- "Ein Spass für Germanisten", sagte die Verkäuferin zu mir.
Seltsamer Vandalismus geht vor in einem beschaulichen französischem Viertel, und abgesehen davon, dass die Haustiere hier ihre Menschen oft besser verstehen als umgekehrt, vergisst die junge Hortense ihr Höschen nicht nur zum Vergnügen des Erzählers. Der Roman ist eine amüsant verpackte -Geschichte für den Sommer, jedoch zur Kriminal- reicht es nicht, und soll es wohl auch nicht reichen, dafür aber zur Schmunzel-, wenn es diese Gattung gibt. Nicht nur Kriminalgeschichten werden hier auf den Arm genommen, sondern allerhand mit Erzähl- und Leserperspektiven gespielt. Außerdem kreiert Roubaud ein paar wunderbar skurile, und allesamt äußerst liebenswerte Charaktere.
Allerdings geht das Gespiele mit literarischen Mittel soweit, dass die Handlung nicht richtig vorankommt und mehr oder weniger abrupt enden muss - Langeweile kommt trotzdem nirgendwo auf.
Wer jetzt aber (vom Klappentext oder der Buchverkäuferin her) einen literaturtheoretisch besonders innovativen Text erwartet, wird etwas enttäuscht; Roubaud belässt es beim selbstreflektierten Spiel mit den bekannten Mitteln, aber darüber hinaus geht er - eindeutig zugunsten der leichten Unterhaltung - nicht. Zwischen drei und vier Sternen.