Welche Frau kennt es nicht, dieses Gefühl, es der eigenen Mutter nie recht machen zu können? Nie die Liebe zurückzubekommen, die sie der Mutter entgegenbringt? Das stetige Buhlen um Anerkennung durch die Frau Mama? Elke Heidenreich greift diese Problematik in ihrem Roman auf lebensnahe, geistreiche und emotional anrührende Weise auf und verarbeitet sie in einer Weise, die die geneigte Leserin zur Reflektion über ihr persönliches Verhältnis zur eigenen Mutter zwingt.
Die Romanfigut Nina wünscht sich nichts sehnlicher, als von ihrer Mutter geliebt zu werden, unternimmt alles, um ihr zu gefallen, und merkt erst an deren Sterbebett bzw. nach deren Tod, dass die Mutter ihr bereits zu Lebzeiten näher stand als sie es je ahnte.
Missverständnisse entstehen oft durch unausgesprochene Gedanken und Gefühle, durch ungeführte klärende Gespräche. In diesem Sinne scheint mir Elke Heidenreichs Buch ein gelungener Ansatz zu sein, sich als Tochter noch zu deren Lebzeiten mit der eigenen Mutter auseinanderzusetzen.
Möge dies vielen Leserinnen gelingen und zu einem besseren Mutter-Tochter-Verhältnis beitragen. Das ist, glaube ich, die Intention, die Frau Heidenreich mit ihrem Roman beabsichtigte und zu der ich sie nur beglückwünschen kann. Für mich ist dieses Buch eine rundum erfolgreiche Geschichte.