Gercke beschäftigt sich in diesem Roman abermals mit Recht und Unrecht, aber nicht im juristischen, sondern im moralischen Sinn. Nach wie vor gilt ihr schonungsloser Blick den Schwachen und Ausgestoßenen in unserer Gesellschaft, dem alltäglichen Rassismus, der sexuellen Gewalt gegen Frauen. Sie beschreibt, wie letztere zu Opfern männlich strukturierter Machtverhältnisse werden - und unterschiedlich darauf reagieren. Demutsvoll untätig oder aber mörderisch und von Rache durchdrungen wie Tolgonai. Eine "goldene" Mitte scheint es nicht zu geben. Eine deprimierende Analyse der Geschlechterbeziehungen, die man am liebsten in reichlich Wodka und Orangensaft ertränken möchte.