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Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche: Roman
 
 
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Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche: Roman [Gebundene Ausgabe]

Alina Bronsky
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 317 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 4. (19. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462042351
  • ISBN-13: 978-3462042351
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
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Alina Bronsky
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Alina Bronsky ist eine starke, atemlose Schreiberin, die Sätze wie ansatzlose Aufwärtshaken austeilen kann. Sie zählt zu einer Reihe heranwachsender junger Schriftstellerinnen, die sehr geradlinig, erdverbunden und grundsympathisch sich einen Namen machen werden." Welt am Sonntag

Kurzbeschreibung

Die Geschichte der leidenschaftlichsten und durchtriebensten Großmutter aller Zeiten
Am Anfang tut sie alles, um nicht Großmutter zu werden: Im Jahr 1978 ist Rosalinda wild entschlossen, die Schwangerschaft ihrer viel zu jungen und viel zu dummen Tochter zu beenden. Doch das misslingt, und sobald Aminat auf der Welt ist, entbrennt ein rücksichtsloser, grotesk-komischer Kampf um sie.
Jenseits des Urals herrschen klare Verhältnisse: Die Tatarin Rosalinda bestimmt, ihr Gatte Kalganov spurt, und ihre Tochter Sulfia benimmt sich schlecht. Es mangelt an vielem, aber nicht an Ideen, und schon gar nicht an Willenskraft. Es steht also immer etwas Scharfes auf dem Tisch, und alle größeren Malheurs, die Sulfia anrichten könnte, werden verhindert. Nur ihre Schwangerschaft nicht, und auch nicht die Geburt von Aminat, dem genauen Gegenteil ihrer Mutter: schön, schlau, durchsetzungsfähig - ganz die Großmutter eben.
Rosalinda steht zum ersten Mal einem Geschöpf gegenüber, das ihr ebenbürtig ist, und wird die leidenschaftlichste Großmutter aller Zeiten. Im ungleichen Kampf zwischen der glücklosen Sulfia und der rücksichtslosen Rosalinda wird das Mädchen zur Wandertrophäe - und der Leser zum Zeugen haarsträubendster Ereignisse, komischster Szenen, schlagfertigster Dialoge.
Alina Bronsky gelingt eine Glanzleistung: Sie lässt ihre radikale, selbstverliebte und komische Hauptfigur die Geschichte dreier Frauen erzählen, die unfreiwillig und unzertrennlich miteinander verbunden sind - in einem Ton, der unwiderstehlich ist. Durch drei Jahrzehnte und diverse Schicksalsschläge führt sie die ungleichen Frauen, und der Leser folgt ihr atemlos.
Voller Gefühl, Sinnlichkeit, Drastik und Exotik: ein scharfer Frauenroman!

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein richtig frecher geistreicher Frauenroman ..., 11. September 2010
Von 
Dr. Ursula Kempf (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Als meine Tochter Sulfia mir sagte, sie sei schwanger, wisse aber nicht, von wem, habe ich verstärkt auf meine Haltung geachtet." Herrlich !!! Mal wieder ein erster Satz, der eine neue Lieblingsliste anführen könnte. Wie sie vielleicht wissen, habe ich eine besondere Vorliebe für ausgefallene Buchtitel (auch wieder eine Idee für eine neue Liste ... mal sehn) und tolle erste Sätze. Alina Bronsky schreibt schonungslos witzig und frech, rabenschwarz und bitterböse über Figuren, die man einfach allesamt ins Herz schließen muß.

"Mein Blick konnte noch ganz andere Menschen dazu bringen, aus dem Fenster zu springen. Da war es ein Kinderspiel, Sulfia zum Trinken zu bewegen."

Drei Frauen stehen im Zentrum ihres neuen Romans: Rosalinda Kalganow, die schöne Tartarin mit den umwerfenden Beinen, die unversehends Großmutter wird als der Abtreibungsversuch bei Tochter Sulfia mißlingt. Sie ist die erbarmungslos dominierende, beherrschende und alles kommentierende Stimme in diesem glänzend unterhaltenden Familiendrama, in denen Männer nur als Randfiguren vor- und auch nicht sonderlich gut wegkommen. Sulfia ist ein Geschöpf der sowjetischen Trostlosigkeit zwischen Lebensmittelknappheit und Plattenbau, und Aminat, die vielversprechende Enkelin, die schneller und gründlicher in Westdeutschland ankommt, als es ihrer Großmutter recht ist. Rosalinda lebt nach dem Motto: ich bin schön und klug, alle anderen einfältig, dumm und häßlich. Dabei macht sie auch nicht Halt vor ihrem eigen Fleisch und Blut. "Meine Männer mußten noch ein wenig auf mich warten, bis ich dieses Kind großgezogen hatte. Ohne mich ging garnichts." Sulfia wird fremdbestimmt, wo es nur geht. Rosalinda "hat es ja nur gut gemeint" und führt ihre Tochter von einer Katastrophe in die nächste. In munterem Plauderton geht Alina Bronsky dabei über die schlimmsten Themen, wie Hungersnot, Pädophilie, Gefühlskälte und Abhängigkeit. Das muss man mögen. Denn nicht nur die Mitglieder der Familie, auch der Roman selbst ist gänzlich auf seine mächtige Hauptfigur fixiert, im Guten wie im Schlechten.

Die schärfsten Gerichte der tartarischen Küche sind dabei Mittel zum Zweck. Um "über Sulfias hausfrauliche Unfähigkeiten hinwegzutäuschen" kocht Rosalinda jedesmal ein angeblich original tartarisches Gericht, um die diversen Ehemänner ihrer Tochter notfalls mit Gewalt zur Ehe mit ihrer angeblich debilen Tochter zu nötigen. So gibt es sommerliche Kwassuppe für Dieter, den deutschen Pädophilen, gefilte Fisch und Forschmack sowie Zimmes zum Nachtisch für den Juden Michail sowie Schulpa und Pilaw aus Reis, Hammelfleisch und Rosinen für Sergej, den Weiberhelden.

Lassen Sie sich entführen auf eine Reise durch durchs tartarische Rußland in Hunger und Armut, aber mit einem überragenden Lebenswillen und den pragmatischen Zielen einer selbstherrlichen Frau im typisch schnoddrig-frechen Bronsky-Beat, gespickt mit rabenschwarzem, bitterbösen Humor. Alina Bronsky ist das Pseudonym der 1978 in Jekaterinburg/Russland geborenen Romanautorin. Sie verbrachte ihre Kindheit auf der asiatischen Seite des Ural-Gebirges und ihre Jugend in Marburg und Darmstadt. Nach abgebrochenem Medizinstudium arbeitete sie als Texterin in einer Werbeagentur und als Redakteurin bei einer Tageszeitung. Sie lebt in Frankfurt und telefoniert bis heute fast täglich mit ihren Großeltern in Sibirien. Nachdem ihr Debutroman Scherbenpark eingeschlagen ist wie eine Bombe und prompt nominiert wurde für den deutschen Jugendbuchliteraturpreis 2009 ist der erst 32-jährigen Autorin erneut ein großer Wurf gelungen. Als Fräulein-Wunder der neuen deutschen Literaturszene wird sie gefeiert, wie ich finde: zurecht.

Ihre Schreibe ist zeitgemäß, witzig und frech, schnoddrig, doch niemals respektlos und unterhält den Leser aufs Beste mit nachdenklich stimmenden Themen. Als sie mit dem Schreiben begann, wollte Bronsky vor allem eines nicht sein: langweilig. Ihre Geschichte sollte mitreißen wie ein guter Rocksong: "Wild und komisch und unterhaltsam sein, ein bisschen verrückt und doch im Leben verwurzelt." Insofern ist es Pop-Literatur, was sie macht. Oftmals mußte ich die Lektüre unterbrechen, weil sie so witzig ist. Doch das Lachen bleibt einem im Halse stecken, weil es so bitter und traurig nachhallt. Ihre Figuren sind einmalig und bunt, mutig und unangepasst, tragisch und saukomisch. Ich habe die Lektüre ihres neuen Romans sehr genossen und kann ihn nur wärmstens allen weiterempfehlen, die Rosalinda nicht allzu ernst nehmen wollen.
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35 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kuriose Familiengeschichte mit amüsanten Plots!, 18. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie schon in ihrem ersten Roman "Scherbenpark" beginnt Alina Bronsky ihren Roman über die scharfe tatarische Küche mit Überraschungseffekten, die in einem flotten und ironischen Stil ihren Ausdruck finden.

Rosalinda heißt die hübsche Frau von Boris Kalganow. In ungewöhnlich offener und klarer Diktion beschreibt sie ihre siebzehnjährige Tochter als hässlich, dumm, abstoßend und wenig liebenswert.

Allen ihren Eindrücken zum Trotz ist Sulfia eines Tages schwanger. Niemand weiß, woher, und Rosas Versuche, die unerbetene Frucht los zu werden, misslingen.

Als Aminat auf die Welt gekommen ist, nimmt sich Rosalinda ihrer an und schaltet ihre arme Tochter umgehend aus.

Dominant und selbstsüchtig bestimmt die jugendliche Großmutter das Schicksal aller, die mir ihre zusammen leben. Aminat ist bildhübsch, und Rosalinda betrachtet sie als ihr Eigentum. Ungeachtet aller ihrer Bemühungen muckt Sulfia auf und verschwindet verschiedentlich mit Aminat. Ihre Mutter ist untröstlich und sucht mit Gewalt, ihrer Enkelin wieder habhaft zu werden.

In munterem Stil, frisch und frei lebt Rosalinda uns ein Matriarchat vor, in dem niemand ungeschoren bleibt, wenn sie mit ihrer Energie und Entschlossenheit Entscheidungen herbeizwingt. Ob es um den eigenen Ehemann, die Tochter oder den späterem Schwiegersohn geht: Rosa bringt alle auf Vordermann.

Die Autorin Alina Bronsky pflegt einen offenen und burschikosen Stil. Ihre Heldin sagt immer genau das, was sie denkt. Ihre subjektive Meinung zählt, die anderen haben sich ihr unterzuordnen. Bemerkenswert zeigt die Autorin, wie man auch ohne Konventionen und Rücksichtnahmen durchs Leben kommt.

Rosalinda besitzt aber durchaus Herzenswärme. Sie denkt allerdings immer nur in ihren eigenen Kategorien. Resolut und überlegen nimmt Rosa jeden Lebenswechsel und jede Veränderung wahr und geht forsch voran auf ihrem eigenen Lebensweg. Mit Witz, Komik und mit lakonischen Einwürfen geschrieben wirkt das Buch höchst amüsant. Die ernsten Dinge des Lebens wie Trennungen, Lebenskrisen, Verlassenheit, Ängste und Erschütterungen werden mit Verve bewältigt. Auch so kann man das Leben angehen: verschmitzt und pfiffig und immer die Komik und Absurdität im Auge behaltend! Für einen genüsslichen und erbaulichen Sommerabend ist dieser Roman genau der Richtige!
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Eintönig und fehlender Tiefgang, 14. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche" ist, anders als der Titel wohl vermuten lässt, kein sehr spezielles Kochbuch, sondern vielmehr ein Roman, der uns als Leser Einblicke in eine sehr außergewöhnliche, genauer gesagt eine tatarische Familie über drei Generationen gewährt.

Rosalinda Kalganowa - streng, sehr von sich selbst überzeugt und kein Widerwort billigend, ist das Oberhaupt dieser Familie. Ihre Tochter Sulfia ist in ihren Augen nichtsnutzig und als diese schwanger wird, lässt Rosa nichts unversucht, um der Plage den Eintritt in die Welt zu verwehren. Als Sulfias Tochter Aminat aber trotz der Bemühungen ihrer Großmutter das Licht der Welt erblickt, ist diese geradezu entzückt von der Schönheit ihrer Enkelin. Sie scheint genau so zu sein wie Rosa sich ihre Tochter immer gewünscht hatte, weshalb sie sich bemüht, Aminat "vernünftig" zu erziehen. Doch das, was Rosa für richtig und gut hält, sorgt regelmäßig dafür, dass ihr Mann, ihre Tochter und ihre Enkelin leiden müssen. So plant sie schon bald, mit ihrer Familie nach Deutschland auszuwandern, egal wie hoch der Preis auch sein mag. Doch das Ganze soll auf Kosten von Aminats Sicherheit geschehen...

Zu Beginn hatte mich der leichte Schreibstil gefesselt und diese Protagonistin, die völlig anders ist als alle, die ich bisher kennengelernt habe, vollkommen begeistert. Doch schon bald wurde mir Rosas Sichtweise zu eintönig. Die restlichen Charaktere blieben vollkommen blass und fremd, ich bekam keine Einsicht in ihre Gedanken und während Rosa zu Beginn noch auf erschreckende Weise faszinierend war, wurde ihr Verhalten schon bald langweilig, irgendwann nervig und gegen Ende immer unglaubwürdiger. Viele für mich nicht nachvollziehbare, plötzliche Wendungen zogen sich durch das Buch, um am Ende in einem hektischen, zu kurzen und oberflächlichen Schluss zusammenzustoßen. Dabei blieben auch viele wichtige Fragen unbeantwortet, weshalb ich insgesamt enttäuscht und unbefriedigt zurückbleibe. Dies ist eines dieser Bücher, bei denen so viel mehr drin gewesen wäre. Die Geschichte hätte interessant verlaufen können, doch leider fehlen Einblicke in die Gedanken verschiedener Personen und insgesamt mehr Tiefgang an den richtigen Stellen.
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