantino schließlich brachte das Verhältnis von De Niros Charakteren zu den Frauen auf die knappste Formel: In Jackie Brown erschießt De Niro als Louis Gara seine Kurzzeit-Geliebte auf einem Parkplatz, weil ihr Gerede ihm auf die Nerven geht - überraschend, übertrieben und so grotesk, daß es als Parodie auf De Niros sonstige "Kinolieben" erkennbar ist. Zum Schluß sei noch erwähnt, was der 1931 geborene Sergio Leone über die Intention seiner Filme sagt: "Die erste Liebe eines jeden Europäers meiner Generation ist (...) das Amerika, das uns Hollywood gibt, der epische Westen, die heroischen Schlachten, die Musicals, der Jazz und die prahlerischen, mutigen und tragischen Taten der Gangster. Dies waren Ereignisse in unserem Leben, Heldentaten und Gesichter, die im Lauf von mehreren Stunden in einem Kino einen wirklichen und bedeutsamen Eindruck in der Art, wie wir dachten und lebten, hinterließen, Eindrücke, die weit über dem Niveau der Massen-Medien...

Auszug aus Die schönsten Liebesszenen im Film [RESTEXEMPLAR] von Achim Stegmüller. Copyright © 0. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Außer Atem - À bout de souffle
Jean-Paul Belmondo als kleiner Gangster Michel Poiccard: Am Anfang des Films fährt er in einem gestohlenen Wagen, spielt mit einer Pistole wie ein kleiner Junge und singt vor sich hin. Ein Polizist verfolgt Michel und wird von diesem erschossen. Von nun an ist Michel Poiccard auf der Flucht. Zunächst fährt er nach Paris, wo er seine Urlaubsbekanntschaft Patricia (Jean Seberg) trifft. Michel will sie erobern, und zwar mit allen Mitteln seiner amerikanischen Filmidole. Da trifft es sich gut, daß Patricia eine Studentin aus den USA ist. Sie ist eigentlich nicht richtig hübsch, das sagen sie ja auch im Film, aber ihrem Charme kann sich doch keiner der sie umgebenden Männer entziehen. Michels Stimme preist aus dem Off: "Ich liebe ein Mädchen, das einen wunderschönen Nacken hat, einen wunderschönen Mund, eine wunderschöne Stimme, wunderschöne Hände ..." Die Aufzählung einzelner Körperteile Patricias wird auf visueller Ebene mit einer Folge von kurzen Einstellungen kombiniert, die Patricia in wechselnder Distanz schräg von hinten in Großaufnahme zeigen. Patricia ist ziemlich narzißtisch. Sie will eine Autobiographie schreiben und begeistert sich für Literatur und Kunst. Michel dagegen mag vor allem Autos; Patricias Studium an der Sorbonne hält er für Zeitverschwendung. Er liest nur die Zeitung, und das auch nur aus Interesse am Stand der Ermittlungen zu seinem Fall. Darüber hinaus benutzt er Zeitungen, um auf der Straße sein Gesicht zu verbergen oder um sich die Schuhe zu putzen. Michel liebt Frauen, die, wie er sagt, "irgend etwas Besonderes haben". Er behauptet, sich nur für Mädchen zu interessieren, die nichts von ihm wissen wollen. Insofern ist Michel bei der narzißtischen Patricia ganz gut aufgehoben. Ganz gut aufgehoben glaubt er sich auch in ihrem Hotelzimmer, wo er sich zum einen vor der Polizei versteckt und zum anderen Patricia endlich rumkriegen will. Eine der berühmtesten und schönsten Liebesszenen des europäischen Kinos läuft ab wie ein Kammerspiel: Belmondo, scheu, unsicher und großkotzig zugleich, sitzt mit nacktem Oberkörper auf dem weißen Laken, er trägt ein Silberkettchen um den Hals und einen Hut auf dem Kopf; dazu die Zigarette im Mundwinkel. Mal versteckt er sich unter dem Bettlaken, mal fragt er Patricia, ob sie mit ihm schlafen möchte. Er bedrängt sie, wann sie endlich sagen könne, ob sie ihn liebe - "in einem Monat, in einem Jahr"? Und Patricia sitzt vor dem Spiegel im Badezimmer, bürstet sich Brauen und Haar, trägt Eau de Cologne auf oder imitiert die Grimassen Michels. Doch das Netz der Polizei wird enger, und bald wird Patricia von der Polizei aufgefordert, sich bei den Gendarmen zu melden, sobald sie Michel Poiccard wiedersehe. Im Photo-Atelier eines Freundes geschieht es: Michel und Patricia schlafen miteinander. Der Morgen danach ist hell und heiter. "Hol den >France soirDein Nabel ist wie ein runder Becher, dem es niemals an Wein mangelt ... Deine Brüste sind Trauben am Weinstock. Dein Atem ist wie der zarte Duft der Äpfel.< Niemand kann dich so lieben wie ich dich liebte ... Es gab Augenblicke, wo ich es nicht mehr ertragen konnte. Dann stellte ich mir dich vor. Ich dachte, Deborah lebt, sie ist da draußen, sie existiert. Und so habe ich die Verzweiflung überwunden. Verstehst du jetzt, was du für mich bist?" Deborah senkt ihren Blick und sagt ihm erst jetzt: "Noodles, morgen gehe ich fort, ich gehe nach Hollywood. Ich wollte dich heute abend sehen, um es dir zu sagen." Die Szene endet in Schweigen, und die nächste Szene beginnt mit Schweigen: Noodles und Deborah auf dem Rücksitz einer Limousine. Das Gesicht von Noodles wirkt wie versteinert. Seine große Liebe zu Deborah verwandelt sich in eine verzweifelte Brutalität. Deborah schreit und weint und fleht, aber Noodles läßt nicht von ihr ab, reißt ihr die Kleider vom Leib und vergewaltigt sie. Die Kamera folgt dem brutalen Liebesakt kühl und distanziert: Mit aller Härte kehrt der Regisseur Sergio Leone die Hilflosigkeit und deformierte Sexualität seines "Antihelden" Noodles hervor. 35 Jahre später werden sie sich wiedersehen: Noodles alt und innerlich gebrochen, Deborah dagegen eine gefeierte Schauspielerin. Die problematische Beziehung zwischen Noodles und Deborah ist die große Liebesgeschichte des Films, wenngleich die zentrale Geschichte des Films wohl die der Freundschaft von Noodles und Maximilian (Max) Berkovicz ist. Und das alles garniert Sergio Leone mit den verschiedensten "wunderschönen Gangsterlieben": Peggy, das mollige, schon ältere Mädchen, das sich für seine Liebesdienste von den Jungs mit Sahnetörtchen bezahlen läßt. Auf dem Dach zwischen der trocknenden Wäsche und den rauchenden Schornsteinen macht sie es auch mit dem Revierpolizisten: Noodles und Max photographieren das und können den Polizisten nunmehr erpressen: Immerhin hat er mit einer Minderjährigen gevögelt. Also werden Verträge ausgehandelt. Zum einen soll er bei all ihren Machenschaften die Augen zudrücken, zum anderen muß er Peggy für Noodles und Max mitbezahlen. So bezahlt ein Polizist "das erste Mal" von Noodles. Ebenso unromantisch geht es zu, als Noodles aus dem Gefängnis kommt: Max holt seinen Freund mit einem Leichenwagen ab. Hintendrin liegt eine Tote, die, so Max, erst 26 Jahre alt war. "Plötzlich gestorben. So jung und schon tot", meint Max. Er nimmt das Laken von der immer noch ziemlich knackigen Dame. "Rauschgift", sagt Max, "sie konnte nicht genug kriegen." Und plötzlich wacht die schöne Frau aus der Totenstarre auf und kreischt: "Und ich habe immer noch nicht genug!" Also wird im Leichenwagen kräftig gevögelt, Noodles mußte es ja im Gefängnis lange genug entbehren. Die Hauptrolle in seinem grandiosen Epos besetzte Sergio Leone mit Robert De Niro, von dem Leone einmal sagte, er sei kein Schauspieler, sondern ein Chamäleon. Die Rolle des mafiosen Gangsters prägte das öffentliche Bild von Robert De Niro, und auch die Beziehung von Noodles zu Deborah ist eine für De-Niro-Rollen typische. Denn die Frauen haben selten Glück mit ihm - und er nicht mit ihnen. De Niro spielte nie die Rolle des romantischen Liebhabers, er spielte vielmehr den harten, unangepaßten, dabei eben auch einsamen Mann. Die so schwierige und letztlich tragische Beziehung zwischen Noodles und Deborah hat also große Ähnlichkeit mit anderen "Kinolieben" De Niros: In einem seiner ersten Filme, Roger Cormans Bloody Mama, vergewaltigt De Niro als drogensüchtiger Lloyd ein Mädchen; eine weitere Vergewaltigung scheitert an seiner Impotenz. Oder er versucht vergeblich, als Monster Frankensteins Braut in seine Gewalt zu bringen. Auch Martin Scorsese verschaffte Robert De Niro in Cape Fear eine für ihn typische Frauenbegegnung: Max Caddy (Robert De Niro) rächt sich an seinem Feind, indem er dessen Frau nicht nur verführt, sondern sie anschließend auch noch brutal zusammenschlägt. Der Wechsel von Zärtlichkeit zu Gewalttätigkeit vollzieht sich in kürzester Zeit und überrascht selbst den Zuschauer, der das Böse in diesem Film schon gewohnt ist. Quentin Tarantino schließlich brachte das Verhältnis von De Niros Charakteren zu den Frauen auf die knappste Formel: In Jackie Brown erschießt De Niro als Louis Gara seine Kurzzeit-Geliebte auf einem Parkplatz, weil ihr Gerede ihm auf die Nerven geht - überraschend, übertrieben und so grotesk, daß es als Parodie auf De Niros sonstige "Kinolieben" erkennbar ist. Zum Schluß sei noch erwähnt, was der 1931 geborene Sergio Leone über die Intention seiner Filme sagt: "Die erste Liebe eines jeden Europäers meiner Generation ist (...) das Amerika, das uns Hollywood gibt, der epische Westen, die heroischen Schlachten, die Musicals, der Jazz und die prahlerischen, mutigen und tragischen Taten der Gangster. Dies waren Ereignisse in unserem Leben, Heldentaten und Gesichter, die im Lauf von mehreren Stunden in einem Kino einen wirklichen und bedeutsamen Eindruck in der Art, wie wir dachten und lebten, hinterließen, Eindrücke, die weit über dem Niveau der Massen-Medien lagen. Ich möchte diesen ursprünglichen und nun leider entfernten Kontakt erneuern, um den Mythos wieder zu beschwören ...""

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Kundenrezensionen

2.8 von 5 Sternen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Vergessliche Liebesszenen 16. Februar 2005
Format:Taschenbuch
Unvergessliche Dialoge und unsterbliche Momente will der junge Autor Achim Stegmüller seinem Buch „Die schönsten Liebesszenen aller Zeiten" einfangen. Leider ist ihm das nur unzureichend gelungen.
Die willkürliche Auswahl von 37 Filmen aus dem Pool der Filmgeschichte läßt man ihm dabei noch durchgehen, deren literarische Aufbereitung läßt allerdings sehr zu wünschen übrig. Um den Erfolg der ausgewählten Liebeszenen zu ergründen, geht der Autor mit dem hehren Anspruch an die Sache, nicht nur Regie, Besetzung und Publikumserfolg, sondern auch Kameraführung, Kostüme, Schnitt und Filmmusik beachten zu wollen. Dabei hat er sich wohl etwas übernommen. Die filmtheoretische Analyse beschränkt sich lediglich auf Aussagen wie „Der Soundtrack zu Love Story erhielt den Oscar" oder „Die Kameraführung betont immer neue Nuancen." Und wenn der Autor dann für das Thema völlig unwichtige O- Töne von Regisseuren oder Filmkritikern zitiert (Schaut her, ich hab recherchiert!), frägt man sich, was das eigentlich mit den Liebesszenen zu tun hat.
Außerdem muten die 3-4 seitigen Artikel zum jeweiligen Film eher wie eine Inhaltsangabe für Filmunkundige als eine präzise und unterhaltsame Analyse filmischer Liebesszenen an. Obendrein vergeht einem beim Lesen von Sätzen wie „Lange Zeit ging das Gerücht um, Marylin küsse wie Adolf Hitler. Tony Curtis soll das gesagt haben, aber der sagt, das sei erstunken und erlogen", ob der schlechten Schreibe sämtliche Lust am weiterlesen.
Der Titel verspricht eindeutig mehr als sein Inhalt. Für Cineasten ist dieses Buch verschwendete Zeit, für Liebesfilm- Junkies leider ebenso, denn die schlecht ausgewählten und lieblos dahingeklatschten Film-Dialoge und die oft banalen Zitate der Filmschaffenden lassen einen nicht einen Sekunde in verzückter Erinnerung an Scarlett und Rhett oder Sailor und Lula schwelgen.
Gehen Sie doch lieber in die Karstadt- Filiale ihres Vertrauens und lesen Sie dort die Zusammenfassung des jeweiligen Films auf der DVD- Hülle. Die ist umsonst- und vermutlich genauso nichtssagend wie dieses Buch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Redaktion Literaturtipp.com TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Die Liebenden gehen zuletzt von Bord. Um sie herum tausende Menschen, die im Meer erfrieren. Jack und Rose finden eine kleine Eichenplanke, worauf zumindest für Rose Platz ist. Jack klammert sich an die Planke. Sein Atem gefriert. Die Hilferufe der anderen Schiffbrüchigen werden leiser und leiser. Rose, mit Eis im Haar, sagt ihrem Jack die berühmten drei Worte. Jack entgegnet: "Laß das sein. Fang nicht an, dich zu verabschieden". Überall Tote, die noch in ihren Schwimmwesten hängen. Jack sagt seiner Rose wieder und wieder, daß sie gerettet wird. Und kurz vor seinem eigenen Tod bejaht er das alles noch immer: Die Fahrt auf der Titanic sei "das allerbeste, was mir je passiert ist. Sie hat mich zu dir gebracht. Und dafür bin ich sehr dankbar"." Wer erkennt sie nicht, eine der Liebesszenen - wenn auch an ungewöhnlichem Ort - aus dem Kinofilm "Titanic", dramatisch, weil niemand weiß, wer überleben wird. Das Unglück, die Kälte, der Abschied und doch schwebt über allem die Liebe. Genau deshalb wirkt die Szene so ergreifend, appelliert an unsere tiefsten Sehnsüchte und lässt diese Liebeserklärung so unvergesslich werden.

Autor Achim Stegmüller hat in seinem Buch "Die schönsten Liebesszenen im Film" weitere unvergessliche, aber auch unbekanntere Liebesszenen aus unterschiedlichen Kinofilmen ausgewählt. Die Szenen werden detailliert von ihm beschrieben. Jedoch bleibt es nicht bei der Nacherzählung eines Filmausschnitts: Achim Stegmüller erklärt genauestens wie eben jene Augenblicke atmosphärisch aufgebaut werden. So sind längst nicht nur charismatische Schauspieler für das Gelingen solcher Szenen unerlässlich, sondern auch die Mischung aus Schauplatz, Kameraführung, Beleuchtung und die passende Musik bilden eine zusammenhängende Komposition, um Stimmungen und Eindrücke einer Liebesszene noch zu verstärken.

In alphabetischer Reihenfolge stellt Achim Stegmüller seine ausgewählten Liebesszenen vor. Angefangen bei "Aimee & Jaguar" über "Jenseits von Afrika" bis hin zu "Wild at Heart". Das Buch hätte gerne mit mehr Abbildungen ausgestattet werden können, denn nur jeder dritte Film ist mit einem Foto versehen. Doch die eingehende Lektüre tröstet darüber hinweg, und ganz nebenbei erzählt Achim Stegmüller wortgewandt kleine Anekdoten aus großen Kinofilmen, die überaus amüsant sind: Dass sich Autorin Margaret Mitchell bei ihrer ersten Begegnung mit Clark Gable, dem Hauptdarsteller ihrer Romanverfilmung "Vom Winde verweht", in der Damentoilette einschloss, um ungestört zu sein. Oder dass eine Szene in "Manche mögen's heiß" über 70 Mal gedreht werden musste, weil Marilyn Monroe nicht in der Lage war, den Satz "Where is the Bourbon" zu behalten.

Nur 37 Filme - die tatsächlichen Auswahlkriterien bleiben Geheimnis des Autors - werden von Achim Stegmüller vorgestellt: Von alten Klassikern wie etwa "Casablanca", "Doktor Schiwago" oder "Sissi" bis hin zu neueren Filmen wie "Pretty Women" oder die neueste Verfilmung von "Romeo und Julia". Trotzdem lässt die Auswahl viele berühmte Liebesszenen schmerzlich vermissen: Es fehlt der Film "Verdammt in alle Ewigkeit" mit der schlicht berühmtesten Strand-Liebesszene der Kinogeschichte, in der Burt Lancaster Deborah Kerr in der Brandung des Ozeans innig küsst und eine Welle dabei die Liebenden überspült - oft kopiert und doch unerreicht. Oder wo ist der Klassiker "Die große Liebe meines Lebens" mit Gary Grant und Deborah Kerr geblieben, der Liebesfilm schlechthin, in dem gerade die letzte Szene die bewegenste des ganzen Films ist und aus dem in der Verfilmung "Schlaflos in Seattle" mit Meg Ryan und Tom Hanks mehrfach ganze Szenen zitiert werden? Oder was ist mit "Die Brücken am Fluss", bei dem sogar Männer heulend im Kino saßen, weil sich Meryl Streep für ihr biederes Familienleben entschied, anstatt ihren Gefühlen nachzugeben und mit Clint Eastwood zu gehen? Es gäbe zahllose weitere Beispiele - zwar sei die Entschuldigung des Autors in seinem Vorwort, es sei "keine einfache Aufgabe, die "schönsten Liebesszenen der Kinogeschichte" in einem schmalen Band zu versammeln", akzeptiert, wobei er ja auch von vornherein einen "dickere" Band hätte wählen können -, doch bleibt zu hoffen, dass Achim Stegmüller einen zweiten Band der (fehlenden) schönsten Liebesszenen folgen lässt.

Trotz alledem ist das Buch "Die schönsten Liebesszenen im Film" ein Kleinod für den Cineasten und eine durchaus gut zu lesende Lektüre für gemütliche Abende, um in Erinnerungen an schöne Kinofilme zu schwelgen. Ein Buch für alle, die nicht nur im Kino ihren Gefühlen freien Lauf lassen können - zum Heulen schön!

(c) Steffani Lehmann von Literaturtipp.com
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schöne Liebesszenen, aber kein schönes Buch 15. Mai 2007
Format:Taschenbuch
Ich hatte dieses Buch als Referenz für eine wissenschaftliche Arbeit zu Liebesdarstellungen in Spielfilmen gekauft. Leider ist es weder für diesen Zweck, noch als Unterhaltungslektüre für Filmfans geeignet. Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass dieses Buch aus zwei Teilen besteht: einer 2seitigen Einleitung und dann 147 Seiten Filmbeschreibung. Die Einleitung ist weitgehend nichtssagend, macht aber immerhin deutlich, dass die Filmauswahl rein subjektiv und nach keinerlei nachvollziehbaren Kriterien getroffen wurde. Der Hinweis, dass "große Filme" ausgewählt wurden ist wohl ziemlich deutungsfähig. Leider ist auch die inhaltliche Arbeit oft nicht so, wie man es erwartet hätte. Der Autor hält sich lange mit dem Film allgemein auf, so dass in den ohnehin ziemlich kurzen Darstellungen (2-4 Seiten) kaum Platz für das eigentliche Thema (die Liebesszenen) bleibt. Das Buch ist deshalb in der Summe kaum mehr, als eine Zusammenstellungen von Filmzusammenfassungen. Die aber kann man auch anderweitig (und besser) bekommen.
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