Dieses Buch wurde mir wärmstens von einer Person empfohlen, die schon selber mehrere Touren aus dem Wanderführer unternommen hat und mir andauernd daraus vorgeschwärmt hat und ich muss gestehen: Recht hat sie! Es ist ein toller Wanderführer, der eigentlich keine Wünsche offen läßt. Alles ist ansprechend verpackt: Die Aufmachung, die Texte (ich mußte oft beim Lesen schmunzeln), die Key facts für die Wanderung sind super strukturiert und nützlich, und besonders das Vorwort und sogar die Kurztexte über die Autoren ganz hinten im Buch gefielen mir. Wie bei vielen anderen Wanderführern auch, steht nicht die Gipfelerstürmung im Vordergrund, sondern das Genießen der Natur, der Wanderung und der Einkehr. So schreibt einer der Autoren Gerald Frey hierzu: "Man muss nicht immer hoch hinaus, um Juwele unserer Natur und Landschaft zu erleben, bekanntlich liegt im Detail der Reiz des Lebens!"
Bei den Autoren war ich übrigens sehr überrascht, wie alt bzw. jung die Herren noch sind. Und schmunzeln mußte ich dann, als es dort hieß: "Auch wenn die wöchentlichen Wanderungen mit den Eltern nicht immer auf ein wohlwollendes Echo stießen und die Faulheit oft Sieger über den Willen war, gestalteten sich doch diese Ausflüge prägend für mein weiteres Leben." Das kam mir irgendwie bekannt vor, denn bei mir waren es die Großeltern, die immer mit mir durch den Harz gewandert sind und es gab auch Tage, wo ich als Kind eigentlich keine große Lust dazu hatte.
Von den ca. 600 Tiroler Almen wurden 101 Almen ausgewählt und farblich nach Lage (Außerfern, Oberland, Insbruck, Unterland, Osttirol) sortiert und ausführlich erläutert. Jede Beschreibung enthält Infos wie Lage, Ausgangspunkt, Gehzeit, Höhenunterschied, Kondition, Karten, Übernachtung, Bewirtschaftungszeitraum, Ruhetag, Almprodukte und Verpflegung, Almspezialität, Almatmosphäre, Aufstieg und Telefonnummern der Alm. Die Autoren haben sogar so gut recherchiert, dass es sogar Infos zu der Almbewirtschaftung und zum Punkt Historisches gibt. Da steckt wirklich eine Menge Arbeit und Detailgenauigkeit drin.
Blaue und Gelbe Wandersymbole signalisieren einen leichten, rote Wandersymbole einen mittleren Schwierigkeitsgrad. Schwierige Wanderungen (schwarze Symbol) fehlen in diesem Wanderführer. Auch werden viele Mountainbikestrecken ausgewiesen, weil einer der Autoren, Alexander Hundertpfund, selber leidenschaftlicher Mountainbiker ist. Ganz am Anfang des Buches werden jeweils die Top 6 Wanderungen der Autoren aufgeführt, wie z.B. die Wanderungen mit kurzen Aufstiegsstrecken oder mit einem besonders leichten Aufstieg (vielleicht empfehlenswert, um sich als Flachländer erst einmal einzuwandern) oder die mit der einzigartigsten Aussicht oder dem abwechslungsreichsten Kinderspielplatz. Und ganz am Ende des Buches gibt es dann noch einmal die persönlichen Schmankerln der Autoren. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich so viele Wanderungen in diesem Wanderführer inspiriert haben, dass dieses Buch unbedingt bei meinem nächsten Tirolurlaub dabei sein wird.
Der einzige Punkt, den man an diesem Buch hätte verbessern können, denn ansonsten ist es 1a, ist die Karte auf der linken Klappseite. Die hätte besser zweigeteilt werden sollen (ein Teil hinten im Buch, ein Teil vorne), so dass man die Orts- oder Gebirgsnamen noch lesen kann. Momentan braucht man dafür wirklich eine Lupe (so eine, die mein Uropa früher hatte), denn eine Lesebrille reicht zum Erkennen nicht mehr aus und das liegt nicht an meiner Sehstärke.