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Die schönsten Jahre Gebundene Ausgabe – 19. August 2005

4.6 von 5 Sternen 26 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Elke Heidenreich lebt in Köln. Sie hat mehrere Kinderbücher (unter anderem «Nero Corleone») sowie Kolumnen und Erzählungen geschrieben und ist als freie Autorin und Moderatorin bei Funk und Fernsehen tätig. Von 2003 bis 2008 bestritt sie die Literatursendung «Lesen!». Im September 2009 erscheint im C. Bertelsmann Verlag das erste Programm der «Edition Elke Heidenreich», das sich dem Thema Musik in Büchern widmet und deren Herausgeberin sie ist. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Nie wäre ich auf die Idee gekommen, mit meiner Mutter zu verreisen, schon gar nicht nach Mailand, und schon gar nicht jetzt, wo ich Flora wiedersehen wollte. Aber da stand sie vor mir, klein und energisch, funkelte mich an und sagte: 'Warum nimmst du mich nicht einfach mit? Italien! Das wär mal ein schönes Geschenk. Vielleicht ist dieser Geburtstag ja mein letzter.'
Das sagte sie seit ungefähr zwanzig Jahren – dieses Weihnachten ist mein letztes, den nächsten Geburtstag erlebe ich nicht mehr, ich
merke, daß die Kräfte schwinden, oder, ihr Lieblingssatz, wenn sie mal einen kleinen Schnupfen hatte: 'Ich bin nur noch ein Mensch von einem Tag.' Das waren alles Erpressungsversuche. Ging es ihr besser oder waren Weihnachten, Ostern, Geburtstag vorbei, straffte sie sich sofort wieder und wußte, daß sie richtig
daran getan hatte, sich einen schwarzen Nerzmantel zu kaufen und keinen braunen, denn so könnte sie auf meiner Beerdigung eine bessere Figur machen, und sollte sie wirklich vor mir sterben, Gott, dann könnte ich ihn ja bei ihrer tragen.
'Das ist viel zu anstrengend für dich', sagte ich ausweichend und stellte mir eine Autofahrt mit meiner Mutter vor.
'Wenn du es aushältst, werde ich es auch aushalten', sagte sie. 'Mailand! Das muß schön sein.' 'Gerade Mailand ist gar nicht so schön', sagte ich, und prompt kam zurück: 'Warum fährst du denn dann hin? Schon wieder so ein Kerl?' Ich schwieg bockig und setzte das von ihr so genannte chinesische Gesicht auf – süßsauer: 'Oh, das chinesische Gesicht', sagte sie, 'ich frag nicht mehr, ich frag nicht mehr, jeder muß selbst wissen, wie er sich unglücklich macht.' 'Oder glücklich', ich konnte es nicht lassen, und sie sagte: 'Schön wär’s ja mal.'
'Ich treffe da eine Frau, mit der ich arbeite', sagte ich schließlich. 'Was arbeitest du denn mit einer Italienerin?' fragte sie mißtrauisch. Ich wurde ungeduldig. 'Mutter', sagte ich, 'das ist doch jetzt ganz egal, was ich da mache, es ist eine lange Fahrt, es ist heiß, es ist anstrengend, ich bleibe zwei oder drei Wochen, wie willst du denn zurückkommen?' 'Herrgott, es gibt doch Flugzeuge', sagte sie, 'ich könnte zwei Tage bleiben und dann zurückfliegen, und Klaus holt mich ab.'
Meine Mutter war erst einmal geflogen, nach Berlin zur Beerdigung ihrer Schwester Luzie, und nun redete sie, als hätte sie die Miles-and-more-Karte für Vielflieger und wäre dauernd unterwegs. Klaus war irgendein Großneffe, der in der Nähe wohnte und sich manchmal um sie kümmerte.
'Also', sagte ich, 'gute Nacht, ich bin jetzt müde, ich will ins Hotel. Ich komme morgen nach dem Frühstück, ehe ich fahre, noch mal bei dir vorbei. Okay?' 'Ja, gut', sagte sie, 'und hier, vergiß die leckere Zitronenrolle und den blauen Schal nicht. Weich ist er ja, aber so was trag ich einfach nicht.'
Ich nahm den Schal und ging, und der Empfangschef im Hotel fragte: 'Hat Ihre Frau Mama sich denn über das Geschenk gefreut?' 'Riesig', sagte ich und preßte den Schal tief in die Plastiktüte, wo er in die Zitronenrolle matschte. Ich hatte ihn erst am Tag zuvor gekauft und ihm auf die Frage, was ich meiner Frau Mama denn schenken würde, gezeigt. Ihr 80. Geburtstag war in der Zeitung angekündigt gewesen, der Bürgermeister hatte auch geschrieben und gratuliert. 'Gerade der', hatte sie gesagt, 'Trottel von der CDU', hatte den Glückwunschbrief zerrissen und ins Klo geworfen wie damals meine ersten Gedichte und später, als mein Vater tot war, ihren Ehering.
Ich schlief schlecht in dieser Nacht und träumte von der Reise mit meiner Mutter, von Flora.
Am nächsten Morgen fuhr ich noch einmal bei ihr vorbei. Sie öffnete mir in einem leuchtend blauen Kleid ('Blau trage ich nicht mehr!'), das ich noch nie an ihr gesehen hatte. Sie strahlte, hatte ein goldenes Armband angelegt, das Cousine Margret und ihr Mann ihr zum 70. Geburtstag geschenkt hatten, und im Flur stand eine kleine Reisetasche. 'Fertig', sagte sie, 'ich freu mich ja so.'
Ich mußte schlucken und mich erst mal setzen.
'Mutter', sagte ich, 'wir sitzen stundenlang im Auto, und dann.' 'Aber das weiß ich doch', sagte sie ungeduldig. 'Ich fahre gern Auto. Das einzige, was dein Vater gut konnte, war Auto fahren, sonntags sind wir oft zum Drachenfels gefahren und haben Hühnersuppe gegessen. Ob man in Mailand auch etwas essen kann, wo kein Knoblauch dran ist? Ich esse nichts mit Knoblauch.'
Ich konnte nur staunen. Sie schaffte es immer noch, mich zu überrumpeln, und in so strahlender Laune hatte ich sie schon so lange nicht gesehen, daß ich einfach nicht das Herz hatte, jetzt noch nein zu sagen. Ich wollte zwei Tage in einem Hotel wohnen, durch Mailand bummeln, ruhiger werden, ein wenig italienisch werden, und danach würde ich für ein paar Tage, eine Woche, zwei Wochen zu Flora ziehen. Dann spätestens mußte Mutter heimfliegen – es würde sich schon irgendwie arrangieren lassen, und im Auto, dachte ich, könnten wir vielleicht wirklich mal über ein paar Dinge reden, die mir schon so lange auf der Seele lagen. Das Auto ist ein wunderbar geschlossener Raum, niemand kann beleidigt gehen und eine Tür zuknallen, man muß sich nicht ansehen beim Reden, und ich mußte mich aufs Fahren konzentrieren und konnte also nicht ausrasten.
'Gut', sagte ich, 'versuchen wir’s. Dann los.'
Und ich nahm ihre Reisetasche, während sie geräuschvoll die Jalousien herunterließ. 'Hast du deinen Paß?' fragte ich, und sie sagte: 'Was denkst du eigentlich von mir, daß ich eine vertrottelte alte Tante bin? Natürlich hab ich meinen Paß.' Und dann trällerte sie plötzlich: 'Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn? Dahin, oh mein Geliebter, will ich mit dir ziehn.'
Als ich ein kleines Kind war, hat meine Mutter viel mit mir gesungen, und sie kannte Unmengen von Gedichten auswendig und sagte sie bei jeder Gelegenheit auf. Ich erinnere mich daran, daß das eine schöne Zeit war – wenn ich auch nie auf ihrem Schoß sitzen, in ihrem Bett kuscheln, nicht einmal an ihrer Hand gehen durfte. Meine Mutter hatte sich, so schien es, jede Art von Zärtlichkeit aus irgendeinem Grund für immer verboten. Mein Vater hatte zwei Geliebte, eine junge schnippische Blonde und eine freundliche Verkäuferin, so alt wie er selbst, zu denen ging er regelmäßig und blieb oft auch über Nacht. 'Ich bin bei Walter', hieß es dann, oder: 'Wartet nicht auf mich, ich übernachte bei Otto.' 'Jaja', sagte meine Mutter dann, 'sag Walter, er soll weniger Parfüm auftragen, du stinkst entsetzlich, wenn du von dort kommst', oder: 'Vergiß nicht, für Otto die Seidenwäsche mitzunehmen, die ich in deinem Schrank gesehen habe.' Ich verstand das als Kind nicht und lachte, denn mein Vater hatte fünf Brüder, und die waren alle sehr komisch, da konnte ich mir jede ausgefallene Geschichte vorstellen. Onkel Otto arbeitete als Buchhalter, war der einzige, der immer feingemacht in Schlips und Anzug gehen mußte und wurde deshalb von seinen Brüdern 'Herr Pinkel' genannt. Onkel Walter trank gern einen zuviel und hieß darum 'Herr Pils', Onkel Hermann war Jalousienbauer und war 'Herr Schlitz', Onkel Fritz arbeitete als Requisiteur im Theater, er hieß demnach 'Herr Plunder', und der jüngste, Onkel Theo, war als einziger fromm, lief viel in die Kirche und spendete dauernd für wohltätige Zwecke, das war natürlich 'Herr Jesus'. Mein Vater hieß 'Herr Lustig', weil er immer gut aufgelegt war – außer bei uns zu Hause, aber wenn er mich mal mitnahm und ich mit ihm und seinen Brüdern und deren Frauen zusammensein durfte – am ersten Weihnachtstag, an Omas Geburtstag, an meinem Geburtstag –, waren das Feste, auf denen viel gelacht und viel getrunken wurde. Ich mochte 'Herrn Plunder' am liebsten, er brachte mir oft kleine Federhüte oder perlenbestickte Handschuhe oder Holzschuhe aus dem Theaterfundus mit, an denen meine Mutter dann mißtrauisch schnüffelte und sagte: 'Sonst noch was', und weg damit in den Müll, wenn ich nicht höllisch aufpaßte.


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Top-Kundenrezensionen

Format: Gebundene Ausgabe
Welche Frau kennt es nicht, dieses Gefühl, es der eigenen Mutter nie recht machen zu können? Nie die Liebe zurückzubekommen, die sie der Mutter entgegenbringt? Das stetige Buhlen um Anerkennung durch die Frau Mama? Elke Heidenreich greift diese Problematik in ihrem Roman auf lebensnahe, geistreiche und emotional anrührende Weise auf und verarbeitet sie in einer Weise, die die geneigte Leserin zur Reflektion über ihr persönliches Verhältnis zur eigenen Mutter zwingt.
Die Romanfigut Nina wünscht sich nichts sehnlicher, als von ihrer Mutter geliebt zu werden, unternimmt alles, um ihr zu gefallen, und merkt erst an deren Sterbebett bzw. nach deren Tod, dass die Mutter ihr bereits zu Lebzeiten näher stand als sie es je ahnte.
Missverständnisse entstehen oft durch unausgesprochene Gedanken und Gefühle, durch ungeführte klärende Gespräche. In diesem Sinne scheint mir Elke Heidenreichs Buch ein gelungener Ansatz zu sein, sich als Tochter noch zu deren Lebzeiten mit der eigenen Mutter auseinanderzusetzen.
Möge dies vielen Leserinnen gelingen und zu einem besseren Mutter-Tochter-Verhältnis beitragen. Das ist, glaube ich, die Intention, die Frau Heidenreich mit ihrem Roman beabsichtigte und zu der ich sie nur beglückwünschen kann. Für mich ist dieses Buch eine rundum erfolgreiche Geschichte.
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Format: Audio CD
Die Titelgeschichte aus dem Buch von E.H. hat als Hörbuch noch gefehlt. Jetzt ist sie draussen. Auch wenn ich ein Mann bin, man erkennt den Geist und die Haltung, in der das Buch geschrieben wurde recht deutlich. Und eben auch als Mann spiegelt man sich etwas darin, was die Beziehung zur Mutter angeht oder angehen kann. Wirklich schön geschrieben, warm, weich, ohne Boshaftigkeit, versöhnlich und versöhnt, liebevoll trotz z. T. heftig-deutlichen Umschreibungen der Spannungen, Gefühle, Stimmungen, etc aus der langen, langen Zeit vor der Versöhnung mit der alten Frau Mama. Empfehlenswert, weil sinnig und nicht zu komplex beschrieben.
Seit 2007 gibt es die Verfilmung mit Ulrike Kriener, die ganz gut umgesetzt ist und vor allem Dank U.K. die Stimmung der Autorin gut konserviert.
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Format: Gebundene Ausgabe
"Meine schönsten Jahre" - mit diesem Satz endet die kurze Geschichte, in der Elke Heidenreich sehr eindringlich und anrührend eine Mutter-Tochter-Beziehung schildert. Die erfolgreiche Tochter Nina ist auf der Suche nach Zärtlichkeit und Geborgenheit, die sie als Kind immer vermisst hat. Die Beziehung zur Mutter ist angespannt und oberflächlich, und Besuche finden statt aus Pflichtgefühl denn aus Liebe. Der Vater ist schon lange verstorben, und die Beziehung zwischen den Eltern war belastet durch Liebschaften des Vaters. Bei der schönen Flores findet Nina endlich Glück und Zufriedenheit. Auf einer Kurzreise kommen sich Mutter und Tochter zwar etwas näher, aber wirklich öffnen können sich beide nicht. Und Nina ist nicht in der Lage, der Mutter Flores als ihre Geliebte vorzustellen. Erst als die Mutter zwei Jahre später verstirbt, entdeckt die Tochter etwas über die schönsten Jahre ihrer Mutter. Und Nina wird klar, warum ihre Mutter sich so, wie sie war, verhalten hat.
Ein Buch für Töchter, für Mütter, für Liebende, für Suchende.
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Format: Taschenbuch
Elke Heidenreichs Stärke zeigt sich in diesem kleinen Büchlein besonders: die Nähe zum Leben in der Erzählhaltung.
Sehr einfach und nachvollziehbar und zugleich poetisch wird die Geschichte einer ungewollten "Reise mit Mutter" dargestellt. Die Hauptpersonen in diesem Buch, die Mutter und mehr noch, ihre Tochter, die Erzählerin, erscheinen den Leser/innen vertraut: Sie geraten in Situationen, in die jeder kommen kann und die normal, fast typisch sind. Das Leben löst ihre Probleme am Ende, wie es das immer tut.

Eine sehr schöne Lektüre.
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Format: Audio CD Verifizierter Kauf
"Wir wollten alle keine Kinder - der Krieg lag ja mit im Bett" - sagte ihr die Mutter auf einer Reise nach Mailand. Typisch für die Frau, die die Nähe zu ihrer Tochter nicht ertrug.
Keine Wärme, keine Gefühle - "du wirst dem Vater immer ähnlicher!"
Zum Abschied küßten wir die Luft links und rechts von unseren Gesichtern.
Erst nach dem Tod der Mutter kam das Verstehen.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
"Wir wollten alle keine Kinder - der Krieg lag ja mit im Bett."

Nina hat ein kompliziertes Verhältnis zu ihrer Mutter. Jedes Treffen endet im Streit. Die Besuche bei der Mutter ergeben sich aus Pflichtgefühl. Liebt die Mutter sie eigentlich? Diese Frage beschäftigt Nina häufig. Nein, so werden wie ihre Mutter will sie nie. Kann sie ja auch gar nicht, denn selbst die Mutter erklärt Nina immer wieder, sie sei wie ihr schon vor langer Zeit gestorbener Vater, der in Mutters Achtung nicht sehr hoch rangiert. Vor einer Reise nach Mailand, Nina ist frisch verliebt und will sich mit Flores dort treffen, besucht sie die Mutter und erzählt ihr von der angeblichen Geschäftsreise. Alles ist wie immer, Diskussionen, Unverständnis. Da kann sie doch der Mutter nicht erzählen, dass sie eine Frau liebt. Aber Mutter will mit nach Mailand und die gemeinsame Reise gestaltet sich entspannter als erwartet.

Das schwierige Verhältnis zwischen Nina und ihrer Mutter beschreibt Elke Heidenreich lebensnah, überzeugend und sensibel. Deutlich zeigt sie die Zweifel auf, die die Tochter, die um die Liebe der Mutter buhlt, plagen. Sie möchte ihr alles recht machen, ist aber voller Resignation, weil die Mutter ihr nicht so viel Gefühl entgegenbringt, wie sie sich erhofft. Spät, zu spät wird Nina bewusst, dass sie ihrer Mutter doch ähnlicher ist, als sie es je dachte.

Dieses dünne Büchlein mit seinen nur 64 Seiten hat mich emotional sehr berührt. Fast körperlich konnte Ninas Zweifel spüren, ihre Gedanken konnte ich nachempfinden. Sehr viel Unausgesprochenes liegt zwischen beiden, das ist von Beginn an deutlich, ganz leise Andeutungen lassen ahnen, so verschieden sind beide nicht.
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